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Artikel | Gesundheits-Tipp 12/2005

Weihnachtsschmuck - Bitte nicht essen!

Auf dem Tisch liegt ein prächtiger Adventskranz - ausgestattet mit Eibenzweigen, Thuja und Buchsbaum. Doch aufgepasst: Diese Pflanzen sind für Kinder gefährlich.

Weihnachtsschmuck - Bitte nicht essen!

Die Stimme der Mutter am Telefon klingt aufgeregt: «Mein Sohn hat drei oder vier Stechpalmen-Beeren gegessen.» Besorgt hat sie die Notrufnummer des Schweizerischen Tox-Zentrums gewählt. Doch für einmal können die Fachleute Entwarnung geben. «Es sind keine Massnahmen nötig», beruhigen sie die Mutter. Der Junior werde mit leichtem Bauchweh und Übelkeit davonkommen.

Doch so glimpflich laufen nicht alle Vergiftungen durch Pflanzen ab. Sie können sogar lebensgefährlich sein. Gerade in der Adventszeit müssen Eltern aufpassen. Denn viele der Pflanzen, mit denen man die Wohnung schmückt, sind giftig. Dazu gehören der Weihnachtsstern, Christrosen, Mistel- oder Eibenzweige (siehe Tabelle).


Nadeln und Samen der Eibe sind sehr giftig

Bei den meisten von ihnen ist die ganze Pflanze giftig: von den Blättern über die Beeren bis zum Holz. Eine Ausnahme bildet die Eibe. Das süssliche Fruchtfleisch der roten Beeren ist nicht gefährlich. Doch aufgepasst beim harten, schwarzen Samen, der in der Beere steckt: Zerbeisst man ihn, ist er sehr giftig. Das gilt auch für die Nadeln der Eibe. Sie enthalten herzschädigende Stoffe. Bei Kleinkindern reichen 10 bis 15 der praktisch geschmacklosen Nadeln für eine schwere Vergiftung. Beim Weihnachtsstern ist vor allem der weisse Milchsaft problematisch. Er reizt die Haut und kann zu allergischen Reaktionen führen.

Jacqueline Kupper vom Schweizerischen Tox-Zentrum in Zürich empfiehlt deshalb: «Eltern von Kleinkindern sollten im Zweifelsfall auf giftige Pflanzen als Adventsschmuck verzichten.» Denn es gibt harmlose Alternativen wie zum Beispiel Tannenzweige oder Weihnachtskakteen. Kupper: «Am besten ist, wenn man schon beim Kauf den Händler fragt, aus welchen Pflanzen das Adventsgesteck besteht und ob diese giftig sind.»

Falls das Kind trotzdem eine giftige Beere oder ein giftiges Blatt verschluckt, sollten die Eltern ihm ein bis zwei Deziliter Wasser zu trinken geben und das Tox-Zentrum anrufen. Dort erhalten sie weitere Anweisungen, zum Beispiel, ob ein Arztbesuch nötig ist. Bei stark giftigen Pflanzen gibt man zudem Aktivkohle aus der Apotheke. Sie bindet das Gift im Magen. Gesundheitstipp-Arzt Thomas Walser: «Wichtig ist eine ausreichende Dosis.» Bei Kindern brauche es ein bis zwei Gramm Kohle pro Kilogramm Körpergewicht. Diese verdünnt man mit etwas lauwarmem Wasser und gibt sie dem Kind zu trinken.


Achtung: Keine fetthaltigen Flüssigkeiten bei Vergiftung

Milch darf man dem Kind bei einer Vergiftung auf keinen Fall einflössen. Denn fetthaltige Flüssigkeiten haben zur Folge, dass der Körper das Gift noch schneller aufnimmt. Auch mit einer konzentrierten Kochsalzlösung das Kind zum Erbrechen zu bringen, ist gefährlich. Bei Kleinkindern führen grosse Mengen von Salz zu einer Kochsalzvergiftung.



- Notfallnummer bei Vergiftungen: Tel. 145
- Weitere Infos:
- www.toxi.ch
- www.giftpflanzen.com
- Eine Liste von ungefährlichen bzw. gefährlichen Pflanzen finden Sie unter www.toxi.ch/ger unter dem Link «Wussten Sie das?», Vergiftungen durch Pflanzen.

07. Dezember 2005 | Sonja Marti


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