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Die Zinsen verharren auf einem historischen Tiefststand. Auf dem Sparkonto nimmt das Vermögen wegen der Teuerung deshalb real ab. Doch es gibt Alternativen.
Die meisten Banken gewähren derzeit zwischen 0,375 und 0,625 Prozent Zinsen auf Sparguthaben. Bei einer erwarteten Jahresteuerung von rund 1 Prozent verliert das Geld auf dem Sparkonto im laufenden Jahr also rund ein halbes Prozent an Wert.
Das Sparkonto hat aber auch unbestrittene Vorteile: die grosse Sicherheit und die schnelle Verfügbarkeit der Einlagen. Bezüge von bis zu 10000 Franken monatlich sind bei den meisten Banken jederzeit möglich. Für grössere Beträge braucht es vorgängig eine Kündigung.
Alternativen zum Sparkonto bieten meist einen etwas höheren Zins, dafür ist die Verfügbarkeit des Kapitals zusätzlich eingeschränkt.
Zum Beispiel Kassenobligationen: Ihre Laufzeit ist frei wählbar, meist zwischen zwei und acht Jahren. Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren reichen die Zinssätze von 0,625 bis 1 Prozent (siehe Tabelle).
Höhere Zinsen gibt es bei den speziellen Sparkonten für Aktionäre, wie sie bei diversen Banken erhältlich sind:
- Die Valiant Bank bietet Besitzern von mindestens 180 Valiant-Aktien einen Vorzugszins von 1,125 Prozent.
- Die Berner Kantonalbank gewährt Aktionären mit mindestens 25 Namenaktien bis zu einem Guthaben von 50 000 Franken einen Zins von 1,25 Prozent.
- Die St. Galler Kantonalbank bietet Inhabern von mindestens 10 Namenaktien des Instituts zwar nur einen Vorzugszins von 0,5 Prozent bis 50000 Franken respektive 0,75 Prozent bis 100000 Franken. Hinzu kommt jedoch ein Bonuszins von 0,5 Prozent pro Jahr, sofern keine Rückzüge getätigt werden.
Rolf Biland, Anlageexperte beim VZ Vermögenszentrum in Zürich, gibt den Aktien der drei betreffenden Banken zudem ein gutes Zeugnis: «Die Aktienkurse haben sich in den letzten Jahren überdurchschnittlich gut entwickelt. Die Aussichten für die nächste Zukunft sind ebenfalls gut und das Risiko ist kleiner als beim Swiss Market Index.»
- Abgesehen von diesen drei Anbietern belohnt auch die Spar- und Leihkasse Frutigen Aktionäre mit aktuell 1,6 Prozent Vorzugszins.
Andere Banken gewähren Sonderkonditionen auf speziellen Sparkonten, ohne dass eine finanzielle Beteiligung über Aktien notwendig ist. Diese Institute verbinden die höheren Zinssätze jedoch mit tieferen jährlichen Bezugslimiten und längeren Kündigungsfristen.
Höherer Zins, eingeschränkter Kapitalrückzug
- Die WIR-Bank gewährt auf ihrem Anlagekonto 1,5 Prozent Zins. Eine finanzielle Beteiligung an der Bank ist nicht notwendig. Pro Semester können 25000 Franken ohne Kündigungsfrist bezogen werden. Ab diesem Betrag bis 100 000 Franken beträgt die Kündigungsfrist sechs Monate.
- Die Migrosbank gewährt einen Zinssatz von 1 Prozent bei einer Rückzugslimite von 20000 Franken pro Jahr.
- Die Bank Coop vergütet Einlagen auf dem Anlagekonto Plus ab dem 3. Jahr mit 0,75 Prozent Zins und gewährt einen Zinsbonus von 1 Prozent auf Neueinlagen im Kalenderjahr. Die Rückzugsmöglichkeiten: Fr. 20000.- jährlich. Für grössere Beträge gelten sechs Monate Kündigungsfrist.
- Die Raiffeisenbanken haben ein Sparkonto für Genossenschaftsmitglieder mit einem Zins von aktuell 0,75 Prozent. Erlaubte Rückzüge: 30000 Franken pro Semester, darüber hinaus sechs Monate Kündigungsfrist.
- Die Bündner Kantonalbank bietet eine vierstufige Sparpyramide an: Jedes Jahr ohne Bezug führt auf die nächste Zinsstufe - bis maximal 1,25 Prozent. Ein Jahr mit Bezug führt zurück zur nächsttieferen Stufe.
- Die Aargauer Kantonalbank führt ein so genanntes Aargauer Sparkonto mit 0,5 Prozent Basiszins und zusätzlich 0,5 Prozent Bonuszins in Jahren mit 2000 Franken Nettozuwachs (0,625 Prozent Bonuszins bei 5000 Franken Nettozuwachs).
- Viele weitere Kantonalbanken wie etwa die Zürcher, die Thurgauer, die Schaffhauser, die Zuger und die Urner Kantonalbank bieten ähnliche Sparformen mit Vorzugszins.
17. August 2005 | Philipp Lütscher
