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Artikel | Haus & Garten 2/2006

Damit nicht zu viel Gras darüber wächst

Lärmiger Benzin- oder umständlicher Elektromäher? Oft tuts ein Handmäher - oder die altbewährte Sense.

Die Sense feiert ein Comeback», sagt Hans Grob. Schon vor Jahren zeigte er in Kursen der Bio-Organisation Bioterra Hausfrauen und Ingenieuren, aber auch jungen Bauern den richtigen Schwung. Die Nachfrage nach dem unkomplizierten und günstigen Mähinstrument hält an. Heute unterrichtet Grob Angestellte von «Grün Stadt Zürich». Das Unternehmen unterhält Grünanlagen und Pärke der Stadt Zürich.

Grobs Fazit: Wer die Technik einmal beherrscht, verwendet die Sense als effizientes Mähinstrument - vor allem bei höherem Gras, in naturnahen Gärten und am steilen Bord.

Zu einem gepflegten Zierrasen bringen es aber Freizeitgärtner trotz begeisterten Senseneinsatzes nicht. Eine Alternative zum lärmenden Benzinmäher oder zum Elektromäher mit dem umständlichen Kabel ist hingegen der klassische Handrasenmäher - jedenfalls für kleinere Flächen. Gleichzeitig dient der Handmäher als Fitnesstraining. Die Geräte sind zudem deutlich günstiger als Benzin- und Elektromäher.

Der Handrasenmäher ist aber nicht nur bei jenen beliebt, die weder einen Benzin- noch einen Strommäher möchten. Die so genannten Spindelmäher schneiden den Rasen nämlich am exaktesten, weshalb sie sich für kleinere Zierrasen ausgezeichnet eignen. Auf einer Spindel oder Walze sind mehrere Messer so angeordnet, dass die Grashalme an einem Gegenmesser wie mit einer Schere abgeschnitten werden.

Weit verbreitet sind bei den Geräten mit Benzin- oder Elektromotor die Sichelmäher. Dabei rotiert ein einfaches Messer mit grosser Geschwindigkeit. Sichelmäher eignen sich vor allem für Zier- oder Spielrasenflächen, deren Grashalme nicht höher als 10 bis 15 cm sind. Für naturbelassene Wiesen, die nur zweimal im Jahr gemäht werden, bewähren sie sich weniger - die Messer verlieren schnell an Schärfe. Wird der Mäher mit stumpfem Messer verwendet, wird das Gras nicht mehr abgeschnitten, sondern regelrecht abgeschlagen. Die Grasspitze zerfranst, der Rasen wirkt ungepflegt.

Beliebt sind auch so genannte Mulchmäher. Sie basieren ebenfalls auf dem Sichelmäherprinzip. Allerdings werden die abgeschnittenen Grashalme durch eine besondere Luftführung mehrmals zerschnitten. Die sehr kleinen Grasstückchen bleiben als Mulchteile auf dem Rasen liegen - Zusammenrechen erübrigt sich. Sichel- und Mulchmäher gibt es mit Elektro- oder mit Benzinmotoren.

Die Vor- und Nachteile von Bezinmotor und Elektroantrieb: Benzinmäher sind relativ laut (Ruhezeiten der Gemeinde beachten!) und schwer. Sie bieten aber eine grosse Bewegungsfreiheit und eignen sich auch für grössere Flächen. Elektromäher sind wegen des Stromkabels in ihrer Reichweite eingeschränkt. Das Kabel stört auch, wenn man zwischen Sträuchern und Bäumen mähen muss. Im Handel erhältlich sind zwar auch Geräte mit Akku, deren Leistungsdauer ist aber beschränkt.

In eine andere Kategorie fallen benzinbetriebene Aufsitzmäher. Der Kauf eines solchen Vehikels lohnt sich nur für grössere Rasenflächen. Sie sind zudem wesentlich teurer als Benzin- oder Elektromäher (ab ca. Fr. 4000.-).

* Sensenkurse: www.bioterra.ch.vu



Weniger Schadstoffe dank Gerätebenzin

Ein mit Benzin betriebener Rasenmäher produziert die gleiche Schadstoffmenge wie 26 Autos. Neben hohen Anteilen von giftigen Verbindungen wie Toluol und Xylol enthält Benzin auch krebserregendes Benzol.

Benutzen Sie in Ihrem Garten benzinbetriebene Geräte wie Rasenmäher, Laubgebläse und Motorsensen, tanken Sie deshalb spezielles Gerätebenzin. Dieses ist nahezu frei von Benzol. Gerätebenzin wird auch unter der Bezeichnung Alkylatbenzin verkauft. Erhältlich ist es in der ganzen Schweiz an rund 1000 Verkaufsstellen (Fachbetriebe für Kommunal- und Landmaschinen, Motorgerätefachhandel, nicht aber an Tankstellen).

(ohs)



Tipps zur pflege von zierrasen und naturwiesen

Zierrasen: Aufwändige Pflege ist nötig
- Fläche vor dem ersten Mähen gründlich von altem Laub und Zweigen befreien
- Von März bis Oktober wöchentlich einmal mähen. Regelmässiges Mähen macht den Rasen einheitlich und dicht
- Gebrauchsrasen auf 25 bis 30 mm, Zierrasen auf 20 mm zurückschneiden
- Nach dem zweiten Schnitt vertikutieren und evtl. düngen/ mit Saatgut ausbessern (bei Bedarf im Aug./Sept. wiederholen)
- In heissen Monaten regelmässig bewässern

Naturwiese: Geduld ist gefragt
- Damit aus einem Rasen eine Naturwiese wird, darf er nicht mehr gedüngt werden
- In den ersten Jahren Rasen weiterhin regelmässig mähen und rechen, um dem Boden die Nährstoffe zu entziehen
- Später entsteht eine bunte Wiese, die pro Saison nur noch zwei bis drei Mal geschnitten wird
- Eine Samenmischung mit einheimischen und standortgetreuen Pflanzenarten hilft, schneller ans Ziel zu kommen

22. März 2006 | Otto Hostettler


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