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Mit diversen Tricks versuchen Internetgauner, Surfer abzuzocken. Ihre neuste Masche: Überrissene Preise bei der Bezahlung per Handy.
Ein neuer Dreh macht scheinbar harmlose Netzinhalte zur Kostenfalle. Wer etwa auf www.haus aufgaben.de ein Referat runterladen oder auf www.vornamen. de die Bedeutung eines Namens herausfinden will, muss seine Handy-Nummer eingeben. Danach erhält er «kostenlos einen Zugangscode per SMS».
Die SMS ist tatsächlich gratis. Doch wer den Code eingibt, löst eine Zahlungsverpflichtung aus, meist ein Abo. Der Nutzer findet auf den Websites oft keine Tarifangaben oder nur versteckte. Doch bei der nächsten Telefonrechnung folgt der Schrecken: Das Abo kostet bis 9,99 Euro pro Tag.
Damit haben die Internetbetrüger einen Ersatz für die Dialer gefunden. Mit diesen versteckt arbeitenden Einwählprogrammen hatten sie in der Vergangenheit schon viele Surfer abgezockt. 2004 hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) daher die Einwählprogramme mit 0900er-Nummer verboten. Stattdessen nutzen die Internetgauner nun das sogenannte Handy-Payment. In Deutschland gab es schon zahlreiche solcher Betrugsfälle. Viele Kunden protestierten bei den Mobilfunkbetreibern. Folge: Die meisten von ihnen stoppten das Inkasso für dubiose Payment-Rechnungen.
Sicherer Schutz: Kostenpflichtige Dienste sperren
Die Schweizer Mobilfunkanbieter geben auf Anfrage an, hier seien noch keine solchen Fälle bekannt. Doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit: Denn Bezahlverfahren dieser Art benützen auch Partner der drei Schweizer Mobilfunkanbieter. «Wir stellen das Netz zur Verfügung und rechnen die Dienste über die Handy-Rechnung ab», erklärt Carsten Krenz von Swisscom Mobile.
Was aber tun, wenn man in eine solche Kostenfalle tappt? saldo rät, aus Beweisgründen entsprechende SMS zu sichern. Zudem sollte man die Website per Screenshot ausdrucken. Die ungerechtfertigte Forderung dürfen Betroffene auf keinen Fall bezahlen: Man zieht den Betrag von der Rechnung ab und informiert den Mobilfunkanbieter schriftlich über den Vorfall. Auch Vorbeugen ist möglich: Kunden können kostenpflichtige SMS- und MMS-Dienste sperren lassen.
Deutsche Internetbetrüger sind bereits auf ein neues Bezahlsystem ausgewichen: Es heisst Afendis. Auf der Homepage muss der Nutzer seine Bankdaten eingeben - und ermöglicht den Abzockern so den Zugriff auf sein Konto.
Wertvolle Infos zum Schutz vor Internetbetrügern finden sich auf www.dialerschutz.de/handy-payment-tricks.php
12. Oktober 2005 | Mirjam Fonti
