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Artikel | K-Tipp 11/2006

Kinderkrankheiten inkl.

Wer via Website von Schweiz Tourismus eine Ferienwohnung buchen will, muss mit unvollständigen oder gar fehlerhaften Angaben rechnen.

Der Wunsch war nicht besonders ausgefallen: Vierköpfige Familie sucht für sieben Tage ab dem 26. Dezember eine Ferienwohnung in Grau-bünden mit Parkplatz, die mindestens zwei Zimmer aufweisen muss und maximal 1200 Franken kosten darf.

Mit dieser Anfrage stellte der K-Tipp das neue Buchungsportal auf der Website von Schweiz Tourismus (http://fewo.myswitzerland. com) auf die Probe. Das Portal, ein Projekt von Schweiz Tourismus und der Schweizer Reisekasse Reka, ist Anfang Mai unter der Bezeichnung «e-Marktplatz für Ferienwohnungen» mit grossem Brimborium lanciert worden.

Es fasst die Verzeichnisse der fünf Anbieter Reka, Interhome, Switzerland Travel Center, Deskline und Tomas zusammen - insgesamt über 15 000 Ferienwohnungen. Wer reservieren will, wird automatisch zum Buchungssystem des betreffenden Partners weitergeleitet.

Doch was der e-Marktplatz Mitte Mai zur Anfrage des K-Tipp offerierte, war wenig berauschend: Die Trefferliste umfasste gerade mal neun Wohnungen. Und von diesen liess sich erst noch keine buchen - stets hiess es vor dem entscheidenden Klick: «Ungültige Zeitspanne ausgewählt.»


Wohnungen waren gar nicht mehr frei

Warum erschienen die Appartements dann überhaupt auf der Trefferliste? «Dort werden eben alle Wohnungen aufgeführt, die am gewählten Anreisetag frei sind», sagt Pascal Bieri, der bei Schweiz Tourismus für den Internetauftritt zuständig ist. Wünsche jemand zum Beispiel an einem Dienstag anzureisen, würden alle Wohnungen aufgelistet, die an diesem Dienstag nicht belegt seien - darunter auch jene, die man nur von Samstag bis Samstag buchen könne. Für zeitlich flexible Wohnungssuchende sei das «von Vorteil».

Für die anderen hingegen ists ein Ärgernis. Und nicht das einzige, wie die K-Tipp-Stichprobe ergeben hat:
- Das neue Buchungsportal gibt keine Endpreise an. In zahlreichen Fällen kommen zur publizierten Summe noch Endreinigungs- und Buchungsgebühren hinzu, was die Wohnungskosten für eine Woche rasch um 10 Prozent verteuern kann.
- Wer in der Suchmaske Extras wie Parkplatz, Swimmingpool und Geschirrspüler ankreuzt, erhält meist nur eine bescheidene Auswahl präsentiert. Lässt man die Extras weg, steigt die Trefferzahl erheblich - und unter den Treffern finden sich plötzlich ganz viele Wohnungen, die über die erwähnten Extras verfügen.
- Nicht auszuschliessen ist ferner, dass das Portal Wohnungen als verfügbar ausweist, die faktisch bereits belegt sind. Der K-Tipp ist schon nach kurzer Zeit auf solche Fälle gestossen.

Pascal Bieri findet das auch nicht gut. Bezüglich Preisangabe sei geplant, «in einer nächsten Phase» Rabattierung, Endreinigungs- und Buchungsgebühren zu integrieren, hält er fest.


Schwarzen Peter an Partner geschoben

Ansonsten aber schiebt Bieri den schwarzen Peter weiter: «Wir können letztlich nur so gute Qualität liefern, wie wir sie von unseren Partnern geliefert erhalten.» Wenn diese gewisse Daten unsorgfältig oder gar falsch übermittelten, sei das problematisch. Bieri: «Wir werden mit unseren Partnern wohl noch einige Gespräche führen müssen, bis alle Kinderkrankheiten behoben sind.»



Mehrgleisig Suchen

Verschiedene Wege können zur erschwinglichen Ferienwohnung in der Schweiz führen.

- Spezialisierte Internetplattformen haben tausende Wohnungen im Angebot. Dies erschwert es zuweilen, die Übersicht zu behalten. Beispiele für Plattformen:
www.appa.ch
www.dimago.ch
http://fewo. myswitzerland.com
www.holiday-home.ch www.vacanza.ch
- Die Websites von Gemeinden und lokalen Tourismusbüros enthalten häufig übersichtliche Wohnungslisten inklusive Angaben zu Ausstattung und Preis. Oft besteht die Möglichkeit, gleich online zu buchen.
- Diverse kundenfreundliche Verkehrsvereine stellen auf telefonische Anfrage eine den Wünschen entsprechende Wohnungsliste zusammen; teils übernehmen sie auch die Buchung.
- Nicht selten lohnt sich eine Direktanfrage beim Vermieter. Manch einer lässt nämlich über den Preis durchaus mit sich reden, wie die Zeitschrift K-Geld letzten Dezember in einer Stichprobe festgestellt hat. Zudem entfallen auch allfällige Buchungs- und Vermittlungsgebühren.

31. Mai 2006 | Gery Schwager - gery.schwager@ktipp.ch


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