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Sechs Stunden lang liefen die Drähte zur Gesundheitstipp-Redaktion heiss: Hunderte von Leserinnen und Lesern wollten von den drei Experten wissen, wie sie sich gegen Elektrosmog schützen können.
Ich verwende mein Handy auch als Wecker. Ist das gefährlich?
Wenn Sie das Handy ausschalten können, ist das kein Problem. Ältere Handys, die man nicht völlig abschalten kann, sollte man jedoch nicht als Wecker benützen. Denn sie geben ständig Strahlung ab.
Auf unserem Haus stehen drei Mobilfunkantennen. Ich wohne im obersten Stock. Wie kann ich mich schützen?
Mobilfunkantennen strahlen meistens nur seitlich. Im besten Fall haben Sie unter dem Dach also weniger Strahlung als Ihre Nachbarn. Manchmal bildet sich jedoch auch unter der Antenne ein so genannter «Sack» - die Antenne strahlt also auch gegen unten. Ein Fachmann kann abklären, ob dies bei Ihnen zutrifft. Eine solche «Sackstrahlung» können Sie vermindern, indem Sie Ihre Wohnung abschirmen lassen.
Neben meinem Bett ist ein Sicherungskasten, und hinter der Wand verläuft eine Stromleitung. Wie kann ich mich gegen die elektrische Strahlung schützen?
Am besten suchen Sie einen anderen Schlafplatz mit grösserer Distanz zu den Sicherungen. Ist das nicht möglich, sollte ein Baubiologe die Strahlenstärke messen. Dann können Sie den Sicherungskasten und die Leitung mit spezieller Farbe oder Textilien abschirmen.
Wenn ich ein Handy oder ein schnurloses Telefon benütze, pfeift mein Hörgerät. Was kann ich tun?
Es gibt Hörgeräte, die besonders geeignet sind für schnurlose Telefone. Erkundigen Sie sich bei einem Hörgeräte-Spezialisten.
Ich habe ein verstellbares Bett mit eingebautem Motor. Verursacht der Motor Elektrosmog?
Ja, vom Motor kann Elektrosmog ausgehen. Am besten kaufen Sie ein Bett, bei dem der Motor seitlich am Fussende montiert ist. So ist die Belastung durch elektromagnetische Strahlen am geringsten. Zusätzlichen Schutz gegen elektrische Strahlung bringt die Montage eines Netzfreischalters. Er unterbricht den Strom automatisch, wenn in einem Raum kein Gerät in Betrieb ist.
Ich besitze seit zwei Jahren eine drahtlose Alarmanlage. Ich leide unter Tinnitus und habe den Verdacht, dass die Alarmanlage daran schuld ist. Was soll ich tun?
Schalten Sie die Anlage versuchsweise eine Zeit lang aus, um zu sehen, ob es Ihnen dann besser geht. Lassen Sie einen Baubiologen messen, ob die Anlage dauernd Strahlung abgibt, wenn sie in Betrieb ist.
Ich interessiere mich für eine Wohnung, die über einem Elektrofachgeschäft liegt. Besteht die Gefahr, dass die Wohnung mit Elektrosmog belastet ist?
Ja. Klären Sie ab, wie viele Geräte im Geschäft ständig eingeschaltet sind, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben. Versuchen Sie den Inhaber dazu zu bewegen, die Geräte im Laden zumindest nachts auszuschalten. Allerdings strahlen einige dann noch immer. Gründliche Abhilfe schafft nur das Abdrehen des Hauptschalters im Geschäft.
Neben meinem Haus verläuft eine Hochspannungsleitung im Boden. Können andere Leitungen die Strahlung ins Haus schleppen und verstärken?
Ja. Es kann sein, dass Wasser- und Gasleitungen so genannte Fremdfelder vom Hochspannungskabel ins Haus einschleppen. Dann geht auch von Metallobjekten wie Heizkörpern elektromagnetische Strahlung aus. Um sich davor zu schützen, empfiehlt es sich, in die Hausleitungen elektrisch isolierende Teile einzubauen.
Meine Nachbarn verwenden ein schnurloses Dect-Telefon. Ich habe meine Wohnung an den Aussenwänden mit speziellen Textilien abgeschirmt. Dennoch leide ich unter Herzrhythmusstörungen. Was kann ich tun?
Weil die Störung «hausgemacht» ist, nützen Abschirmtextilien an den Aussenwänden wenig. Es ist schwierig, sich gegen hausinterne Strahlungsquellen zu schützen. Es gibt nur eine Lösung: Schenken Sie Ihrem Nachbarn ein neues Telefon nach dem strahlungsarmen CT1+-Standard!
Wir wollen ein Einfamilienhaus bauen. In der Nähe des vorgesehenen Grundstücks steht eine Mobilfunkantenne. Wie können wir uns gegen die Strahlung schützen?
Sie können sich schützen, indem Sie geeignete Baumaterialien verwenden. Es gibt spezielle Kalksandsteine, die gegen elektromagnetische Strahlen abschirmen, aber auch besondere Tapeten und Textilien.
Wir möchten in unserer Wohnung einen neuen Internetanschluss einrichten. Der Verkäufer empfahl uns einen WLAN-Anschluss. Soll ich auf dieses Angebot eingehen?
Nein. Ich würde von WLAN abraten. Besser ist eine Internetverbindung über die Steckdose. Diese Technik heisst Powerline Communications (PLC). Zwar strahlen auch PLC-Leitungen. Doch die Belastung können Sie reduzieren, indem Sie ein abgeschirmtes Kabel montieren.
Im Obergeschoss unseres Hauses ist die Decke mit Steinwollematten isoliert. Diese sind mit Alufolie beschichtet. Darunter haben wir eine Deckenlampe montiert. Welche Wirkung hat die Alufolie?
Die Alufolie verbreitet die Strahlung, die von der Stromleitung zur Lampe ausgeht, auf der ganzen Decke. Sie können sich dagegen schützen, indem Sie statt der Deckenlampe eine Stehlampe verwenden und die Stromleitung an der Decke vom Netz abtrennen.
Ich wohne 10 Meter neben einer Hochspannungsleitung. Was kann ich tun, um mich gegen den Elektrosmog zu schützen?
Lassen Sie während einer Woche eine Messung machen. Gegen die Strahlung können Sie sich nur schützen, indem Sie ein Gegenfeld aufbauen. Dafür ist aber die Anschaffung eines teuren Gerätes erforderlich. Das lohnt sich nur für Hauseigentümer. Wenn Sie Mieter sind, suchen Sie sich besser eine andere Wohnung.
Buchtipp und Elektrosmog-Infos
- Informationen und viele Tipps zum Thema Elektrosmog finden Sie im Gesundheitstipp-Ratgeber «Elektrosmog» (124 Seiten). Sie können ihn mit der Karte auf Seite 13 bestellen.
- Fachleute, die Messungen vornehmen und Elektrosmog bekämpfen, vermittelt das Institut für biologische Elektrotechnik, Tel. 0848 87 87 88, im Internet unter www.ibes.ch.
12. April 2006 | Aufgezeichnet: Andreas Gossweiler
