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Artikel | K-Tipp 01/2006

Handytarife: Prepaid schlägt Abos

M-Budget und Cablecom Mobile sind die Sieger im Handytarif-Vergleich für Inlandgespräche. Und: Wer pro Tag weniger als 11 Minuten telefoniert, fährt mit Prepaid am besten.

Handytarife: Prepaid schlägt Abos

Punkto Handytarife war 2005 ein Wahnsinnsjahr», sagt Ralf Beyeler, Telefoniespezialist beim Internet-Vergleichsdienst Comparis. Endlich habe der Wettbewerb zu spielen begonnen und die Preise ins Rutschen gebracht - wenn auch noch nicht so ausgeprägt wie im nahen Ausland.

Im letzten Sommer hatten Coop und Migros günstige Prepaid-Angebote lanciert. Weitere kamen von Tele2 und Sunrise. Und kurz vor Weihnachten läutete Cablecom eine neue Runde im Preiskampf ein. Prepaid-Kunden können nun für 37 Rappen pro Minute telefonieren - vor einem Jahr kostete die Minute 69 Rappen. Im Vergleich zum Ausland ist das aber noch immer teuer: So zahlt man etwa in Deutschland nur 22 Rappen pro Minute.
Bei den Abos sind die Preise ebenfalls stark gesunken. Mit dem Swisscom-liberty-Abo zum Beispiel kosten Telefonate bis zu einer Stunde aufs Mobile- und aufs Festnetz der Swisscom nur noch 50 bis 70 Rappen. Der Nachteil für die Kunden: Die Auswahl an Abo- und Prepaid-Angeboten ist total unübersichtlich. Deshalb liess der K-Tipp die monatlichen Kosten für vier Benutzerprofile durchrechnen (SMS-Freak, Gelegenheitsbenutzer, Plaudertasche und Dauertelefonierer; siehe Tabellen unten).

Bei einem früheren Vergleich (K-Tipp 16/03) war Sunrise als klarer Sieger hervorgegangen (Abos und Prepaid). Jetzt machen sich in drei von vier Kategorien die Prepaid-Angebote von Cablecom Mobile und M-Budget den ersten Platz streitig. Bei den Dauertelefonierern (11 Stunden pro Monat) hingegen haben Abos die Nase vorn.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Gelegenheitsbenutzer - monatlich 45 Gesprächsminuten und 30 SMS - zahlen Prepaid mit M-Budget und Cablecom Mobile weniger als 20 Franken. Wer vor allem längere Telefonate führt, fährt mit Swisscom Natel easy liberty noch besser. Zum Vergleich: 2003 war Sunrise Pronto als kategorienbester Anbieter knapp doppelt so teuer - ist seither aber nicht günstiger geworden.

- Prepaid-Angebote laufen den Abos immer mehr den Rang ab - auch wenn jemand häufig telefoniert. Beim Angebot für Plaudertaschen zum Beispiel belegen fünf Prepaid-Angebote die Spitzenplätze. 2003 lagen bei diesem Benutzerprofil noch fünf Abos in Führung.


Abo lohnt sich nur für Viel-Telefonierer

Für wen lohnt sich denn nun ein Abo? Ralf Beyeler von comparis schätzt: für alle, die sicher 5,5 Stunden pro Monat bzw. 11 Minuten pro Tag telefonieren. Die Mehrheit der Abonnenten telefoniert weniger, würde also viel Geld sparen, stiegen sie auf Prepaid um.

Doch Prepaid-Kunden sind noch immer in der Minderheit. Bei Swisscom liegt ihr Anteil bei 42 Prozent. Sunrise und Orange geben dazu keine Auskunft. Orange verspricht zwar der Kundschaft, sie würde mit dem Produkt Optima automatisch am preiswertesten telefonieren - allerdings wird das günstigste Prepaid-Angebot Orangeclick nicht mit einbezogen.

Offensichtlich haben die Telefongesellschaften kein Interesse, dass ihre Kunden von den teuren Abos auf Prepaid umsteigen. Mit dem Verkauf neuer Handys zu stark reduzierten Preisen und Abos mit langer Vertragsdauer versuchen sie nach wie vor, Kunden langfristig an sich zu binden. Comparis hat berechnet:
9 von 10 Handybenützern telefonieren mit einem zu teuren Angebot. Sie bezahlen pro Jahr insgesamt 1,7 Milliarden Franken zu viel.

Sparen kann man nicht nur mit dem Wechsel zu einem anderen Anbieter, sondern oft auch, wenn man ein anderes Angebot des bisherigen Providers wählt. Zum Beispiel zahlen laut Comparis allein Swisscom-Mobile-Kunden rund 670 Mio. Franken pro Jahr zu viel, weil sie auf das falsche Angebot setzen.



So wurde gerechnet

Der Tarifvergleich ist topaktuell (Stichtag 6. Januar). Pro Gesprächsprofil (Tabellen rechts) sind die 12 günstigsten Angebote aufgelistet, Abokosten inbegriffen.

Das Berechnungsmodell: Die Hälfte der Anrufe geht ins Fixnetz, der Rest verteilt sich aufs Mobilfunknetz von Swisscom (30 Prozent), Sunrise und Orange (je 10 Prozent). Tageszeiten und Wochentage spielen bei den Gesprächskosten kaum mehr eine Rolle.

Das günstigste Angebot für Sie persönlich berechnen Sie am einfachsten über www.comparis.ch. Dort findet sich auch eine Tarifübersicht aller Anbieter.

11. Januar 2006 | Stephan Dietrich - stephan.dietrich@ktipp.ch


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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