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Artikel | K-Tipp 4/2006

Geld sparen mit ADSL-Teilet

Die meisten ADSL-Anbieter erhöhen gratis das Tempo ihrer Internet-Zugänge. Wer dies nicht braucht, kann seine Kosten verringern.

Geld sparen mit ADSL-Teilet

Heute fliessen vom Internet zum PC 600 Kilobit Daten pro Sekunde (kbps) bei der günstigsten ADSL-Variante. Das entspricht 40 Seiten E-Mails oder mehreren Webseiten pro Sekunde. Ferner reicht das Tempo, um parallel Musik von fünf Internet-Radiostationen zu empfangen.

Ab März wird nun für die meisten ADSL-Kunden das Empfangstempo verdreifacht - aus 600 werden 2000 kbps. Die Abo-Preise bleiben jedoch gleich. Hintergrund des Tempo-Geschenkes ist die Absicht, über ADSL Fernsehen und Filme zu übertragen. Das funktioniert mit vernünftiger Qualität erst ab 2000 kbps. Nur: Für die meisten Surfer ist das neue Tempo ein nettes, aber nutzloses Geschenk.


Vier Rechner pro Kabel - kein Problem

Beim Surfen wird der Seitenaufbau kaum schneller, weil dieser auch von zahlreichen anderen Faktoren abhängt. Wer ein ADSL-Abo zahlt, hat also Bandbreite zu verschenken. Ein ADSL-Anschluss lässt sich problemlos von mehreren Computern nutzen.

Dazu wird statt eines üblichen Modems eines mit Mehrfachstecker (Router) installiert. An dieses Kästchen können dann vier Rechner pro Kabel angeschlossen werden. Verfügt die ADSL-Box gar über ein Funkmodul (WLAN), lassen sich praktisch unbeschränkt viele PCs drahtlos anschliessen. Jeder Rechner, der dann ins Web soll, benötigt ebenfalls WLAN. Ein solches Modul ist so gross wie ein Plastikfeuerzeug, kostet unter 100 Franken und wird einfach in die USB-Dose gesteckt. Notebooks sind meist schon mit WLAN ausgerüstet.

Dank Funk-LANs muss man bei nachbarschaftlicher Nutzung nichts verkabeln. Und wer einige wenige Regeln beachtet, kann seine «ADSL-Teilet» sicher betreiben. Die modernen Funknetzwerke haben in Gebäuden eine Reichweite von bis zu 30 Metern und durchdringen oft mehrere Wände.

Die Verbindung über mehrere Stockwerke lässt sich verbessern, wenn Sender und Empfänger in Fensternähe stehen, weil dann das Signal von anderen Gebäuden reflektiert wird.

Kommt die Verbindung zwischen zwei Wohnungen nicht zu Stande, können so genannte Repeater als Zwischenstationen fungieren und die Funkreichweite verdoppeln. Alle beteiligten Funkgeräte müssen dann WDS (Wireless Distribution System) unterstützen.

Alternativ und ohne Elektrosmog lassen sich zwei Wohnungen auch per LAN-Kabel verbinden. PCs über mehrere Wohnungen hinweg via Strom zu vernetzen, ist möglich, kann aber technisch kompliziert sein.


ADSL-Sharing: «Nicht explizit verboten»

Und wie stellen sich die Internetanbieter zum ADSL-Sharing? An die grosse Glocke hängen wollen sie es nicht. Bei Bluewin, Sunrise und Tele2 heisst es aber unisono, diese Sparmöglichkeit sei «nicht explizit verboten». Einzig Cablecom hält fest, dass laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Weitergeben der Dienstleistungen oder von Teilen davon (Kleinproviding) an Nutzer ausserhalb der Wohnung bzw. Liegenschaft nicht erlaubt sei.



Ein Anschluss, mehrere Surfer: Das müssen Sie wissen

Internet-Sharing bedingt ein gutnachbarschaftliches Verhältnis. Die Gründe:

- Der ADSL-Abonnent hat die Kontrolle über die Anschlussbox. Er kann den Gast nicht nur jederzeit abklemmen, sondern mit einigem technischem Wissen auch dessen Web-Verkehr belauschen. Die Lauschmöglichkeiten haben allerdings auch die Provider.
- Alle PCs sind im gleichen Netzwerk. Die freigegebenen Ordner müssen also mit Passwörtern gesichert werden. Andererseits riskiert auch der Abo-Inhaber Ärger, wenn der Nachbar via Internet Schabernack anrichtet oder gar kriminelle Handlungen begeht.
- Letztlich können sich die Nachbarn auch gegenseitig ausbremsen, wenn ein Teilnehmer durch den Down-load riesiger Dateien die Bandbreite des ADSL-Anschlusses voll belegt.

Die Sicherheit lässt sich problemlos erhöhen:
- Grundsätzlich sollten Sie die Verschlüsselungsfunktionen des Funknetzes aktivieren.
- Will man vertraulich surfen, nutzt man den Gratis-Dienst Jap (anon.inf.tu-dres den.de). Er verschlüsselt alle Daten bereits am PC.
- Eine komfortable und noch sicherere Variante bieten spezielle Router, die mehrere «Familien-Netzwerke» digital trennen.

Beim DrayTek Vigor 2610 (rund 350 Franken) lassen sich die Netze von bis zu vier Nutzern separieren. Gleichzeitig kann man sicherstellen, dass jeder eine garantierte Bandbreite hat und man sich nicht gegenseitig ausbremst.

22. Februar 2006 | Kurt Haupt - redaktion@ktipp.ch


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