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Stühle für Garten und Balkon müssen jedem Wetter trotzen. Doch nicht alle Materialien halten das problemlos aus: Metall ist praktisch unverwüstlich, Holz pflegeintensiv.
Steigende Temperaturen verlocken dazu, selbst kleinste Balkone als zusätzliches Zimmer zu nutzen. Dazu braucht es nebst dem passenden Tisch so richtig einladende Sitzgelegenheiten. Um den richtigen Stuhl zu kaufen, gilt es, vor dem Kauf einiges zu beachten:
- Wozu soll der Stuhl in erster Linie dienen? Zum Essen muss die Rückenlehne nämlich möglichst steil, zum Entspannen möglichst nach hinten geneigt sein. Unter Umständen braucht es einen Kompromiss zwischen den beiden Verwendungszwecken - oder ein verstellbares Möbel.
- Wo steht der Stuhl? Wenn Stühle das ganze Jahr über ungedeckt im Freien stehen, sind Modelle aus Stahl und Aluminium am besten. Ein guter Korrosionsschutz vorausgesetzt, können ihnen Wind und Wetter nichts anhaben. Das gilt weitgehend auch für Plastikmöbel. Nachteil: Die Sonne bleicht den Kunststoff mit der Zeit aus und macht ihn auch spröde.
Wer die Sitzgelegenheiten über den Winter wegräumen möchte oder muss: Achten Sie - je nach vorhandenem Stauraum darauf -, dass die Stühle klapp- oder stapelbar sind.
Holzmöbel benötigen einen gedeckten Platz. Grund: Ohne regelmässige Pflege (siehe auch S. 64) mit im Handel erhältlichen Ölen und Lacken wird jedes Holz unter dem Einfluss von Hitze, Kälte und vor allem Nässe mit der Zeit spröde. Das gilt auch für die häufig als witterungsbeständig bezeichneten Tropenhölzer. Gartenmöbel aus Holz machen deshalb länger Freude, wenn sie im Winter an einem trockenen Platz lagern.
Holzmöbel mit dem FSC-Label garantieren, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und nicht aus Raubbau stammt (siehe K-Tipp 7/05).
(kel/arb)
Beschichtung
Um Stahlmöbel gegen Witterungseinflüsse und Korrosion zu schützen, verwenden die Hersteller zwei Methoden:
- Pulverbeschichtete Möbel fühlen sich kühl und metallisch an. Die Schutzschicht ist relativ dünn und schlag- und kratzempfindlich.
- So genannt sinterbeschichtete Möbel fühlen sich an, als wären sie von einer weichen Kunststoffschicht überzogen. Bei kühlen Temperaturen vermitteln sie ein Wärmegefühl, bei direkter Sonneneinstrahlung werden sie nicht heiss. Die Sinterschicht ist extrem schlagfest.
Gelenke, Scharniere und Rasten
- Achten Sie darauf, dass der Stuhl in aufgeklapptem Zustand sicher arretiert.
- Gute Modelle verfügen über einen Sicherheitsriegel, der ein unabsichtliches Zusammenklappen verhindert.
- Gelenke, Scharniere und Rasten sind Verschleissteile. Sie sollten darum nicht geleimt oder verschweisst, sondern geschraubt und somit leicht ersetzbar sein.
- Fragen Sie nach, ob und wie lange Ersatzteile lieferbar sind.
Abschlusskappen
- Zupfen Sie an jeder Abschlusskappe. Alle Kappen müssen fest sitzen.
- Die Kunststoffkappen an den Füssen dürfen auf harten Böden keinen Abrieb hinterlassen.
- Fragen Sie, ob und wie lange Ersatzteile lieferbar sind. Kaufen Sie keine Kappen auf Vorrat, sie gehen garantiert verloren.
Rückenlehne
- Stühle mit steiler Rückenlehne sind ideal beim Essen. Je schräger die Rückenlehne, desto mehr sind die Stühle fürs Relaxen gedacht.
- Kompromiss: verstellbare Rückenlehne.
Holzstühle
- Möbel aus Holz werden in der Regel mit Ölen und Lacken gegen Witterungseinflüsse geschützt. Beide Methoden können auf Dauer aber Risse im Holz nicht verhindern. Holzmöbel brauchen deshalb regelmässige Pflege. Entsprechende Produkte gibt es im Handel.
- Erkundigen Sie sich, ob das Verkaufsgeschäft einen Reparatur- und Restaurationsservice anbietet.
Armlehnen
- Sie sind eine Frage des Komforts und je nach Tisch auch eine des vorhandenen Platzes. Achten Sie bei der Sitzprobe auf eine passende und angenehme Höhe.
- Holzauflagen auf den Armlehnen machen den Stuhl nässeempfindlich.
Sitzfläche
- Je tiefer die Sitzfläche, desto besser werden die Oberschenkel gestützt.
- Sitzkissen sind kein Muss.
Ein Polster schützt jedoch vor Wind und wärmt an kühlen Abenden.
Beine
- Klappstühle ohne zusätzlich querverbundene Beine stehen nicht stabil.
- Wichtig sind auch Profil und Durchmesser der Stuhlbeine. Dünne Rohre sind für Naturböden ungeeignet.
22. März 2006
