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Artikel | K-Geld 3/2005

Wer hoch hinaus will, geht auch ein hohes Risiko ein

Strategiefonds - die Vermögensverwaltung für Kleinanleger - erleben ein Comeback. Es genügt aber nicht, eine der drei Strategien zu wählen. Auch innerhalb einer Strategie können sich Fonds stark unterscheiden, wie das K-Geld-Rating zeigt.

Fast zwei Milliarden Franken flossen im ersten Quartal 2005 in Strategiefonds. Das ist fast eineinhalbmal so viel wie in Aktienfonds und viermal so viel wie in Obligationenfonds. Die «Neue Zürcher Zeitung» spricht in diesem Zusammenhang von der «Rückkehr der Anlagezielfonds».

Strategiefonds, auch Anlageziel- oder gemischte Fonds genannt, streuen die investierten Gelder auf mehrere Anlageklassen wie Aktien und Obligationen. Damit sichern sie sich bei stark fallenden Aktienkursen ab, profitieren im Gegenzug aber weniger von stark steigenden Aktienkursen als reine Aktienfonds.

Innerhalb einer gewissen Bandbreite ist der Manager eines bestimmten Fonds frei, die Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen zu ändern. Geht er beispielsweise von steigenden Aktienkursen aus, investiert er mehr Geld in Aktien und weniger in Obligationen.
Allerdings sind den Fondsmanagern dabei Grenzen gesetzt. Der Fonds Julius Baer Strategy Conservative beispielsweise darf laut Fondsreglement höchstens 30 Prozent seines Vermögens in Aktien investieren.

Umgekehrt gilt das Gleiche: Fallen die Kurse an den Aktienmärkten, kann der Manager eines aggressiven Anlagezielfonds nicht völlig auf Aktien in seinem Portfolio verzichten. Er ist gemäss Reglement verpflichtet, einen gewissen Anteil in Aktien zu investieren.


Aktienanteil bestimmt die Kategorie

Strategiefonds werden üblicherweise in drei Kategorien eingeteilt:
- Defensive Strategiefonds (auch konservativ, income oder yield) haben einen tiefen Aktienanteil.
- Ausgewogene Strategiefonds (balanced, flexible) haben einen mittelhohen Aktienanteil.
- Offensive Strategiefonds (auch Wachstum, growth) haben einen hohen Aktienanteil.

Die Anlagegrundsätze von Fonds innerhalb einer bestimmten Kategorie können sich jedoch stark unterscheiden. So investiert beispielsweise der offensive Swisscanto Portfolio Fund Valca mindestens 60 Prozent seines Vermögens in Schweizer Aktien und Obligationen, während der UBS Strategy Fund Growth (Euro) rund 75 Prozent seines Vermögens in Aktien weltweit investiert.

Viele Strategiefonds werden auch in verschiedenen Währungen aufgelegt. Obwohl sie dann gleich heissen, kann es sich um völlig verschiedene Fonds mit unterschiedlichen Portefeuilles handeln, wie etwa bei den zwei Strategy Growth Fonds der Bank Julius Bär.
Den breitesten Anlagespielraum haben die ausgewogenen Strategiefonds. So ist es etwa dem Morgan Stanley Global Diversified Fund erlaubt, zwischen 30 und 80 Prozent in Aktien und zwischen 20 und 70 Prozent in festverzinsliche Papiere zu investieren. Und den Bargeldbestand kann er auf 30 Prozent hochfahren.

Die Renditechancen sind bei einem flexiblen Fonds aufgrund des höheren Aktienanteils zwar etwas höher als bei einem konservativen Strategiefonds, aber auch das Risiko. Und die Anforderungen an das Management steigen, was sich die Fondsgesellschaften mit höheren Gebühren vom Anleger bezahlen lassen.

Für den Anleger bieten Strategiefonds - egal welcher Risikoklasse - trotz der genannten Nachteile letztlich doch einen entscheidenden Vorteil: «Für Anleger mit einem kleinen bis mittleren Vermögen sind Strategiefonds durchaus eine gewisse Form der Vermögensverwaltung», sagt Dirk Schmelzer, Finanzanalyst beim VZ Vermögenszentrum in Zürich.

«Strategiefonds ersetzen eine aktive Vermögensverwaltung, deren Kosten sich bei kleineren Vermögen nicht lohnen», so Schmelzer weiter. Im Grunde machen der Vermögensverwalter und der Manager eines Strategiefonds das Gleiche: Sie investieren in verschiedene Märkte und Instrumente, um das Risiko zu minimieren - mit dem Ziel, den Ertrag zu maximieren.

Egal, ob der Anleger auf die offensive, ausgewogene oder die konservative Variante setzt: Dieser Entscheid sollte immer langfristig ausgerichtet sein. Was den vielen Anlegern, die sich möglichst wenig um ihre Geldanlagen kümmern möchten, ja auch entgegenkommt.


Fondsprospekt zeigt, wie der Fonds investiert

«Kunden sollten unbedingt den Fondsprospekt lesen. Da ist festgelegt, wie viel Prozent des Fondsvermögens mindestens und maximal in die einzelnen Anlageklassen investiert werden darf», rät Schmelzer. Je breiter sich der Fonds innerhalb einer Bandbreite bewegen darf, desto besser.

Grundsätzlich gilt: Je geringer der Aktienanteil, desto geringer ist das Risiko - aber auch die mögliche Rendite. Das zeigt der Performance-Vergleich der drei Strategiefonds-Typen:

Während der beste Fonds aus der Kategorie «defensiv» im letzten Jahr eine Performance von 4,7 Prozent erwirtschaftet hat, konnte der beste wachstumsorientierte Fonds 10,2 Prozent Gewinn einfahren (siehe Tabelle). Das höhere Risiko wird ebenfalls deutlich: Die Volatilität (Schwankungsbreite) ist beim Sieger der offensiven Fonds mit 10,82 Prozent doppelt so hoch wie beim Sieger der defensiven Kategorie.

25. Mai 2005 | Sandra Willmeroth


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