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Artikel | K-Tipp 11/2005

Praktische, aber lärmige Helfer

Küchenmaschinen sind unentbehrliche Helfer im Haushalt. Doch nicht alle Geräte sind so toll, wie es die Werbung verspricht. Und die teuersten Modelle sind auch nicht unbedingt die besten.

Küchenmaschinen liegen im Trend. Ob Gemüse hobeln, Saft pressen oder Teig rühren - ohne die elektrischen Universalhelfer geht nichts mehr im modernen Haushalt. Alleine letztes Jahr gingen in der Schweiz über 430 000 Geräte über den Ladentisch. Jeder zweite Haushalt verfügt mittlerweile über eine Standküchenmaschine.

Rahm schlagen, Teig herstellen, Gemüse und Obst zerkleinern sind nur einige der Arbeiten, die per Küchenmaschine schneller und einfacher erledigt sind. Dabei kommt es vor allem auf das richtige Zubehör an. So bringen Schlag- und Schneebesen einen wesentlich voluminöseren Eischnee zu Stande als etwa Emulgierscheiben.

Beim Raffeln von Kleinstmengen haben manche Geräte Mühe. Dies zeigte eine Untersuchung der deutschen Stiftung Warentest (Stiwa): Entweder war das Feinhacken von geringen Mengen Petersilie oder Zwiebeln gar nicht möglich - oder die bereits zerhackten Teile wurden gegen die Wand des Behälters geschleudert und blieben dort kleben. Hilfreich ist eine «Momentschaltung». Mit ihr lässt sich die Maschine in Intervallen von 1 bis 2 Sekunden ein- und ausschalten. Beim Kauf sollte man deshalb darauf achten, dass sich die Maschine auf verschiedene Zerkleinerungsstufen einstellen lässt.

Die Stiwa-Tester stellten ausserdem fest, dass es bei Zubehörteilen zu Pannen kommen kann. Damit man keine unliebsamen Überraschungen erlebt - etwa, weil die Garantie bereits abgelaufen ist -, lohnt es sich, die einzelnen Zubehörteile im Laufe der Garantiezeit auf ihre Funktion hin zu überprüfen.


Ein Propellerflugzeug ist oft leiser

Starke Motoren bringen nicht unbedingt bessere Resultate. Wichtiger als die Motorleistung ist eine einfache Bedienung des Geräts. So sollte sich der Motor stufenlos regulieren lassen. Und Metallmotoren sind Kunststoffmotoren vorzuziehen. Ebenfalls vorteilhaft sind Geräte, die mit Behältnissen aus Edelstahl ausgestattet sind. Kunststoffbehälter können sich nach mehrmaligem Gebrauch verfärben.

Man sollte sich vor dem Kauf auch gut überlegen, für welche Zwecke man die Maschine benötigt. Denn nicht alle Küchenhilfen sind Alleskönner. Das gilt etwa fürs Entsaften. Ein Aufrüsten des Gerätes ist oft nicht möglich oder kann ganz schön ins Geld gehen. Kauft man Zubehör später separat, kommt das in der Regel teurer. Entscheidend ist auch die Menge, die verarbeitet werden soll. Teurere Maschinen sind meist für grössere Mengen (1 Kilo und mehr) ausgelegt. «Lebe ich in einem Kleinfamilienhaushalt und verarbeite nur kleinere Mengen, tut es auch eine kleinere Maschine», sagt Dagmar Saurbier von der Stiwa.

Eine unangenehme Begleiterscheinung ist allerdings allen Küchenmaschinen gemeinsam - sie sind sehr laut. Die Stiwa ermittelte bei den lautesten Geräten einen Schallleistungspegel von 85 Dezibel. So viel Lärm darf nicht einmal ein leichtes Propellerflugzeug beim Start über ein Wohngebiet machen. Noch lauter wird es, wenn die Maschine zum Beispiel mit Haselnüssen oder Mandeln «gefüttert» wird.


«Gute» Geräte für weniger als Fr. 200.-

Die einfachsten Geräte sind im Handel bereits ab zirka 120 Franken erhältlich. Grosse Maschinen kosten um die 1000 Franken. Doch teuer ist nicht unbedingt besser. Drei der sechs Geräte, die im Stiwa-Test mit «gut» abschnitten, kosteten weniger als 200 Franken.

Bei einem Saldo-Vergleich von vier Küchenmaschinen im vergangenen Jahr erzielte das günstigste Gerät - Miostar Variotronic 550 - die besten Noten.

Marktübersicht und weitere Infos zu Küchenmaschinen finden sich unter www.hea. de (Rubrik Fachinfos, Haushaltstechnik).



Sicherheit
- Die Küchenmaschine sollte neben einer Einschaltsicherung einen Verriegelungsmechanismus für den Deckel haben. Der Motor sollte erst nach exaktem Verschliessen des Gerätes starten können und automatisch stoppen, sobald der Deckel geöffnet wird.
- Zutaten können während des Betriebs über einen Einfüllschacht zugegeben werden.
- Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, sollte das Gerät mit Saugnapf-Füssen ausgestattet sein.

Accessoires
- Das Zubehör ist das A und O einer Küchenmaschine. Neben diversen Schneide- und Raffelscheiben gibt es besondere Schneidesätze, etwa um Pommes frites zu formen.
- In der Regel werden Schneebesen, Teighaken, Rührer und Schneidemesser in der Grundausstattung mitgeliefert.
Das Zubehör ist aus Kunststoff oder Edelstahl und sollte auf jeden Fall spülmaschinenfest sein.
- Bei manchen Modellen wird das Zubehör in einer im Gerät integrierten Schublade versorgt.

Mix-Aufsatz
- Mit dem Mix-Aufsatz können Obst und Gemüse püriert werden. Ausserdem eignet sich der Aufsatz für die Zubereitung von Mixgetränken, Mayonnaise, Saucen, Glacé und Schokogetränken.

Rührschüssel
- Das Fassungsvermögen der Rührschüssel wird - je nach Hersteller- in Kilogramm Mehl plus restliche Teigzutaten oder als Gesamtteigmenge angegeben.
Die Bezeichnung «bis 2,5 Kilogramm Mehl plus Teigzutaten» ergibt also eine Gesamtmenge von 5 kg. Die Gefässe haben ein Fassungsvermögen von 1 bis 6 Litern.

Einsatzmöglichkeit
- Die Küchenmaschinen können in der Regel rühren, raspeln, pürieren, hobeln, schneiden und mixen.
- Manche leisten noch mehr: Sie haben eine Saftpresse, eignen sich als Getreidemühle oder Fleischwolf. Wieder andere haben Zubehörteile zum Herstellen von Pasta oder Glacé.

01. Juni 2005 | Bernhard Matuschak - redaktion@ktipp.ch


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