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Achtung, Abo-Falle: Diverse Internetanbieter bewerben Jugendliche mit Intelligenztests und locken mit fixfertigen Schularbeiten.
Wie schlau sind Sie wirklich? - Testen Sie Ihren IQ», «Gewinne im Wert von über 1000 Euro», lockt der Online-Anbieter www.iq-battle.de. www.lernikus.de wiederum spricht lernfaule Schüler an: «Keine Lust auf Referate? Über 1000 geprüfte Referate und Hausarbeiten.»
Wer dem nicht widerstehen kann und den «Anmelde»-Knopf drückt, löst in beiden Fällen ein teures kostenpflichtiges Angebot. Nur ist das bei beiden Anbietern erst auf den zweiten oder gar dritten Blick ersichtlich. Das ist dieselbe Masche, die bereits bei den vermeintlichen «Gratis-SMS» zur Anwendung kommt (saldo 4/06). Hinter www.hausaufgaben-heute.com steckt denn auch der gleiche Anbieter, der daneben www.sms-heute.com betreibt.
Viele fallen darauf herein und werden später mit Rechnungen und Mahnungen eingedeckt - zum Teil auch dann noch, wenn sie bereits bezahlt haben. «Wir bekommen täglich Telefonanrufe von Betroffenen», bestätigt Hans Ruedi Schmid von der saldo-Rechtsberatung. Und: «Diese Angebote sind gezielt an Minderjährige gerichtet und nutzen deren Unerfahrenheit bewusst aus.»
Drohungen mit hohen Inkasso- und Anwaltskosten
Den Rechnungen sind regelmässig Schreiben beigelegt, mit denen die Kunden eingeschüchtert werden: «Wir möchten Sie bitten, die Rechnung innerhalb von 10 Tagen zu begleichen. Es ist der einzige Weg, der Sie vor hohen Inkasso- und Anwaltsgebühren bewahrt», droht zum Beispiel Lernikus.de-Betreiber Manuel Mayrhofer in seinen Schreiben.
Schularbeiten-Dienst: Versteckter Zweijahresvertrag
Das Rechnungsformular stamme noch vom Vorbesitzer, entschuldigt sich Mayrhofer. Um dann auf Intervention von saldo einen erstaunlichen Rückzieher zu verkünden: «Jeder, der sich vor dem 25. 4. 2006 bei Lernikus angemeldet hat, kann vom Vertrag zurücktreten. Es genügt dazu eine kurze E-Mail an support@lernikus.de.» Und auch preislich macht der Wiener Unternehmer eine Kehrtwende: Den Schularbeiten-Dienst, der bisher pro Jahr umgerechnet 126 Franken kostete, gibt es neu für eine einmalige Anmeldegebühr von 52 Franken.
Schüler als Zielgruppe haben auch www.hausaufgaben-heute.com und www.hausaufgaben.de im Visier - sie versprechen fixfertige «3000 Hausaufgaben» in den verschiedensten Fächern. Nähere Angaben findet man jedoch keine. Wer die Katze im Sack kauft, lässt sich auf einen Zweijahresvertrag für umgerechnet 252 Franken ein. Darum gilt auch hier: Finger weg vor solchen Angeboten.
So prüfen Sie die Rechnungen
- Kein gültiger Vertrag liegt in der Regel vor, wenn sich Minderjährige auf den Seiten angemeldet haben. Die verlangten Summen übersteigen das Taschengeld und bedürfen der Zustimmung der Eltern.
- Wenn die Kinder bei der Anmeldung ein falsches Alter angegeben haben, spielt das keine Rolle. Dieses Risiko trägt der Anbieter.
- Auch als Erwachsener kann man die Forderung zurückweisen, am besten per Brief oder E-Mail.
Argumentation: Das Angebot war täuschend, weil die Kosten nicht klar mitgeteilt wurden.
- Nachdem man sich einmal schriftlich auf die Minderjährigkeit respektive die Täuschung berufen hat, sollte man auf weitere Mahnungen und Zahlungsaufforderungen von Inkassobüros nicht mehr reagieren.
- Trotz massiver Drohungen mit Gerichtsverfahren und Strafanzeigen: Die dubiosen Anbieter verzichteten bisher auf Betreibungen und Gerichtsverfahren.
- Im Fall von www.lernikus.de: Unbedingt per E-Mail an support@lerni kus.de den Vertrag kündigen.
- Im Netz gibt es viele Seiten, die kostenlose und sinnvolle Schülerhilfen anbieten, beispielsweise www.lernen-mit-spass.ch.
10. Mai 2006 | Jürg Fischer
