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In den Regalen der Do-it-yourself-Läden stehen viele Produkte mit giftigen Inhaltsstoffen. Ein WWF-Ratgeber sagt Hobby-Heimwerkern, worauf sie beim Einkaufen achten müssen.
Ob ein begeisterter Bastler eine alte Kommode abbeizen oder das Wohnzimmer neu tapezieren will: Um giftige Inhaltsstoffe kommt er kaum herum. Farben, Lacke und Klebstoffe enthalten Lösemittel, die Augenbrennen, Kopfschmerzen und Juckreiz auslösen können. Das bei der Herstellung von Spanplatten, Farben und Lacken verwendete Formaldehyd steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Bodenbeläge aus PVC, Farben und Lacke enthalten Weichmacher, die sehr wahrscheinlich Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane schädigen. Gesundheitlich riskant können schliesslich auch Mittel sein, die Holz vor Pilz- und Insektenbefall schützen.
Die meisten Labels sind bei Wohngiften zu wenig streng
Für Heimwerker wären deshalb taugliche Gütesiegel zur Orientierung wichtig. Doch gerade im Baubereich herrscht ein rechter Label-Salat. Der WWF Schweiz hat deshalb bei einem Test verschiedener Non-Food-Labels auch 17 Bau-Gütesiegel geprüft. Die wichtigsten Kriterien neben den Wohngiftemissionen: Belastung der Umwelt durch Giftstoffe bei der Herstellung, Unabhängigkeit der Kontrollen sowie Verfügbarkeit in Do-it-yourself-Läden.
Das Resultat ist ernüchternd: «Von den vielen Labels im Baubereich garantieren nur gerade vier sehr tiefe Emissionen von Wohngiften», sagt Felix Meier vom WWF. «Alle anderen sind in dieser Hinsicht zu wenig streng.» Dies gilt etwa für das Gut-Signet für Teppiche, das Kork-Logo oder das RAL-Gütezeichen für Tapeten. Und: «Das im Do-it-yourself-Markt häufig anzutreffende Label FSC sagt zwar nichts über Wohngifte aus, dafür aber garantiert es Holz aus natur- und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern», erläutert Meier.
Nur gerade vier Gütesiegeln gab der WWF gute Noten
- Der Blaue Engel: Seit 25 Jahren bestehendes deutsches Label, das in der Schweiz recht verbreitet ist. Anforderungen betreffend Wohngifte: Verbot von Mitteln gegen Pilz- und Insektenbefall in Spanplatten; strenge Grenzwerte bei Formaldehyd in Lacken, Spanplatten und Wandbelägen; generell schadstoffarme Lacke. Vertreten in fast allen Do-it-yourselfs von Migros, Coop, Jumbo usw. Infos: www.blauer-engel.de.
- Natureplus: Ziemlich junges, international verbreitetes Label. Wohl strengste Kriterien in Bezug auf giftige Inhaltsstoffe. Ausserdem müssen mindestens 85 Prozent der Rohstoffe aus nachwachsenden und mineralischen Rohstoffen bestehen. Wichtige abgedeckte Produkte: Parkett, Linoleum, Farben und Lacke, Holzwerkstoffe. Vertreten in Fachgeschäften und bei Coop Bau & Hobby. Infos: www. natureplus.org.
- Coop Oecoplan: Coop-Umwelt-Label, das auch im Baubereich vertreten ist. Ziemlich streng bezüglich Lösemitteln und Weichmachern. Zu finden auf Farben und Lacken, Holz und Papier bei Coop Bau & Hobby. Infos: www.coop.ch.
- Step: Reines Teppich-Label, vor einigen Jahren von Schweizer Entwicklungsorganisationen und dem Teppichhandel gegründet. Im Zentrum stehen soziale Kriterien, aber auch gewisse Beschränkungen für giftige Inhaltsstoffe. Zu finden in Teppichfachgeschäften und bei Möbel Pfister. Infos: www. step-foundation.ch.
09. November 2005 | Claudine Gaibrois
