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Im Euro-Raum kursiert immer mehr Falschgeld. Doch Schweizer Touristen können sich schützen. saldo erklärt, wie man falsche Euros leicht erkennt.
Nach Angaben der Europäischen Zentralbank sind im letzten Jahr 680000 gefälschte Euro-Noten aus dem Verkehr gezogen worden. Das ist über ein Viertel mehr als im Jahr 2003. Zahlen zu den einzelnen Ländern gibt es nur vereinzelt. In Deutschland ist die Menge der aufgetauchten Falsifikate etwa konstant geblieben.
50-Euro-Note: Wird am häufigsten gefälscht
Anders in Italien: Das beliebte Ferienziel verzeichnet seit 2004 einen sprunghaften Anstieg der Fälschungen von fast einem Drittel. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn die Italiener weisen lediglich aus, was die Banken an Blüten einsammeln. Wie viel Falschgeld die Polizei findet, bleibt ihr Geheimnis.
Bei den 5-, 10-, 100-, 200- und 500-Euro-Scheinen ist das Risiko relativ klein, an Fälschungen zu geraten. Auf diese fünf Noten entfallen insgesamt nur 15 Prozent der Falsifikate. Gefährlicher ist die Annahme des 20-Euro-Scheins (28 Prozent der Fälschungen). Mit Abstand am häufigsten nachgemacht wird die 50er-Note. Auf sie entfallen 57 Prozent aller Blüten.
Generell gilt: Wer Ferien im Euro-Raum macht, soll sich schon in der Schweiz mit dem Papiergeld vertraut machen. Euro-Scheine weisen eine Vielzahl von Sicherheitskriterien auf. Es ist aber ausreichend, sich auf drei Merkmale zu konzentrieren.
Merkmale: Relief, Holografie, Sicherheitsfaden
- Auf der Vorderseite jeder Euro-Note (jene mit der Euro-Flagge) erscheinen mehrere Elemente als Relief. Die fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank (BCE, ECB, EZB, EKT, EKP) lassen sich mit dem Daumen deutlich ertasten. Gleiches gilt für Abbildungen der Fenster und Tore. So kann ein Grossteil der Blüten durch einfaches Fühlen identifiziert werden. Denn: «Bei vielen Fälschungen sind diese Elemente flach und lassen sich nicht ertasten», schreibt die Deutsche Bundesbank. Probleme kann es bei einer stark abgegriffenen Note geben, die schon lange in Umlauf ist. Dann muss man sich den Schein genauer ansehen.
- Auf den Euro-Noten befindet sich eine holografische Spezialfolie. Kippt man die Banknote, so erscheint je nach Betrachtungswinkel die Wertzahl oder das auf dem Schein abgebildete Architekturmotiv in wechselnden Farben. Bei gefälschten Noten fehlt dieses Farbenspiel und es sind oft gar keine Zahlen erkennbar. - Euro-Scheine haben einen Sicherheitsfaden, der etwa in der Mitte der Note in das Papier eingebettet ist. Anders als bei Schweizer Noten erscheint dieser Streifen nicht einfach nur dunkel, wenn man den Schein ins Licht hält. Gut erkennbar ist darauf das Wort «EURO» und die Wertzahl. Bei Falsifikaten ist der Faden häufig nur aufgedruckt und unbeschriftet.
Praktisch keine falschen Euros in der Schweiz
Mit diesem Wissen im Reisegepäck können die nächsten Ferien im Euro-Land ohne unliebsame Überraschungen verbracht werden. Wer trotzdem Falschgeld erhält, macht sich strafbar, wenn er es wissentlich weitergibt. Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, Euro-Blüten in der Schweiz angedreht zu bekommen, ist äusserst gering. Denn 97 Prozent der Fälschungen wechseln ihren Besitzer in einem EU-Land.
26. April 2006 | Franco Tonozzi
