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Artikel | Gesundheits-Tipp 6/2006

Auch sanfte Mittel vertreiben die Mücken

Es braucht keine Chemie, um Mücken abzuschrecken: In unseren Breitengraden bieten natürliche Produkte einen ausreichenden Schutz.

Viele Sprays und Cremen versprechen Abhilfe gegen lästige Stechmücken. Das Angebot ist kaum überblickbar. «Leider wirken viele Produkte nicht genügend gut», sagt Werner Rudin, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Tropeninstitut in Basel.

Tests des Instituts haben gezeigt, dass Mittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) Mücken am besten abschrecken. Doch die starke Wirkung hat ihren Preis: Bei zu häu?ger Anwendung kann DEET Kopfschmerzen, Schwindel und Krämpfe verursachen oder die Haut reizen. Ausserdem greift DEET Lack und Plastik an.


Hersteller wollen keine Nebenwirkungen kennen

Das Risiko von Nebenwirkungen ist bei Kindern besonders gross. Ricarda Hoop, Ärztin am Kinderspital Zürich, rät deshalb: «DEET-haltige Mückenschutzmittel sollte man bei Kindern zurückhaltend verwenden. Es ist wichtig, die entsprechenden Hinweise auf der Packung zu beachten.» Auch schwangere Frauen müssen vorsichtig sein: «Sie sollten wenn möglich keine Mückenschutzmittel mit chemischen Wirkstoffen verwenden», sagt Ricarda Hoop.

Einige Mittel enthalten neben DEET auch Dimethylphthalat (DMP). Die Kombination der beiden Stoffe soll die Schutzwirkung verstärken. Allerdings zeigten Tierversuche, dass DMP Leber und Nieren schädigen kann.

Die Hersteller bestreiten, dass DEET und DMP die Gesundheit gefährden: «Neue Studien zeigen, dass das Risiko von Nebenwirkungen kleiner ist als bisher angenommen», sagt die Vifor AG, die das DEET-haltige Mückenschutzmittel Anti-Brumm forte herstellt. Und die Firma Martec, die Kik activ vertreibt, das DEET und DMP enthält, behauptet: «Bis anhin sind uns keine Nebenwirkungen bekannt.»


Natürliche Wirkstoffe: In der Schweiz meist ausreichend

In den letzten Jahren sind chemische Mückenschutzmittel auf den Markt gekommen, die weniger giftig sind. Diese Mittel enthalten die Wirkstoffe Ethyl-Butylacetylaminopropionat (EBAAP) oder Bayrepel. Ihr Nachteil: «Mittel mit EBAAP und Bayrepel wirken weniger lang als DEET-Produkte», sagt Werner Rudin.

Für einen gemütlichen Grillabend an einem Seeufer in der Schweiz bietet allerdings in der Regel ein Mückenschutzmittel mit natürlichen Wirkstoffen ausreichenden Schutz. Wer ein solches Mittel verwendet, muss keine schädlichen Nebenwirkungen befürchten.

Tests des Tropeninstituts haben allerdings gezeigt, dass nicht alle natürlichen Mittel qualitativ überzeugen: «Nur Produkte, die einen Extrakt aus Eukalyptus citriodora oder Kokossäureester enthalten, sind genügend wirksam», so Werner Rudin.

«Auch gute natürliche Mittel wirken aber weniger lang als DEET-haltige Produkte», sagt der Cheftester des Schweizerischen Tropeninstituts. «Wer in die Tropen reist, sollte deshalb zur Sicherheit ein Mittel mitnehmen, das DEET enthält.»

Einige Hersteller von sanften Mückenschutzmitteln sind allerdings der Ansicht, dass ihre Produkte durchaus tropentauglich seien. So weisen die Hersteller von Hansaplast insect (Wirkstoff: EBAAP) und Autan (Wirkstoff: Bayrepel) darauf hin, ihre Mittel seien erfolgreich in tropischen Ländern getestet worden. Auch die Firma IPC, die das natürliche Mittel Anti-Mosquito herstellt, sagt: «Viele Leute haben Anti-Mosquito in den Tropen verwendet und waren zufrieden damit.»


Nicht alle Menschen sind für Mücken attraktiv

Werner Rudin bestätigt: «Es gibt Menschen, die auch in den Tropen mit natürlichen Mitteln ausreichend geschützt sind.» Wie gut ein Mittel tatsächlich wirkt, hängt eben auch von der Person ab, die es verwendet. Nicht alle Menschen sind nämlich für Stechmücken gleich attraktiv. Ob eine Mücke Lust zum Stechen hat, hängt unter anderem von der Körpertemperatur und der Zusammensetzung des Schweisses ab. «Manche Personen, die für Mücken besonders attraktiv sind, müssen deshalb auch in der Schweiz bei hoher Mückendichte ein stärkeres Mittel verwenden», erklärt Werner Rudin.



Das sind wirksame Mittel

In Europa und für Menschen, die für Mücken mässig attraktiv sind:
Mittel mit EBAAP
- Anti-Brumm sensitive (Milch, 130 ml Fr. 12.60)
- Hansaplast insect (Spray, 100 ml Fr. 7.95)
Mittel mit Bayrepel
- Autan (Spray, 100 ml Fr. 12.80)
Natürliche Mittel
- Anti-Brumm naturel (Spray, 150 ml Fr. 14.90)
- Anti-Mosquito (Spray, 100 ml Fr. 11.90)
- récopel Basic (Spray, 100 ml Fr. 9.90)

Für tropische Länder und Menschen, die für Mücken besonders attraktiv sind:
Mittel mit DEET
- Anti-Brumm forte (Spray, 75 ml Fr. 8.50)
- Exopic 12 forte (Spray, 100 ml Fr. 14.80)
Mittel mit DEET und DMP
- Kik activ (Spray, 100 ml Fr. 7.50)

07. Juni 2006 | Andreas Gossweiler


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