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Im Kampf um Marktanteile wirbt die Swisscom mit einem Preisvergleich, der ihre neuen Halbpreis-Abos günstiger darstellt, als sie es sind.
Das Balkendiagramm im Swisscom-Inserat ist auf den ersten Blick sehr überzeugend. Gerade mal 20 Rappen bezahlt, wer mit dem neuen Abo «Halbpreis National» werktags kurz nach Mittag während fünf Minuten im Schweizer Festnetz telefoniert. Bei allen anderen im Diagramm aufgeführten Angeboten (Sunrise Select, Tele2 Standard und Moonlight, Swisscom Standardtarif) kostet das mindestens 38 Rappen.
Allerdings: «Halbpreis National» der Swisscom gibts ab 2005 nur gegen eine monatliche Abogebühr von Fr. 9.80; diese ist selbst dann zu bezahlen, wenn man den ganzen Monat über gar nie telefoniert. Bei den anderen Angeboten hingegen fallen keine Fixkosten an. Die Swisscom vergleicht also «Äpfel mit Birnen».
Kaum Abhilfe leistet die Legende zum Diagramm. Der 20-Rappen-Balken zum Abo «Halbpreis National» wird darin unter «Angebote mit Abokosten» geführt - was manchen Betrachter zum Fehlschluss verleiten dürfte, die Abokosten seien bei den 20 Rappen bereits einberechnet. Da nützt es auch nicht viel, wenn die Swisscom dem K-Tipp gegenüber festhält, man habe genau das Gegenteil zum Ausdruck bringen wollen.
Wenig Konkretes erfährt man im Inserat ferner zur Frage, ab wann ein Halbpreis-Abo eigentlich rentiert. Die Swisscom rühmt zwar, dass jeden Monat die ersten 60 Minuten im Schweizer Festnetz gratis seien, verweist ansonsten aber primär auf ihren «Aboberater» im Internet.
Lange quasseln, bevor es sich lohnt
Für alle, die es ohne Umweg übers Internet wissen wollen: «Halbpreis National» lohnt sich ab 185 Gesprächsminuten pro Monat, sofern 100 Prozent der Gespräche zur Normaltarifzeit (Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr) geführt werden. Entfallen aber zum Beispiel nur 30 Prozent der Gesprächsminuten auf die Normal- und 70 Prozent auf die Niedertarifzeit, rechnet sich «Halbpreis National» erst ab 317 Minuten pro Monat.
01. Dezember 2004 | Gery Schwager - gschwager@ktipp.ch
