SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | K-Geld 1/2006

Über 180 000 Prozent Zins

Unglaubliche 180 400 Prozent Zins verlangte die Kreditkartenfirma Swisscard von einem Kunden, weil er 30 Rappen zu wenig bezahlt hatte.

Es begann mit einem Schreibfehler: K-Geld-Leser Hans J. Schwass aus Bernex GE wollte seine Kreditkartenrechnung über Fr. 5535.50 zahlen, verschrieb sich aber auf dem Einzahlungsschein und zahlte deshalb 30 Rappen zu wenig.

Die Quittung der Kreditkartenfirma Swisscard folgte sogleich. Sie verlangte einen Verzugszins von Fr. 22.55. Den Zins berechnete sie nicht etwa auf den ausstehenden 30 Rappen, sondern auf den gesamten Fr. 5535.50. Macht auf dem ausstehenden Betrag eigentlich einen Zins von 180 400 Prozent pro Jahr.

Besonders stossend: Die Zinsberechnung der Swisscard ist nicht etwa ein Fehler - sie hat System. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen heisst es ausdrücklich, dass der Zins jeweils auf dem ganzen Rechnungsbetrag berechnet werde.
Als «absolut unzulässig» bezeichnete der Zürcher Uniprofessor Heinrich Honsell diese Praxis vor bald eineinhalb Jahren gegenüber dem K-Tipp. «Weil das dazu führt, dass der Kunde mehr als den gesetzlichen Höchstzins von 15 Prozent bezahlen muss.» Ungültig seien solche Klauseln auch, weil sie ungewöhnlich sind.

Anders tönt es bei Swisscard. «Wir sind klar der Meinung, dass unsere Zinsberechnung gesetzeskonform ist», sagt Sprecher Urs Knapp.

Ganz so sicher sind sich die Swisscard-Verantwortlichen vielleicht aber doch nicht. Jedenfalls erliessen sie Hans J. Schass den Verzugszins, nachdem er reklamiert hatte.

01. Februar 2006 | Marco Diener


Beitrag als PDF
Über 180 000 Prozent Zins
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Corner Bank: Teure und überflüssige Versicherung Irreführende Klauseln für Eurocard-Besitzer «Für Diebe ein gefundenes Fressen»
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten