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1 In welcher Form ist ein Testament gültig?
Es muss von Anfang bis Ende von Hand geschrieben sein. Datum und Unterschrift dürfen nicht fehlen. Man kann es jederzeit abändern oder durch ein neues ersetzen. Gültig ist immer das letzte.
2 Worin unterscheiden sich Testament und Erbvertrag?
Ein Erbvertrag muss im Gegensatz zum Testament bei einem Notar öffentlich beurkundet werden. Eine Änderung ist nur möglich, wenn alle Vertragsparteien einverstanden sind.
3 Ist ein Erbvertrag nach der Scheidung immer noch gültig?
Nein, ausser die Ehepartner haben dies im Erbvertrag ausdrücklich so geregelt.
4 Wie kann man seinen Ehegatten maximal begünstigen?
Kinder und Eltern können per Testament auf den Pflichtteil gesetzt und der Rest der Erbschaft dem Gatten zugesprochen werden. Zusätzlich kann beim Notar in einem Ehevertrag geregelt werden, dass der überlebende Partner das während der Ehe angesammelte Vermögen vollumfänglich erhält.
5 Wie kann der Konkubinatspartner optimal berücksichtigt werden?
Das Wichtigste ist die Aufsetzung eines Testaments. Darin kann der Partner als Erbe eingesetzt werden. Allenfalls sind Pflichtteile von Kindern oder Eltern zu berücksichtigen. Nicht vergessen werden dürfen neben der Erbschaft die Versiche rungsguthaben: Im Rahmen der zweiten und dritten Säule kann der Partner als Begünstigter eingetragen werden. Dasselbe gilt für eine Todesfall-Risikoversi-cherung. Die daraus ausbezahlten Summen fallen nicht in die Erbschaft.
6 Dürfen Väter ihren Freundinnen das gesamte Vermögen verschenken?
Zu Lebzeiten darf jeder mit seinem Vermögen machen, was er will. Aber: Schenkun- gen, die in den letzten fünf Jahren vor dem Tod vorgenommen werden, können von den Erben angefochten werden, wenn deren Pflichtteile verletzt wurden. Ausnahme: kleinere Gelegenheitsgeschenke.
7 Kann ein Lediger ohne Nachkommen seine Geschwister enterben?
Ja. Anspruch auf einen Pflichtteil haben nur Ehegatten, Nachkommen oder Eltern. Fehlen solche Pflichtteilsberechtigte, kann in einem Testament frei über den Nachlass verfügt werden. Ohne ein Testament geht das Erbe an die Verwandten.
8 Was passiert mit der Erbschaft, wenn die Kinder vor den Eltern sterben?
Haben die Kinder Nachkommen, sind diese erbberechtigt. Andernfalls geht die Erbschaft an die Eltern. Per Testament kann über einen Teil frei verfügt werden. Die Pflichtteile von Eltern und Kindern sind aber zu berücksichtigen.
9 Wie löst man eine Erbengemeinschaft definitiv auf?
Alle Erben bilden zusammen eine Gemeinschaft. Jedes Mitglied kann jederzeit eine Teilung verlangen. 10 Wer muss eine Rechnung bezahlen, die erst nach der Erb-teilung gestellt wird? Nach der Teilung haftet jedes Mitglied der Erbengemeinschaft noch fünf Jahre lang solidarisch mit den Miterben für allfällige Erbschaftsschulden.
hrs
TESTEN SIE IHR WISSEN
1. Darf der Arbeitgeber die Ferien kürzen, wenn ein Angestellter längere Zeit krank war?
a) Ja, falls es so im Arbeitsvertrag steht.
b) Ja, sofern die Krankheit mindestens zwei Monate gedauert hat.
c) Nein, Ferien sind heilig.
2. Muss vor einer Betreibung zwingend einmal gemahnt werden?
a) Ja.
b) Nein, einmal ist keinmal. Es braucht eine zweite Mahnung.
c) Nein, man kann jeden jederzeit betreiben - ohne Grund und deshalb auch ohne jede Mahnung.
3. Erben aussereheliche Kinder immer gleich viel wie eheliche Kinder?
a) Ja.
b) Nein, uneheliche Kinder erben nur die Hälfte.
c) Nein, es kommt darauf an, ob sie auch noch vom ausserehelichen Elterrnteil erben können.
4. Kann ein Kunde Waren nach dem Kauf umtauschen, wenn nichts anderes auf dem Kassabon steht?
a) Nein.
b) Ja, aber nur in der Originalverpackung.
c) Ja, innert fünf Tagen.
15. Februar 2006
