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Artikel | saldo 11/2005

So viel Geld verpulvern die Drucker

Von Tiefpreisen bei Laserdruckern dürfen sich die Kunden nicht blenden lassen. Entscheidend ist nur eines: die Kosten für den Tonerersatz.

Laserdrucker für den Hausgebrauch werden immer billiger: Bereits für weniger als 200 Franken sind Geräte zu haben, die schwarz auf weiss drucken.
Einen Preisbrecher hat derzeit die Firma Fust im Angebot: Der ML-1510 von Samsung wird für 99 Franken statt für 149 Franken angeboten. Doch das Schnäppchen geht ganz schön ins Geld, wie ein Vergleich von saldo zeigt.


Unterschiedlich hohe Kosten für das Verbrauchsmaterial

Die Kosten des Druckers sind das eine - die Kosten für das Verbrauchsmaterial das andere. Im Wesentlichen ist dies der Toner, der den Druck wasserfest aufs Papier bringt (saldo 18/04). Wie bei den meisten neuen Druckern ist die Tonerkassette beim Samsung ML-1510 nur halb gefüllt und muss bereits nach 1000 Seiten ersetzt werden. Kostenpunkt je nach Anbieter: bis zu 125 Franken - einiges mehr, als der Drucker im Sonderangebot kostet.

Wie viel das Drucken mit Laser den Nutzer unter dem Strich kostet, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel von der Zahl der Ausdrucke, von der Druckereinstellung oder vom Anteil gedruckter Grafiken und Bilder. Die Website www.druckkosten.de bietet eine nützliche Hilfe, um vor dem Kauf die Kosten für Verbrauchsmaterial zu vergleichen. Verschiedene Kriterien können individuell definiert werden: das Preissegment, die Nutzungsdauer in Jahren, die Anzahl Drucke pro Monat und der Druckanteil von Texten mit Grafiken oder Bildern.


Kyocera: Insgesamt günstiger als ein Billigdrucker

Für den Samsung ML-1510 wurden die Kosten für den Tonerersatz unter folgenden Annahmen ermittelt: Nutzung des Geräts während vier Jahren, 300 Seiten Ausdruck pro Monat - davon 30 Seiten Texte mit Grafiken und 10 Seiten nur Fotos oder Grafiken. Ergebnis: Die Kosten für den Toner liegen bei rund 1000 Franken.

Und das ist keine Ausnahme, wie Modelle im selben Preissegment zeigen: Beim Canon LBP 2900 betragen die genau gleich berechneten Kosten für den Toner 1100 Franken, beim HP Laserjet 1010 sind es 967 Franken, und beim Brother HL-2030 werden 879 Franken fällig.

Zum Vergleich: Der Laserdrucker Kyocera Mita FS-1020 D hat zwar einen Anschaffungspreis von 595 Franken, weist aber mit 313 Franken die tiefsten Tonerkosten aller berechneten 72 Modelle in der Preisklasse bis 600 Franken auf. Die Gesamtkosten dieses Modells liegen also mit rund 900 Franken deutlich unter jenen von Billigdruckern.


Samsung ML-1510: Bei 500 Druckseiten im Monat sehr teuer

«Günstige Modelle wie der Samsung ML-1510 sind Modelle für Leute, die wenig drucken», sagt Fabrizio Raffa vom Generalimporteur Sedico IT in Rotkreuz ZG. Samsung empfiehlt für den Billigdrucker immerhin ein stattliches Druckvolumen von bis zu 500 Seiten pro Monat. Halten sich die Kunden an diese Empfehlung, schnellen die berechneten Tonerkosten auf knapp 1500 Franken.



Viel Strom für nichts

Etwa 3 Millionen Laser- und Tintenstrahldrucker sind in der Schweiz in Betrieb. Sie verbrauchen pro Jahr rund 110 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom - das entspricht dem Stromverbrauch aller Haushalte in der Stadt Luzern. Eine Studie des Bundesamtes für Energie (BFE) hat gezeigt, dass nur etwa 8 Prozent dieses Verbrauchs auf das Drucken entfallen - also knapp 10 Millionen kWh.

49 Prozent des Stroms oder 53 Millionen kWh brauchen Drucker fürs Warten - im sogenannten Standby- oder SleepModus. Und was fast unglaublich ist: 46 Millionen kWh verbrauchen Drucker, die vermeintlich ausgeschaltet sind - das ist dreimal mehr, als sämtliche Solarstromanlagen in der Schweiz pro Jahr produzieren.

Diesem Leerlauf schafft www.topten.ch Abhilfe: Die Konsumenten finden hier nur Drucker mit einem minimalen Standby-Stromverbrauch. Alle Geräte der Topten-Liste verfügen über einen funktionierenden «Aus»-Schalter. Das heisst: Wenn sie abgeschaltet sind, brauchen sie definitiv keinen Strom mehr.

08. Juni 2005 | Armin Braunwalder


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