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Die deutschen Behörden haben die Tollwut noch immer nicht besiegt. Schweizer Experten machen sich Sorgen. Die tödliche Viruskrankheit ist in Europa stark verbreitet.
Bereits 18 tollwütige Füchse waren es gemäss «New Scientist» dieses Jahr in Rheinland-Pfalz, 4 in Baden-Württemberg, 2 in Hessen - Deutschland schafft es nicht, die Tollwut auszurotten. Dies kann für den Menschen gefährlich werden. Tollwütige Füchse können das tödliche Virus auf Hunde übertragen, diese wiederum auf den Menschen.
Experten haben nun gegenüber den deutschen Behörden ihre Besorgnis ausgedrückt, denn: «Die Tollwut kann sich rasch ausbreiten», so Reto Zanoni von der Schweizerischen Tollwut-Zentrale in Bern. Infizierte Füchse geben das Virus bei einem Biss mit dem Speichel anderen Füchsen weiter. Experten rechnen, dass sich das Virus auf diese Weise mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Jahr ausbreiten kann. Und es sind nur rund 200 Kilometer, die die kranken Füchse vom Rhein trennen. Zanoni: «Deutsche Füchse können über Brücken leicht den Fluss überqueren.»
In der Schweiz gilt die Tollwut als ausgerottet - dank aufwändigen Impfungen der Füchse mit Ködern. Das letzte Mal starb ein Mensch 1977 an der Krankheit.
Die Tollwut verläuft unbehandelt tödlich. Wer mit dem Virus in Kontakt kommt, muss sich innerhalb von 48 Stunden impfen lassen. Christoph Hatz vom Schweizerischen Tropeninstitut in Basel: «Wenn das Virus ins Hirn eindringt, kommt die Impfung zu spät.» Die Krankheit beginnt mit Lethargie, Erregbarkeit und Verstimmungen. Dann folgen Lähmungen und Koma.
In Ländern mit Tollwut muss man sich schützen. Reisende sollten deshalb:
- den Kontakt mit unbekannten Tieren meiden (gilt vor allem für Kinder!);
- tote Tiere nicht berühren;
- nach dem Biss eines tollwutverdächtigen Tiers sofort das beste verfügbare medizinische Zentrum aufsuchen.
Das Problem der tollwütigen streunenden Hunde
In vielen Ländern haben nicht nur Wildtiere Tollwut, sondern auch streunende Hunde. Dazu gehören Länder in Osteuropa, etwa Russland und auch die Türkei. Vor allem im asiatischen Raum sowie in Lateinamerika und Afrika ist die Hundetollwut verbreitet. Reisende sollten sich deshalb überlegen, sich impfen zu lassen. Es kommt aber stark auf die Reiseform an: Hoteltouristen sind weniger gefährdet als Rucksacktouristen oder Velofahrer. Die Experten Hatz und Zanoni empfehlen deshalb: «Reisende sollten sich vorgängig bei einem Impf- oder reisemedizinischen Zentrum beraten lassen.»
Tollwut: Was tun?
In vielen Ländern gibt es Hundetollwut. Wer an einen solchen Ort reist, sollte sich über eine Tollwutimpfung informieren. Sie kann sinnvoll sein für
- Rucksacktouristen und Velofahrer;
- Personen, die länger als vier Wochen in einem solchen Land herumreisen;
- Personen, die länger als drei Monate in einem solchen Land leben.
Dies müssen Sie tun, wenn Sie gebissen wurden:
- Waschen Sie die Wunde sofort mit Wasser und Seife gründlich aus.
- Spülen Sie sie anschliessend mit Desinfektionsmittel.
- Suchen Sie sofort ein Ärztezentrum oder Spital auf. Eine Impfung innerhalb von 48 Stunden schützt auch nach dem Biss.
Infos und Adressen:
- Adressen und Impfempfehlungen weltweit: www.safetravel.ch
- Tollwut in Europa: www.who-rabies-bulletin.org
- Vorkommen von Tollwut auf der ganzen Welt: www.who.int/ globalAtlas/home.asp
Telefonische Auskünfte:
- Tropeninstitut Basel: Fr. 2.13/ Min. 0900 57 51 31
11. Mai 2005 | Tobias Frey - tfrey@gesundheitstipp.ch
