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Wenn Ärzte das Verhütungsstäbchen Implanon zu tief unter die Haut schieben, können sie es später nicht mehr finden. Einigen Frauen bleibt deshalb der Kinderwunsch verwehrt.
Das Verhütungsmittel Implanon sorgte in letzter Zeit für negative Schlagzeilen. Grund: Zahlreiche Frauen wurden schwanger, weil die Ärzte beim Einsetzen des Verhütungsstäbchens Fehler gemacht hatten. Im Körper der Frauen befand sich nach der Behandlung gar kein Implanon (Gesundheitstipp 10/05).
Jetzt zeigt sich: Auch der umgekehrte Fall kommt vor. Einige Frauen wollten ihr Implanon entfernen lassen, weil sie unter Nebenwirkungen litten oder weil sie sich ein Kind wünschten. Doch die Ärzte fanden das Stäbchen nicht mehr. Die deutsche Zeitschrift «Arznei-Telegramm» berichtet von fünf solchen Fällen.
Die betroffenen Frauen bleiben zwei bis drei Jahre unfruchtbar, bis der Wirkstoff des Verhütungsstäbchens verbraucht ist.
Auch die Schweizerische Patienten-Organisation (SPO) betreute eine Frau, die das Verhütungsstäbchen entfernen lassen wollte. Der Hausarzt, der das Stäbchen eingesetzt hatte, konnte es allerdings nicht mehr finden. Die SPO vermittelte mit Hilfe der Herstellerfirma Organon einen Spezialisten, der besonders geübt ist im Auffinden von falsch platzierten Implanon-Stäbchen. Mit einer Ultraschalluntersuchung fand er das Stäbchen schliesslich. Die Rechnung ging an den Hausarzt, der das Implanon falsch eingesetzt hatte. «Auch dieser Arzt war ungenügend für die Implanon-Behandlung instruiert», kritisiert SPO-Präsidentin Margrit Kessler.
(ag)
Gratis-Merkblatt:
Unter www.gesundheitstipp.ch können Sie das Merkblatt zum Thema Verhütungsmittel gratis herunterladen.
26. Oktober 2005
