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Artikel | Haus & Garten 2/2006

Die Kunst zu mieten

Wer auch zu Hause Abwechslung mag oder wem das Geld für Original-Kunst fehlt, kann Kunst mieten - für einen Bruchteil des Verkaufspreises.

Kunst kaufen ist nicht jedermanns Sache. Nicht nur, weil Originale professioneller Künstler kaum unter 2000 Franken zu haben sind. Viele zögern auch aus Angst, das teuer erstandene Bild könnte ihnen verleiden oder würde später nicht mehr zum neuen Interieur passen. Solchen Leuten bietet sich die Möglichkeit, zeitgenössische Kunst gegen ein Entgelt auszuleihen.


Keine Schwellenangst und erschwingliche Preise

Zum Beispiel bei Ars Interim in Solothurn. Ein Verein aus Kunstschaffenden und Kunstinteressierten bietet diesen Dienst schon seit über 20 Jahren an. Ziel heute wie damals: Kunstinteressierten die Schwellenangst zu nehmen und es Künstlern zu ermöglichen, ausserhalb des traditionellen Kunstmarkts ihr Schaffen zu erschwinglichen Preisen anzubieten.

Einen ähnlichen Hintergrund haben auch zwei weitere Kunstvermieter der Deutschschweiz: der Zürcher Verein Kunstausleih sowie der letztes Jahr gegründete Ask for Art aus Solothurn.

Bei allen drei kommt der Kunde auf demselben Weg mit den Kunstwerken in Kontakt: Er schaut sich das Angebot auf der Homepage, bei einer Ausstellung der Vermieterorganisation oder direkt im Atelier des jeweiligen Künstlers an und entscheidet sich dann für das eine oder andere Werk.


Mit 200 bis 300 Franken pro Jahr ist man mit dabei

Hat der Kunde gewählt, bezahlt er bei Ars Interim pro Werk und Monat 45 Franken, ab fünf Kunstobjekten sinkt der Preis auf monatlich 40 Franken - unabhängig davon, ob der Verkaufspreis des Kunstwerks 1000 oder 10 000 Franken beträgt. Mit der Einheitsmiete will Ars Interim erreichen, dass auch teure Werke unters Volk kommen.

Anders ist die Preisgestaltung bei den anderen beiden Organisationen: Sie koppeln die Miete an den Verkaufspreis (Ask for Art: 10 Prozent des Kaufpreises pro Jahr; Kunstausleih: 10 bis 20 Prozent). Im Durchschnitt beträgt die Miete bei beiden zwischen 200 und 300 Franken pro Jahr und Werk.

Bei allen drei Organisationen haftet der Mieter für Beschädigung oder bei Diebstahl des Werks. Es empfiehlt sich also, eine entsprechende Privathaftpflicht- und Hausratversicherung abzuschliessen.

Und wächst das Mietobjekt dem Kunden ans Herz, muss er es nach Ablauf der Mietdauer nicht unbedingt hergeben: Die meisten Werke sind käuflich - für Käufer, die sie vorher gemietet haben, zu einem reduzierten Preis.



Wo sie sich ein bild von der mietkunst machen können

- Ars Interim arbeitet derzeit mit 50 Kunstschaffenden aus dem Kanton Solothurn und dessen Nachbarschaft zusammen und bietet insgesamt 250 Werke zur Ausleihe an. Weitere Werke kann der Kunde beim jeweiligen Künstler im Atelier auswählen.
Homepage: www.s11.ch
Ausstellungsraum: Im Künstlerhaus S11, Schmiedengasse 11, 4500 Solothurn.
Kontakt: arsinterim@besonet.ch
- Im Verein Kunstausleih sind derzeit 11 in der Schweiz lebende, zum Teil aber aus dem Ausland stammende Künstler zusammengeschlossen, die insgesamt über schätzungsweise 600 Werke verfügen.
Homepage: www.kunstausleih.ch
Ausstellung: Wechselnde Gruppen- und Einzelausstellungen siehe Homepage.
Kontakt: info@kunstausleih.ch
- Ask for Art bietet Werke von 15 Künstlern aus dem Mittelland an. Im Showroom bei Mobilia (Bielstrasse 14, Solothurn) sind derzeit rund 30 Bilder ausgestellt.
Der Internetauftritt von Ask for Art ist derzeit in Vorbereitung.
Kontakt: erika.burki@bluewin.ch

22. März 2006 | Bennie Koprio


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