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Artikel | Haus & Garten 2/2006

Und alles wird wieder grün

Rasensanierung ist keine Hexerei. Sorgfältiges Arbeiten vorausgesetzt, lässt sich fast jeder Schaden durch Neuansaat oder Fertigrasen beheben.

Der Frühling bringt es ans Licht: Wo einst sattes Grün das Auge erfreute, trüben mehrere braune Flecken das Bild. Gartengrill, Tischtennistisch und Planschbecken haben auf dem Rasen Spuren hinterlassen, über die man im Winter leicht hinwegsehen konnte.

Das klappt jetzt nicht mehr. Deshalb heisst Gartenarbeit im Frühling oft auch Rasenrenovation. Bei Flächen unter 20 Quadratmetern dürfen Laien die Sache selbst anpacken.

Idealerweise tun sie dies zwischen Mitte April und Ende Mai, wie Gärtnermeister Hans-Peter Eugster von der Gartenbaufirma Schellenberg in Bülach ZH festhält. Denn die Bodentemperatur sollte 10 Grad Celsius betragen und die Sonneneinstrahlung noch nicht zu intensiv sein.

Und so geht man vor
- Abtragen: Als Erstes muss die schadhafte Fläche abgesteckt und die alte Grasnarbe sauber entfernt werden. Man kann dies mit dem Spaten erledigen. Bei grösseren Flächen ists einfacher mit einer Rasenschälmaschine - dem Sodenschneider. Maschinen lassen sich oft in Fachgeschäften oder (Garten-) Baumärkten tageweise mieten.

- Umstechen: Mit Spaten oder Bodenfräse ist danach der Boden umzustechen und zu lockern. Gleichzeitig empfiehlt es sich, frische Erde sowie kalkarmen Quarzsand oder Perlit - ein Bodenverbesserer auf der Basis von vulkanischem Silikatgestein - einzubringen. Das fördert die Sauerstoffzufuhr und optimiert den Wasserhaushalt.

- Räumen: Steine von mehr als 1,5 Zentimeter Durchmesser sollten entfernt werden - nicht aber Kiesel, denn die kleinen Steinchen verhindern, dass sich der Boden zu sehr verdichtet.

- Einebnen: Jetzt den Boden mit Schaufel, Walze oder Trittbrettern so einebnen, dass Erdhaufen und Senken verschwinden. Vor der Ansaat die Fläche mit einem Rechen wieder leicht auflockern.

- Düngen: Ein so genannter Startdünger (kalium- und phosphorbetont) begünstigt die Keimung und stärkt die Resistenz der jungen Gräser.

- Ansäen: Rasensamen von Hand oder mit einem Streuwagen gleichmässig aussäen (etwa 30 Gramm pro Quadratmeter bei gewöhnlichem Hausrasen). Anschliessend sollte man die Samen mit dem Rechen etwa 1 Zentimeter tief in den Boden einarbeiten und mit der Rasenwalze oder mit Trittbrettern festdrücken.

- Wässern: Frisch angesäter Rasen muss mindestens zwei bis drei Wochen konstant feuchtnass gehalten werden. Wird es den keimenden Gräsern nur ein einziges Mal zu trocken, wächst nichts mehr. Vögel hält man am ehesten fern, indem man rund um die angesäte Fläche Alustreifen an Pföstchen befestigt.

- Schneiden: Bei einer Gräserhöhe von 6 bis 7 Zentimetern ist der erste Rasenschnitt (um rund 2 Zentimeter) fällig. Sollten sich Lücken im Rasen zeigen, sät man jetzt nach. Nach sechs bis acht Wochen sollte man mit stickstoffbetontem Langzeitdünger dafür sorgen, dass sich der Rasen kräftig entwickeln kann. Dadurch werden auch Unkraut und Moos eingedämmt.

Wer den Rasen sanieren will, benötigt Geduld: Bis die erneuerte Rasenfläche ein sattes Grün hat, kann es rund ein Jahr dauern. Eugster: «Die unterschiedlichen Gräsersorten wachsen ganz unterschiedlich schnell.»

Kaum Wartezeiten gibt es dagegen bei der Sanierung mit Fertigrasen von der Rolle. Die Bodenvorbereitung erfolgt zwar auf die genau gleiche Weise wie bei der konventionellen Ansaat. Doch schon zwei bis drei Wochen nach dem Verlegen ist die Rasenfläche begehbar. Und von der ersten Sekunde an leuchtet sie lückenlos grün.

Wichtig ist, dass man die Rasenbahnen ganz frisch verarbeitet und möglichst dicht aneinander ausrollt. Ist die Fläche vollständig bedeckt, sind die Bahnen mit einer Walze quer zur Verlegungsrichtung fest anzudrücken. Dank Spezialdünger verbinden sich die Gräserwurzeln rasch mit dem Boden. Und natürlich ist auch beim Rollrasen gündliches Wässern während der ersten zwei bis drei Wochen unerlässlich. Besonders die Ränder der Bahnen trocknen sonst schnell aus.

Allerdings: Rollrasen hat seinen Preis. Im Gartencenter kostet der Quadratmeter rund 25 Franken. Lässt man den Rasen von Fachleuten verlegen, bezahlt man (inkl. Bodenvorbereitung) etwa 45 bis 55 Franken pro Quadratmeter. Bei der Rasenansaat dagegen beläuft sich der Quadratmeterpreis im Gartenbau-Fachgeschäft nur auf 12 bis 20 Franken.



Wenn die RasenSaat aufgehen soll

Wer Rasen-Saatgut kaufen will, stellt fest: Die Vielfalt an Mischungen ist beachtlich. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie strapazierfähig der Rasen sein muss. Mitentscheidend ist natürlich, ob die Lage sonnig oder schattig ist.

Für die meisten Flächen genügt eine gewöhnliche Hausrasenmischung. Solches Saatgut trägt oft Bezeichnungen wie «Allround» und «Universal» und kostet 10 bis 15 Franken pro Kilo.

Daneben gibt es Mischungen für stark strapazierte Sport- und Spielflächen, für kaum beanspruchte Zier- und Englische Rasen sowie für Kräuter- und Blumenwiesen. Wieder andere Mischungen eignen sich wegen schnell wachsender Gräsersorten besonders für die Nachsaat, oder sie sind so zusammengesetzt, dass sie an ausgesprochen schattigen bzw. sonnigen Lagen gut gedeihen.

Im Zweifelsfall lohnt es sich, Fachleute um Rat zu fragen. Denn Rasenarten, die der Nutzung und dem Standort zu wenig angepasst sind, vergrössern den Pflegeaufwand massiv.

22. März 2006 | GERY SCHWAGER


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