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Open Office 2 kommt. Diese neue Gratis-Büro-Software kann fast alles, was Word & Co. von Microsoft auch beherrschen.
Schon die erste Version von Open Office war eine leistungsfähige Gratis-Alternative zu den Office-Programmen von Microsoft. Jetzt geht der Kampf zwischen Open-Office-David und Microsoft-Goliath in die nächste Runde: «Mitte Oktober wird die verbesserte zweite Open-Office-Version erscheinen», sagt Thomas Krumbein, der für die deutsche Ausgabe zuständig ist.
Das neue Büropaket wird für die Betriebssysteme Windows, Mac OS X und Linux verfügbar sein. Es besteht aus einer Textverarbeitung, ähnlich wie Word, einer Tabellenkalkulation, die Excel gleicht, sowie einem Präsentations- und Zeichenprogramm. Erstmals kommt eine Datenbankanwendung nach dem Vorbild von Microsoft Access hinzu.
Das Wichtigste: Auch mit Open Office 2 kann der Nutzer Word- oder Excel-Dateien öffnen, bearbeiten und abspeichern. «Das geht problemlos», versichert Thomas Krumbein. «Nur bei sehr kompliziert aufgebauten Dokumenten mit Tabellen und Grafiken kann es noch zu Layout-Verschiebungen kommen.»
Wer Word und Excel kennt, kann auch mit Open Office umgehen
Gebräuchliche Formatierungen wie Fett- oder Kursivschrift lassen sich jedoch genauso übernehmen wie Fussnoten oder Kopfzeilen. Es ist ohnehin sinnvoll, Open Office so einzustellen, dass Dateien automatisch im Microsoft-Format abgespeichert werden. Damit erspart man sich Ärger mit Kollegen, die Word und Excel benutzen. Mit Open Office bleibt man also in der Microsoft-Welt, ohne die Programme von Bill Gates kaufen zu müssen.
An Microsoft erinnert fühlt sich auch, wer die Open-Office-Programme zum ersten Mal benutzt. Es ist kein Geheimnis und absolut gewollt, dass Aussehen und Funktionalität von Open Office Word und Excel ähneln. So müssen Anwender kaum umlernen. Wer mit Word umgehen kann, hat auch die Textverarbeitung von Open Office rasch im Griff.
Das Gratispaket umfasst allerdings keine E-Mail-Software. Das ist aber zu verschmerzen. Längst gibt es sehr gute, kostenlose Programme wie Netscape oder Firefox, die zudem als Internet-Browser genutzt werden können. Wer dennoch das Mail-Programm Outlook von Microsoft braucht, kann auf die abgespeckte Gratisversion Outlook Express umsteigen. Mac-Anwender bekommen ohnehin mit jedem Rechner ein leistungsfähiges Mail-Programm mitgeliefert.
Stadt Wien: Umrüstung ist in vollem Gang
Dass Open Office keine Spielerei mehr ist, hat Wien bewiesen. Die österreichische Hauptstadt hat im Juli 2004 rund 7500 von 16 000 Arbeitsplätzen auf Open Office umgerüstet. Nächstes Jahr beginnt auch die Stadt München mit dem Umstieg.
Wie ist es möglich, dass ein so leistungsfähiges Büropaket kostenlos abgegeben wird? An Open Office arbeiten etwa 90 Programmierer, die auch die kommerzielle Software Star Office der Firma Sun Microsystems entwickeln. Somit ist Open Office im besten Sinne des Wortes das Gratis-Nebenprodukt einer Kauf-Software.
Open Office 2 auch auf CD
Ab Mitte Oktober lässt sich Open Office 2 unter http://de.openoffice.org herunterladen - derzeit ist leider nur eine fehlerhafte Testversion verfügbar. Auf derselben Site gibts auch Handbuch, Rechtschreibeprüfung und verschiedene Vorlagen.
Alle, die keine schnelle Internetverbindung haben, können die Endversion auf CD unter http://ooodev.org gegen eine Spende von etwa 10 Franken anfordern. Wer die Anleitung auf Papier dazu haben will, muss zirka 20 Franken investieren. Auf dieser Homepage sind auch Bücher mit Tipps und praktischen Beispielen zu Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentations-Software und Datenbank erhältlich.
28. September 2005 | Franco Tonozzi