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Artikel | K-Tipp 5/2006

Chatten per Handy

Für SMS-Fans gibts eine Alternative: Chatprogramme fürs Handy. Damit kostet eine Nachricht weniger als 1 Rappen. Die Anwendung ist aber eingeschränkt und komplizierter als bei den SMS.

Am Heimcomputer haben sich Chatprogramme («Instant Messengers») längst durchgesetzt. Damit übermittelt man Textnachrichten, die beim Empfänger unmittelbar auf dem Bildschirm erscheinen. Anders als bei einer E-Mail muss man die Nachricht also nicht zeitversetzt abrufen. Die Programme ermöglichen es, auch mit mehreren Leuten gleichzeitig zu plaudern - neudeutsch: zu «chatten».

In der Schweiz ist Chatten vor allem per MSN Messenger beliebt. Das Microsoft-Programm wird laut Angaben des Software-Riesen von rund einer Million vorwiegend Jugendlichen benutzt. Sie sind durchschnittlich 12 Stunden pro Monat online und versenden dabei über eine Milliarde Kurznachrichten. Programm und Anmeldung sind gratis. Der Nutzer bezahlt nur die Internetverbindung. Verbreitet sind weiter die Chatdienste von ICQ, Yahoo und AOL.

Was viele nicht wissen: Inzwischen sind mobile Chatprogramme erhältlich, die die Plauderei via MSN und Co. auch am Handy ermöglichen (siehe Tabelle). Vor allem eifrige SMS-Schreiber können mit den Chatprogrammen enorm viel sparen. Verglichen mit dem SMS-Preis kostet eine Chatnachricht fast nichts.


60 Nachrichten für 10 bis 15 Rappen

Die Rechnung ist einfach und spricht für sich. Anders als bei SMS werden die Textnachrichten beim Chat via GPRS-Datenfunk übermittelt. Der Blick auf die GPRS-Tarife der Telecom-Anbieter zeigt: höchstens 10 bis 15 Rappen kostet eine Datenmenge von 10 Kilobyte. Damit können rund 60 Textnachrichten à 160 Zeichen versandt werden. Zum Vergleich: Für 60 SMS bezahlt man bis zu Fr. 12.-.
Die Chatprogramme laufen auf javafähigen Handys und auf Taschencomputern mit entsprechendem Betriebssystem (Palm, Symbian, Windows). Javafähig sind die meisten aktuellen Standardhandys. Hier lassen sich auch Java-Spiele installieren - derzeit ein lukratives Geschäft für Anbieter. Ältere Modelle können mit den Java-Programmen jedoch Mühe haben.

Dem gewaltigen Preisvorteil steht eine relativ komplizierte Installation gegenüber. Um das Programm direkt aufs Handy zu laden, muss man zuerst via Handy-Internetbrowser den Anbieter aufsuchen. Das heisst: Das Handy muss für den Internet-Zugang eingerichtet sein. Die Zugangsdaten erfährt man auf der Internetseite des jeweiligen Telecomanbieters oder direkt im Laden.

Mit den Freunden per Handy chatten geht aber nur, wenn sie das gleiche Chatprogramm installiert und eingeschaltet haben. Ist ein Nutzer abwesend, kann er nicht kontaktiert werden. Die Nachrichten werden auch nicht wie beim SMS-Dienst hinterlegt. Wegen technischer Beschränkungen ist zudem das Chatten über die Landesgrenzen erschwert - und die GPRS-Gebühren sind weit höher.


Die Chatdienste von Sunrise und Swisscom

Einen eigenen und einfacheren Chatdienst bieten Swisscom und Sunrise an:
- Mit einem Sunrise-Handy gelangt man per Tastendruck auf das mobile Sunrise-Portal, wo der Dienst «Live Chat» bereitsteht. Für Fr. 3.50 monatlich plus GPRS-Gebühren kann man unbeschränkt Nachrichten senden. Allerdings ist der Dienst nur für Sunrise-Kunden.

Pendant für Swisscom-Kunden: «Bluewin Chat» und «Swissfriends». Chatten kostet hier von Fr. 1.50 pro 30 Minuten bis zu 30 Rappen pro Nachricht.

Orange bietet derzeit nichts Vergleichbares an.

Sehr komfortabel chatten lässt sich mit dem «Ogo» der Swisscom. Das aufklappbare Mobilgerät verfügt neben einer vollwertigen Minitastatur auch über einen vorinstallierten MSN Messenger. Möglich ist E-Mailen; SMS können nur empfangen werden. Der Komfort kostet aber happige Fr. 19.- pro Monat, inbegriffen sind alle Übertragungsgebühren innerhalb der Schweiz. Für den Ogo bezahlt man bei Abschluss eines Zweijahresvertrags Fr. 49.-.

08. März 2006 | Rolf Frank - redaktion@ktipp.ch


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