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Artikel | K-Geld 1/2006

Günstigste Fonds: Kopien des Index

Wer von der guten Börsenstimmung profitieren will, sollte sich den Kauf von Indexfonds überlegen. Sie sind meist erfolgreicher und immer günstiger als herkömmliche Aktienfonds.

Beim Investment in Anlagefonds gleicht die Auswahl oftmals einem Roulettespiel - denn der Anleger weiss nicht, ob er auf einen künftigen Gewinner oder Verlierer setzt.

Wer Glück hat, kann überdurchschnittliche Gewinne einfahren. Diese Fonds sind jedoch in der Minderheit, wie eine Studie des Fondsanalysehauses E-fundresearch. com zeigt: In den letzten zehn Jahren schnitten nur 8 Prozent der Europa-Aktienfonds besser ab als der Aktienindex MSCI Europe.

Bei den globalen Aktienfonds konnten 21 Prozent der Fondsmanager den Vergleichsindex schlagen. Basis der Untersuchung bilden alle Aktienfonds, die in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind.


Fondsrating: Nur wenig aussagekräftig

Zwar erheben die Fondsrating-Agenturen mit ihren Vergleichslisten und Noten den Anspruch, Orientierungshilfe beim Auswählen aussichtsreicher Fonds zu geben. Doch ihre Prognoseleistung ist sehr begrenzt.

Das deutsche Institut für Fondsanalyse hält Fondsratings für wenig aussagekräftig. Es beruft sich auf eine Untersuchung in den USA, nach der die Wertentwicklung eines Fonds schon kurze Zeit nach dem Erhalt einer guten Ratingnote oftmals signifikant nachlasse.

Für Anleger, die hoch bezahlten Fondsmanagern und Rating-Analysten nicht trauen, gibt es indes mit den Indexfonds das passende Produkt. Die Überlegung der Anbieter ist einfach: Die Zusammensetzung des Fonds bildet immer möglichst genau den Inhalt eines Aktienindex ab, die Überwachung der Fondsmischung erfolgt weitgehend automatisiert.

Als Gegenleistung für den Verzicht auf eine aktive Aktienauswahl bekommt der Anleger Vergünstigungen bei der jährlichen Verwaltungsgebühr.

Eine Besonderheit bieten jene Indexfonds, die als so genannte Exchange Traded Funds oder ETF an der Börse gehandelt werden. Die Fondsanteile werden hierbei nicht über Vermittler beim Anbieter erworben und bei der Auflösung des Guthabens wieder an die Fondsgesellschaft zurückgegeben, sondern wie Aktien an der Börse gekauft und verkauft.

Die in Europa erst seit fünf Jahren existierenden börsenkotierten Indexfonds führen bislang noch eher ein Nischendasein: Das Volumen der an der Zürcher Börse kotierten Indexfonds liegt bei rund 25 Milliarden Franken, das Gesamtvolumen der in der Schweiz vertriebenen Aktienfonds bei rund 150 Milliarden Franken.

Geschäftsführer Matthäus Den Otter von der Swiss Funds Association weist darauf hin, dass dieses Anlageinstrument derzeit mehr von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen oder Versicherungen als von Privatanlegern genutzt werde. «Das wird sich aber mit Sicherheit ändern, je bekannter diese Produkte im Markt werden.»
Vor allem die niedrigen Verwaltungsgebühren sprechen für die Indexfonds. Während bei aktiv gemanagten Aktienfonds jährlich 1 bis 2 Prozent des Fondsvermögens als Verwaltungsgebühr abgezweigt wird, machen Gebühren bei günstigen Indexfonds weniger als 0,5 Prozent aus.


Keine Ausgabekommission für Indexfonds

Dabei kommt dem Anleger die Tatsache zugute, dass bei populären Aktienindizes wie SMI (Schweiz), Stoxx (Europa) oder Euro Stoxx (Euro-Länder) mehrere Fondsanbieter um die Gunst der Kunden konkurrieren.

«Je verbreiteter der Index, umso grösser der Wettbewerb unter den Anbietern und umso wettbewerbsfähiger die Verwaltungsgebühren», stellt Den Otter fest. Ausgabekommission kennt diese Fondsgattung auch keine.
Allerdings sollte der Anleger Kostenfaktoren beachten, die oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. So gelten bei An- und Verkauf unterschiedliche Kurse - wer bei identischem Indexstand einen Fondsanteil kauft, muss dafür geringfügig mehr zahlen als auf der Gegenseite der Verkäufer des Anteils gutgeschrieben bekommt.

Diese Spanne, im Börsenjargon auch Geld-Brief-Spanne oder Spread genannt, ist das Salär des vermittelnden Maklers. Je nach Index, Börsenphase und Handelsvolumen liegen die Spreads bei etwa 0,2 bis 1,0 Prozent, in Ausnahmefällen können sie auch höher sein.


Ungeeignet für regelmässiges Sparen

Dabei gilt auch hier: Je öfter der Fonds gehandelt wird und je populärer der Index ist, umso geringer fällt die Spanne aus.

Dazu kommen die banküblichen Spesen für Wertpapieraufträge und Depotführung.

Ein Manko haben die börsenkotierten Indexfonds dennoch: Sie sind fürs regelmässige Sparen nicht geeignet. Zwar liesse sich rein theoretisch durch den monatlichen Kauf einzelner Anteile ein Sparplan simulieren. Weil jedoch bei jeder Transaktion Gebühren anfallen, wäre bei diesem Vorgehen die Kostenquote unverhältnismässig hoch.



Für Europa- und USA-Investitionen besonders interessant

Je kleiner die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein aktiv gemanagter Fonds den Index schlagen kann, desto eher sollte man sich für einen Indexfonds entscheiden. Der Erfolg der aktiven Manager ist je nach Anlageregion sehr unterschiedlich: Bei Schwellenländer-Fonds liegt die Erfolgsquote fast sechsmal so hoch wie bei Europa-Fonds.

Quote der Fondsmanager, die den Index über zehn Jahre schlagen konnten:

01. Februar 2006 | Thomas Hammer


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