|
(0) |
Die Fachleute der Schweizerischen Medikamenten-Informationsstelle SMI beantworteten im September die Fragen der Leserinnen und Leser zum Thema Medikamente und Thrombose. Die wichtigsten Antworten fassen sie hier zusammen.
Implanon statt Pille?
Weil ich ein hohes Risiko für Embolien habe, darf ich die Antibabypille nicht nehmen. Wäre das Implanon-Stäbchen, das unter die Haut eingepflanzt wird, eine Alternative?
Nein. Wie die Antibabypille ist auch Implanon ein hormonelles Verhütungsmittel. Die darin enthaltenen Hormone erhöhen das Risiko von Gerinnseln in den Blutgefässen. Solche Gerinnsel können zum Beispiel eine Venen-Thrombose in den Beinen oder eine Lungenembolie auslösen (siehe auch Artikel zu Implanon auf Seite 6).
Medikament am Abend nehmen?
Zum Vorbeugen gegen Thrombosen hat mir der Arzt den Blutverdünner Marcoumar verschrieben, den ich immer am Morgen nehmen muss. Nun plane ich eine Reise nach Kanada. Soll ich dort wegen der Zeitverschiebung das Medikament am Abend nehmen?
Nein. Eine Zeitverschiebung von bis zu 12 Stunden spielt bei Marcoumar keine Rolle, da es eher langsam wirkt. Sie können das Medikament wie gewohnt am Morgen nehmen.
Welches sind die Risiken?
Nach einer Thrombose hat mir meine Ärztin vor zwei Jahren das Medikament Sintrom verordnet, das die Blutgerinnung hemmt. Welches sind die Risiken, wenn man Sintrom über längere Zeit einnimmt?
Das Hauptrisiko bei Sintrom sind Blutungen. Meist trifft es die Nieren oder die Harnwege. Aber auch im Nasen-Rachen-Raum, im Magen oder im Gehirn kann es zu einer Blutung kommen. Wenn Sie eine Blutung feststellen oder wenn Sie Symptome haben, die auf eine innere Blutung hindeuten, kann rasches Handeln Leben retten.
28. September 2005
