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Artikel | K-Tipp 3/2006

So gibt man ein gutes Bild ab

Digitale Marktplätze für Hobbyfotografen: Wers richtig anstellt, kann seine guten Bilder zu Geld machen.

Das Foto vom Mondaufgang über der griechischen Insel Santorin hat Postkarten-Qualität. Und auch die Bilder vom Karneval in Venedig könnten von einem Profi sein. «Warum meine besten Fotos nicht im Internet verkaufen?», fragte sich Hans Pfleger aus Eichenzell (D) vor einem Jahr. Heute bietet der Hobbyfotograf über die Online-Agentur Panthermedia rund 700 digitale Bilder an. Davon hat er bisher 30 verkauft und dafür umgerechnet gegen 600 Franken eingenommen. «Für ein neues Objektiv reicht das allemal», freut sich Pfleger.

Waren Bildagenturen lange Zeit nur professionellen Fotografen zugänglich, ändert das Internet nun auch dies. Denn inzwischen gibt es Online-Marktplätze für digitale Fotos, die auch Amateur- und Hobbyfotografen offen stehen. Doch nicht jeder Marktplatz ist gleich: Die einen zielen ab auf Qualität, andere auf den Massenverkauf.

Bei der Agentur panthermedia.de ist die Registrierung gratis. Man kann unbegrenzt Bilder heraufladen, sofern man sie zum Verkauf freigibt. Die Verkaufspreise richten sich nach der Fotogrösse: Für ein kleines, bildschirmoptimiertes Foto zahlt ein Käufer rund Fr. 7.30, für ein Foto im A4-Format in Druckqualität knapp Fr. 75.- (plus Mehrwertsteuer). Der Fotograf erhält von jedem verkauften Bild die Hälfte des Nettopreises.
Der Käufer darf ein Foto meist uneingeschränkt verwenden. Typische Käufer sind zum Beispiel kleinere Firmen, die Fotos für Präsentationen, Broschüren und Projektdokumentationen brauchen.


Billigst-Agenturen: Mickrige 20 Prozent

Agenturen wie Panthermedia eignen sich vor allem für Einsteiger. Lukrativer sind Bildagenturen mit höheren Qualitätsansprüchen - in der Schweiz etwa imagepoint. biz, whitelife.com und pixxle. com. Amateure, die in die Datenbank aufgenommen werden wollen, müssen vorab ihre besten Arbeiten zur Begutachtung heraufladen. Auch hier erhalten Fotografen die Hälfte des Netto-Verkaufspreises. Je nach Verwendungszweck liegt er zwischen 20 und 600 Franken pro Foto.

Wenig schaut für Hobbyfotografen bei Billigst-Agenturen heraus. Hier werden Bilder für maximal 4 Franken verkauft. Davon erhält der Fotograf mickrige 20 Prozent abzüglich Überweisungsspesen. Glaubt man den Kritiken in einschlägigen Internet-Foren, finden gute Fotos zwar schnell Dutzende Käufer, doch Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis.



Das müssen Einsteiger wissen

Seriöse Online-Bildagenturen informieren auf ihrer Webseite über folgende Punkte (Allgemeine Geschäftsbedingungen):
- verlangte Bildauflösungen und -grössen
- gesuchte und verpönte Motive
- gestalterische Anforderungen (Lichtführung, Ausschnittwahl etc.)
- Modalitäten der Abrechnung und allfällige Gebühren
Rechtliches:
Die übliche Beteiligung am Nettoumsatz beträgt 50 Prozent; planen Sie für das Heraufladen (Upload) eines Bildes fünf Minuten ein; Voraussetzung dafür ist ein schneller Breitband-Internetzugang.
Bieten Sie ein Foto über eine Agentur zum Verkauf an, gilt:
- Das Urheberpersönlichkeitsrecht bleibt beim Fotografen; der Käufer erwirbt das Recht, das Bild zu verwenden. Es gibt zwei Arten, Bilder zu nutzen:
1. Für einen Pauschalpreis erwirbt ein Käufer das Recht, ein Bild beliebig oft und zeitlich unbeschränkt zu nutzen. Die meisten Online-Agenturen bieten Bilder nur auf diese Weise an.
2. Der Käufer darf ein Bild nur einmalig für einen bestimmten Zweck nutzen. Der Preis richtet sich dabei nach Bildgrösse, Auflage und Branche. Gegen einen höheren Preis kann der Käufer die unbeschränkten Nutzungsrechte erwerben.
Gewisse Motive können aus Gründen des Persönlichkeitsrechts nicht kommerziell genutzt werden. So dürfen beispielsweise Bilder von Privatpersonen nicht ohne deren Einwilligung weitergegeben werden. Holen Sie in solchen Fällen unbedingt die Erlaubnis der betroffenen Personen ein! Andernfalls drohen Klagen.

08. Februar 2006 | Rolf Frank - redaktion@ktipp.ch


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