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Artikel | Haus & Garten 2/2005

Gibst du mir, geb ich dir

In den populären Tauschbörsen wie Kazaa oder Emule sind permanent über 2 Millionen Nutzer miteinander verbunden. Sie bieten insgesamt über eine Milliarde Musikstücke, Filme, Bilder, elektronische Bücher und Programme an.

Rund ein Drittel des weltweiten Internetverkehrs entfällt inzwischen auf den Dateitausch. Vor allem Besitzer eines Breitbandanschlusses nutzen diese so genannten Peer-to-Peer- Programme (P2P) - und bei richtiger Anwendung ist Tauschen auch legal.

Wie der K-Tipp berichtete (Ausgabe 20/04), ist in der Schweiz die Nutzung von Tauschbörsen laut Auskunft von Rechtsgelehrten legal - vorausgesetzt, man beschränkt sich auf Musik und Filme und lädt nur Dateien herunter (Download). Das heisst, man gibt selber keine Dateien für andere frei (Upload).

Wichtigstes Kriterium im SPEZIAL-Vergleich von acht Tauschbörsenprogrammen war denn auch, ob man Musik und Filme empfangen kann, ohne diese selber anzubieten (siehe Tabelle). Die Maximalnote gab es für keines der Programme. Der Grund: Anwender müssen den Upload meist explizit in den Einstellungen deaktivieren. Die Programmanbieter wollen dadurch verhindern, dass zu viele Nutzer den Upload blockieren. Tauschbörsen funktionieren ja nur, wenn auch jemand Inhalte anbietet.

Ein Grenzfall sind Programme, die Dateien zum Upload freigeben, während diese noch heruntergeladen werden.


Kazaa: Falsche Namen und viele unbrauchbare Dateien

Zweitwichtigstes Kriterium war die angebotene Dateienmenge. Vor allem die Tauschplattform Kazaa wird von der Musikindustrie mit unbrauchbaren Dateien und falschen Namen überschwemmt. Sie sollen die Nutzer davon abbringen, Musik gratis herunterzuladen. Wenig Sinn machen auch Börsen, bei denen der Download Tage oder gar Wochen dauert.
Ein düsteres Kapitel sind Programme mit schädlicher Software. Diese protokollieren die Internetnutzung eines PCs oder nerven durch Werbeeinblendungen. Einige Schädlinge bleiben sogar nach dem Entfernen der Tauschbörsensoftware aktiv. Einen schlechten Ruf hat in diesem Zusammenhang vor allem Kazaa, weshalb dringend zur Alternative K++ (Kazaa Lite) geraten wird. K++ verwendet dieselbe Tauschbörse, hat aber mehr Funktionen.

Die populärsten Tauschbörsen enthalten alle eine Suchfunktion, mit der man zum Beispiel durch Eingeben von «Twenty Four» die verpassten Folgen der TV-Serie findet. Bei Emule, K++ und Kazaa tummeln sich dabei alle Teilnehmer in einer gemeinsamen Börse, was die Suche vereinfacht.

Bei DC++ gibt es einzelne Server mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Suchfunktion beschränkt sich dabei auf einen Server. Bittorrent kennt keine Suchfunktion, dort muss man erst auf einer Webseite die genauen Infos einer Datei abholen. Ein Sonderfall ist Shareaza: Es nutzt parallel verschiedene Tauschbörsen.

Will man als Nutzer anonym bleiben, empfehlen sich Mute und Freenet/Entropy. Deren Installation ist aber kompliziert. Anonyme Nutzer verbreiten darin hauptsächlich regierungs- und gesellschaftskritische Inhalte. Die Börsen werden weniger genutzt, um Musik und Filme zu tauschen.

Temposieger im Vergleich war Bittorrent, das sich vor allem für grosse Dateien eignet. Seit Jahresbeginn klagen die Film- und die Musikindustrie aber Webseiten ein, die Bittorrent-Links publizieren.



INTERNET-ADRESSEN

Weitere Infos zu Tauschbörsenprogrammen: www. planetpeer.de (deutsch), www.slyck.com (englisch).

23. März 2005 | Kurt Haupt


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