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Pflanzen aus dem Kräutergarten bringen nicht nur ein feines Aroma ins Essen: Wer mit Kräutern würzt, isst weniger Salz und verdaut besser.
Zu einem vollwertigen Essen gehören frische Kräuter»: Das sagt kein Gourmet-Koch, sondern Beat Meier, Dozent für Phytopharmazie an der Hochschule Wädenswil. «Viele Gewürze regen die Verdauung an und fördern deshalb die Gesundheit.»
Einen weiteren Vorteil nennt Esther Infanger von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung: «Frische und reife Kräuter bringen so viel Geschmack ins Essen, dass man getrost am Salz sparen kann.» Das schütze vor hohem Blutdruck. Zudem enthalten Kräuter unter anderem Vitamine, Mineralstoffe und ätherische Öle. «Diese Substanzen helfen mit, Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten vorzubeugen», sagt Ernährungswissenschaftlerin Karima Jung von der deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen.
Kräuter können zwar Krankheitsrisiken senken. Doch ihre medizinische Wirkung ist in der Regel gering, wenn man bereits krank ist. «Man kann sich nicht auf Gewürzmischungen verlassen. Diese sind zu unspezifisch. Der Patient muss gezielt mit pflanzlichen Arzneimitteln therapiert werden», sagt Beat Meier. Kräuter sollte man auch nicht in rauen Mengen verspeisen und zudem immer abwechseln. «Sonst können die gesunden Wirkstoffe plötzlich unerwünschte Nebenwirkungen haben», hält Esther Infanger fest. Peterli und Maggikraut zum Beispiel können Hautausschläge auslösen.
Wie gesund die Kräuter aus dem Garten sind, hängt von Frische, Reife und Zubereitungsart ab (siehe Tabelle). Das heisst: Im welken Peterlibüschel, das als Dekoration auf dem Teller liegt, ist nicht mehr viel Gesundes enthalten. Das gilt auch für den getrockneten Kräuterstaub, den es im Glas zu kaufen gibt. Gewürzpflanzen, die frisch aus dem eigenen Garten oder vom Balkonkistchen stammen, enthalten hingegen besonders viele gesunde Inhaltsstoffe.
Blassgrüne Pflänzchen hatten zu wenig Sonne
Konsumenten sollten deshalb auf Folgendes achten: Frische Kräuter sind rasch zu verbrauchen, weil sie schnell verderben. Die Pflanzen müssen zudem eine frische sattgrüne Farbe haben und dürfen nicht gelblich verfärbt sein. Außerdem sollten die Stängel fest sein und keine herunterhängenden Triebe oder Blättchen haben. Denn das ist ein Zeichen dafür, dass sie älter sind und an Aroma und Wirkstoffen verloren haben.
Wichtig ist auch, dass die Blätter kräftig sind und nicht aneinander kleben. Blassgrüne Pflänzchen sind sehr jung und haben zu wenig Sonne bekommen. Sie enthalten weniger Wirkstoffe als dunkelgrüne Kräuter. Und zu guter Letzt: Viele Kräuter verlieren Aroma und gesunde Wirkstoffe, wenn man sie kocht.
29. Juni 2005 | Esther Diener Morscher - redaktion@gesundheitstipp
