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Artikel | K-Tipp 2/2005

Endlich sinkt das Preisniveau

Nach der Einführung einer Tiefpreis-Linie bei Coop ist der Preisunterschied zu Carrefour, Denner und Migros deutlich kleiner geworden. Das zeigt der fünfte K-Tipp-Preisvergleich.

Endlich sinkt das Preisniveau

Coop ärgerte seine Kunden lange mit Preisen, die deutlich über jenen von Hauptkonkurrentin Migros lagen. Unter dem Druck preisbewusster Konsumentinnen und Konsumenten und rückläufiger Umsätze hat Coop nun aber eine scharfe Kehrtwende vollzogen und vor wenigen Wochen eine eigene Tiefpreis-Linie unter dem Label «Prix Garantie» lanciert.

Das wirkt sich auf den neuen K-Tipp-Warenkorb aus. Bei früheren Preisvergleichen des K-Tipp war Coop bis zu 27,3 Prozent teurer als der jeweils günstigste Anbieter (siehe Box unten). Nur dank den «Prix-Garantie»-Artikeln, die beim Testeinkauf 24 von 40 Artikeln ausmachen, hat sich der Abstand auf den aktuellen Vergleichssieger Carrefour auf 10,8 Prozent verringert. So nah war Coop dem Erstplatzierten in Sachen Preise noch nie.

Den zweiten Platz belegt die Migros. Bei ihr ist der Testeinkauf 4,7 Prozent teurer als bei Carrefour, gefolgt von Denner, wo 6,45 Prozent mehr bezahlt werden müssen.

Grund für das tiefe Preisniveau bei Carrefour ist ebenfalls hauptsächlich die hauseigene Tiefpreis-Linie «Numéro 1». Sie umfasst mit rund 300 Lebensmitteln und etwa 250 Non-Food-Produkten ein deutlich grösseres Sortiment als «M-Budget» von der Migros (rund 250 Artikel) und «Prix Garantie» von Coop (rund 150 Artikel).

Dabei darf man aber nicht vergessen: Auch wenn Carrefour, Coop und Migros mittlerweile mindestens die Hälfte der 40 Artikel im K-Tipp-Warenkorb mit ihren Tiefpreis-Linien abdecken, machen diese bei den Grossverteilern jeweils nur rund 1 Prozent des Gesamtsortimentes aus. Kunden, die also nicht gezielt Produkte aus diesen Linien kaufen, zahlen deutlich mehr.


«Die Preise werden weiter sinken»

Keine Tiefpreis-Linie führt Denner. «Als Discounter eine solche Linie zu führen wäre unglaubwürdig», sagt Pressesprecherin Eva-Maria Bauder. Stattdessen setze Denner bei den Eigenmarken und den Markenprodukten voll auf Dauertiefpreise.

Das bedeutet: Bei Denner ist Einkaufen grundsätzlich günstig, ohne dass dazu speziell auf die Produkte einer Tiefpreis-Linie geachtet werden muss. Ausserdem verspricht Bauder, dass bei Denner noch Spielraum für weitere grundsätzliche Preissenkungen bestehe - und dieser auch ausgenutzt werde.

Das ist auch nötig, denn voraussichtlich bereits im nächsten Jahr wollen die für günstige Preise bekannten deutschen Discount-Ketten Aldi und Lidl in der Schweiz die ersten Geschäfte eröffnen. Carrefour-Chef Jean-Joël Huber: «Es wird einen gewaltigen Preiskampf geben - und die Preise werden auch in Zukunft weiter sinken.»



Fünf K-Tipp-Preisvergleiche: Carrefour, Denner und Migros belegten bisher die ersten drei Plätze

Insgesamt fünf Preisvergleiche mit jeweils 30 Food- und 10 Non-Food-Artikeln hat der K-Tipp seit März 2001 durchgeführt. Der Warenkorb wurde jeweils leicht verändert. Eingekauft wurden immer die günstigsten Produkte, ohne Berücksichtigung der Qualität. Bei den früheren Vergleichen war der Einkauf bei Carrefour, Denner und Migros grundsätzlich am billigsten. In wechselnder Reihenfolge belegten (und belegen) die drei Anbieter immer die Medaillenplätze.

Coop, nach der Migros der zweitgrösste Verteiler auf dem Markt, schaffte es in der Regel nur mit deutlichem Abstand auf den vierten Platz. Bezogen auf den K-Tipp-Warenkorb war Einkaufen bei Coop bis zu 27,3 Prozent teurer als beim jeweils günstigsten Anbieter. Und: Coop war bis zu 23,5 Prozent teurer als Hauptkonkurrentin Migros. Mit der Einführung der Coop-Tiefpreis-Linie «Prix Garantie» ist dieser Abstand beim aktuellen Preisvergleich deutlich kleiner geworden.

So sah die Reihenfolge in den früheren Preisvergleichen aus:



30 Food- und 10 Non-Food-Artikel für eine Familie

Für den Preisvergleich kaufte der K-Tipp Produkte ein, die von einer Durchschnittsfamilie regelmässig gebraucht werden und die alle Grossverteiler im Sortiment führen. Frischprodukte fallen deshalb weg.
- Eingekauft wurde das jeweils günstigste Produkt ohne Rücksicht auf Marke und Herkunft.
- Die Preise wurden am 13. Januar erhoben.
- Wo Läden unterschiedliche Mengen anboten, wurden die Preise entsprechend dem K-Tipp-Warenkorb hochgerechnet.
- Kundenkarten, Rabattmarken und -bons sowie an Bedingungen wie Mindesteinkaufssummen geknüpfte Aktionen wurden nicht berücksichtigt.

26. Januar 2005 | Markus Kellenberger - mkellenberger@ktipp.ch


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