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Während eines Fluges haben die Passagiere deutlich weniger Sauerstoff im Blut. Grund: Der Luftdruck ist viel tiefer als am Boden.
Nordirische Wissenschaftler wollten wissen, wie sich der Luftdruck im Flugzeug auf die Passagiere auswirkt. Sie massen deshalb bei 84 Reisenden die Sauerstoffsättigung im Blut. Dieser Wert zeigt an, welcher Anteil der roten Blutkörperchen mit Sauerstoff versorgt ist. Vor dem Start lag er bei den Passagieren im Durchschnitt bei 97 Prozent. Während des Fluges sank er auf 93 Prozent.
Für Werner Bauer, Lungenarzt am Lindenhofspital in Bern, liegt dieser Wert im «Grenzbereich zwischen gesund und krank». Bei fünf Testpersonen fiel der Wert während des Fluges unter 90. Das gilt als krankhaft. «Bei solchen Messresultaten ist es eigentlich erstaunlich, wie selten im Flugzeug etwas passiert», sagt Bauer.
Der Grund für die schlechte Sauerstoffsättigung: Die Luft an Bord eines Flugzeugs ist deutlich dünner als am Boden. Der künstlich erzeugte Luftdruck entspricht demjenigen auf rund 2000 Metern Höhe. So gelangt weniger Sauerstoff in die Lunge.
Bauers Rat: «Wer an einer Atemwegs-, Lungen- oder Herzkreislaufkrankheit leidet, sollte unbedingt seinen Arzt aufsuchen, bevor er in ein Flugzeug steigt.» Die Airline kann einem betroffenen Passagier während des Fluges nämlich zusätzlichen Sauerstoff zur Verfügung stellen. Allerdings muss der Fluggast dies vorher anmelden und zudem ein ärztliches Zeugnis vorweisen.
Gesunde können den niederen Luftdruck mit einem höheren Puls ausgleichen. Gefährlicher für sie ist der Bewegungsmangel. Bauer: «Wer zu lange stillsitzt, riskiert eine Lungenembolie. Während eines Fluges sollte man sich regelmässig bewegen.»
(che)
11. Mai 2005
