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Die Säule 3a ist ein gutes Mittel, um Steuern zu sparen. Bei der Rendite unterscheiden sich die Säule-3a-Konten aber deutlich. Und von 3a-Versicherungspolicen ist grundsätzlich abzuraten.
Das Jahr 2005 ist ein hervorragendes Aktienjahr. Von den steigenden Kursen profitieren auch die Vorsorgegelder auf 3a-Wertschriftenkonten, namentlich auf Konten mit hohem Aktienanteil von 40 bis 50 Prozent.
Ein 3a-Wertschriftenkonto wirft im Unterschied zu einem klassischen 3a-Zinskonto keinen festen Zins ab. Das Geld wird wie bei einem Anlagefonds in unterschiedliche Kategorien wie Aktien, Obligationen und Immobilien investiert. Entsprechend stark schwanken die jährlichen Renditen der Wertschriftenkonten.
Man unterscheidet drei Arten von 3a-Wertschriftenkonten: Konten mit defensiver (weniger als 20 Prozent Aktien), ausgewogener (bis 35 Prozent Aktien) und offensiver Anlagestrategie (bis 50 Prozent Aktien, mehr ist nicht erlaubt).
Die Konten mit offensiver Strategie warfen in den ersten zehn Monaten 2005 eine Rendite von 9 bis 10 Prozent ab. Spitzenreiter war mit 11,57 Prozent das Wertschriftenkonto BVG-Diversifikation 3 der Kantonalbanken-Tochter Swisscanto (siehe Tabelle «Wertschriftenkonten»).
Die kurzfristige Rendite ist bei der Säule 3a aber wenig entscheidend. Das Geld bleibt im Normalfall ja bis zum Pensionsalter blockiert.
Längerfristig lohnt sich das Vorsorgesparen mit Wertschriften erst recht. Trotz der Börsenkrise zu Beginn des Jahrzehnts rentierten Wertschriftenkonten seit Anfang 1995 besser als reine Zinskonten (siehe Tabelle «Zinskonten», rechts unten). Einzig das Produkt Fiscainvest 12 der UBS erreichte mit 2,83 Prozent eine schlechtere Rendite als das Zinskonto der Migrosbank (3,11 Prozent).
Mixta Optima 25: Gutes Produkt der Regionalbanken
Die beste Rendite bei mässigem Risiko erzielte seit Anfang 1995 das bei Regionalbanken erhältliche Produkt Mixta Optima 25. Es verfolgt eine ausgewogene Anlagestrategie und erzielte trotzdem in allen drei Berechnungsperioden eine Rendite, die jener von Konten mit offensiver Strategie in nichts nachsteht.
Ein hoher Aktienanteil zahlt sich also auch längerfristig nicht in jedem Fall mit höherer Rendite aus. Zudem verlieren Produkte mit hohem Aktienanteil bei sinkenden Aktienkursen deutlich an Wert. Je höher der Aktienanteil, desto grösser sind die Wertschwankungen. Absolut gefeit vor Kursverlusten ist man nur mit einem Zinskonto.
«In den letzten Jahren vor der Pensionierung oder bei absehbarem Vorbezug für Wohneigentum sollte man deshalb sein Geld auf ein verzinstes 3a-Konto umschichten», empfiehlt Vorsorgeexperte Nicola Waldmeier vom VZ Vermögenszentrum in Zürich.
Dieser Transfer von einem Wertschriften- auf ein Zinskonto und zurück ist bei den meisten Banken jederzeit gratis oder ohne nennenswerte Gebühren möglich. Wer die Börsen- und Zinsentwicklung verfolgt, kann also mit gezieltem Umschichten zwischen Zins- und Wertschriftenkonto die Rendite über die Jahre weiter verbessern.
Auch wenn das Jahr 2005 durchaus positive Spuren in den Wertschriftenkonten hinterlässt: Aufgrund der Börsenentwicklung wäre eine bessere Rendite möglich. Der Pictet-BVG-25-Index, der nach den Vorgaben der Säule 3a erstellt wurde und als Massstab für Wertschriftenkonten mit ausgewogener Strategie dient, hat seit Januar 2001 eine jährliche Performance von 3,5 Prozent erzielt. Und der Pictet-BVG-40-Index, Massstab für Konten mit offensiver Strategie, eine solche von 2,7 Prozent. Beide Indizes schlagen die meisten Wertschriftenkonten deutlich. Deren im Verhältnis schlechte Rendite ist vor allem auf mangelnden Wettbewerb zurückzuführen. Die Banken verkaufen nämlich nur eigene Produkte.
Das führt zu Intransparenz und überhöhten Kosten. Die UBS zum Beispiel belastet Wertschriftenkonten mit 1,6 Prozent jährlichen Gebühren, die Credit Suisse mit 1,2 Prozent.
Enge Vorschriften
Die Säule 3a steht allen AHV-Pflichtigen offen. Die Maximaleinzahlung beträgt für Mitglieder einer Pensionskasse Fr. 6192.- (2005 und 2006). Wer keiner Pensionskasse angehört, darf maximal 20 Prozent seines AHV-Lohns, höchstens aber Fr. 30 960.- einzahlen.
Das Kapital ist bis fünf Jahre vor dem Pensionierungsalter blockiert, ausser
- zur Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum sowie zur Abzahlung von Hypotheken (alle fünf Jahre),
- bei Invalidität oder Tod,
- beim definitiven Verlassen der Schweiz,
- beim Wechsel zu selbständiger Tätigkeit.
Die Steuerprogression bei der Auszahlung lässt sich brechen, indem man maximal fünf 3a-Konten eröffnet, die man in den fünf Jahren vor der Pensionierung gestaffelt auflöst.
Hände weg von Vorsorgepolicen!
Auch Versicherungen verkaufen steuerbegünstigte Säule-3a-Produkte, so genannte Vorsorgepolicen. K-Geld rät vom Kauf ab.
Wie die Banken unterscheiden auch die Versicherungen zwischen reinen Zinsprodukten und Wertschriftenprodukten in der Säule 3a. Zinsprodukte nennt man auch gemischte Lebensversicherung oder Sparversicherung. Wertschriftenprodukte führen oft die Bezeichnung fondsgebundene Lebensversicherung.
All diese Produkte legen nur einen Teil des einbezahlten Betrages an. Mit einem zweiten Teil finanzieren sie einen Todesfallschutz für die Hinterbliebenen und eine Prämienbefreiung bei Krankheit oder Invalidität. Und ein dritter, nicht unwesentlicher Teil des einbezahlten Geldes wird für Verwaltungskosten abgezweigt.
Weitere Punkte sprechen gegen Vorsorgepolicen:
- Der Schutz für Hinterbliebene oder bei Invalidität lässt sich mit einer separaten Todesfall- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeitspolice flexibler versichern.
- Die vertraglich vereinbarte Prämie muss man Jahr für Jahr entrichten. Ist man dazu einmal nicht bereit oder nicht mehr in der Lage, muss man die Versicherung prämienfrei stellen lassen. Das ist mit hohen finanziellen Einbussen verbunden.
- Wer sich das Guthaben zum Beispiel für den Erwerb von Wohneigentum vorzeitig auszahlen lassen will, erhält nur den Rückkaufswert der Versicherung. Der Risikoteil der Versicherung sowie Abschluss- und Verwaltungskosten sind verloren.
- Die Versicherungsgesellschaften werben für ihre Produkte mit einem garantierten Mindestzinssatz, der über jenem der Banken liege, und mit Überschussanteilen. Verzinst wird aber nur der Sparteil der Police, die Rendite ist insgesamt eher tiefer als bei den Banken. Und der Überschussanteil ist nicht garantiert und fällt häufig viel tiefer aus als prognostiziert.
«Berater, die jungen Singles eine 3a-Sparversicherung aufschwatzen, handeln nicht im Interesse ihrer Kunden, sondern haben vor allem die eigene Verkaufsprovision im Auge», sagt Nicola Waldmeier vom VZ Vermögenszentrum.
14. Dezember 2005 | Fredy Hämmerli, Philipp Lütscher
