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Artikel | K-Tipp 16/2005

Gesünder drucken - mit dem Blauen Engel

Tonerstaub kann die Gesundheit gefährden. Das Risiko minimiert, wer schadstoff-geprüfte Drucker und Toner verwendet.

Dass viele Menschen auf den Chemiecocktail in Tonern allergisch reagieren, hat die deutsche Interessengemeinschaft Tonergeschädigter (ITG) dokumentiert. Sie sammelte mehr als 850 Fälle, darunter 19 aus der Schweiz. Typische Symptome sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Asthma, Entzündungen der Augen oder der Haut.

Das Tückische am Tonerstaub: Es ist unklar, wie stark der mit Schadstoffen angereicherte Feinstaubmix die Gesundheit schädigt. Genau dies untersucht jetzt erstmals eine staatlich finanzierte Studie in Deutschland. In der Schweiz gibt es derlei Untersuchungen nicht.

Fest steht aber: Druckertoner enthalten gesundheitsschädliche Stoffe, von denen einzelne sogar krebserregend sind - Benzol zum Beispiel. Und: Laserprinter geben auch beim Drucken Staubpartikel an die Raumluft ab. Die Gefahr, den Staub einzuatmen, besteht also nicht nur beim Wechseln einer Tonerkassette.

Schadstoffgeprüfte Laserdrucker und Toner können eine gewisse Sicherheit bieten. Ein bekanntes Zertifikat ist der Blaue Engel aus Deutschland. Bei Geräten mit diesem Umweltlabel sind die Emissionsraten für Benzol und Styrol, Staub und Ozon begrenzt, sagt Brigitte Jacobs vom deutschen Bundesamt für Umwelt. Dieselben Standards werden bei wiederaufbereiteten Tonermodulen gefordert. Für Jacobs sind Produkte mit dem Blauen Engel «durchaus empfehlenswert».


Laserdrucker mit Feinstaubfilter

Allerdings ist die Schadstoffmessung nur ein kleiner Teil des Prüfkatalogs. Und: Es werden einzig fabrikneue Drucker und Toner getestet. «Welche Staubmengen ältere und unzureichend gewartete Geräte abgeben, ist weitgehend unbekannt», gibt Frank Jungnickel von der LGA Landesgewerbeanstalt Bayern zu bedenken. Das Institut in Nürnberg prüft Produkte für den Blauen Engel. Darüber hinaus vergibt es ein eigenes Tonerzertifikat (LGA), das strengere Massstäbe anlegt: Es gelten Maximalwerte für weitere Inhaltsstoffe wie giftige zinnorganische Verbindungen und bestimmte Schwermetalle. Was beiden Prüfsiegeln noch fehlt, sind zum Beispiel umfassendere Messungen für Feinstaubemissionen.

Hans Joachim Stelting von der ITG empfiehlt deshalb, Tintenstrahldrucker zu verwenden - oder Geräte, die statt mit Tinte oder Toner mit Gel drucken. Beide Druckertypen sollen für Konsumenten risikolos sein. Neu ist die Möglichkeit, Laserdrucker mit Feinstaubfiltern aufzurüsten. Infos gibts unter www.dexwet.ch.



Infos und Tipps zu den einzelnen Produkten

- www.konsuminfo.ch Auf der K-Tipp-Website sind alle LGA-geprüften Toner aufgelistet.
- www.blauer-engel.de Sämtliche zertifizierten Laserdrucker und wiederaufbereiteten Tonermodule sind hier aufgeführt.
- www.officemedia.ch www.softcarrier.ch
Diese Firmen führen den Grossteil der Toner.
- www.topten.ch
In der Liste energiesparender Geräte sind Drucker mit dem Zertifikat Blauer Engel vermerkt.
- WeitereLinks
www.krank-durch-toner.de:Interessengemeinschaft Tonergeschädigter
www.lga.de: Prüfanstalt LGA

- Die Suva rät für den Umgang mit Druckern und Fotokopierern:
- Räume gut und oft lüften.
- Abluftöffnungen der Geräte nicht auf Mitarbeiterrichten.
- Geräte gründlich und regelmässig nach Vorgaben des Herstellerswarten.
- Geschlossene Tonersystemeverwenden.
- Tonerbehälter nicht schütteln - und auf keinen Fall selberöffnen.
- Verschüttetes Tonerpulver sofort mit einem feuchten Tuch aufnehmen, keinen Staub aufwirbeln.

05. Oktober 2005 | Vera Sohmer - vera.sohmer@ktipp.ch


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