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Man muss nicht gleich eine eigene Fräse kaufen, wenn man ein Holzgestell selbst bauen möchte.
Maschinen sind teuer. Und zum selbst Bauen und Basteln braucht man schnell einige davon. Doch es gibt Alternativen zum Kauf oder zur Miete. Öffentliche Gemeinschaftszentren (GZ) bieten in vielen Fällen einen grosszügigen Service: Gegen eine symbolische Gebühr kann man in modernen und gut ausgestatteten Holzwerkstätten (fast) alles selbst herstellen - und erhält erst noch fachlichen Rat.
«Sie können bei uns sägen, schleifen, kleben und werkeln», empfängt Stefan Diethelm die Besucher der Holzwerkstatt des GZ Seebach in der Stadt Zürich. Für sechs Franken pro halben Tag dürfen sie dort alle Geräte benutzen. Was man kaum schafft, denn in dem hellen, sauberen Raum warten nebst unzähligen Hämmern, Schraubenziehern, Schraubzwingen, Pinseln und Farben auch professionelle Fräsen, Band- und Kreissägen sowie Hobel- und Bohrmaschinen auf ihre Nutzer.
An den grossen Maschinen weist Werkstattleiter Diethelm die Besucher zunächst einmal ein, an der mannsgrossen Bandsäge hängt zur Sicherheit noch eine Checkliste, was bei der Benützung in welcher Reihenfolge zu beachten ist.
Viele kommen ins GZ wegen der technischen Geräte. Andere Besucher aber kommen, um fachmännischen Rat zu holen. In der Holzwerkstatt des GZ Seebach berät der gelernte Feinmechaniker Stefan Diethelm seine kleinen und grossen Kunden mit grösster Geduld und Fachkenntnis. So hilft er den beiden zehnjährigen Buben Noël und Fabian bei den Miniaturmöbeln für ihr elegantes Holzsegelschiff.
Im Regal daneben wartet eine alte Kinderwippe darauf, von ihrem Besitzer und künftigen Grosspapa fertig geflickt zu werden. Beim Fenster steht eine höhenverstellbare Profi-Staffelei, die sich der 17-jährige Ivan gebaut hat. Die Massanfertigung hat den Studenten der Kunsthochschule nur rund 40 Franken an Material gekostet. Eine vergleichbare Staffelei kostet im Fachhandel über 150 Franken.
Allein im Zürcher Stadtgebiet gibt es 18 Gemeinschaftszentren, doch auch ausserhalb der Städte und Agglomerationen finden sich solche Orte.
Zentren von Gemeinden, Pro Juventute und Privaten
Tipp: Am besten fragt man bei der örtlichen Gemeinde- oder Kantonsverwaltung. Finanziert und getragen werden die Zentren meist von der Gemeinde, von der Pro Juventure oder auch von privaten Spendern. Die Gebühren, welche die Nutzer zu entrichten haben, sind niedrig, dazu kommen die Materialkosten. Für grössere Arbeiten können die Profimaschinen auch mal nach Hause ausgeliehen werden.
22. März 2006 | Sandra Willmeroth
