SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | saldo 18/2004

Nur kleine Geräte sind sparsam

LCD-Flachfernseher sind Stromsparer. Doch ihr Bildschirmdurchmesser wird immer grösser - mit der Folge, dass der Stromverbrauch rapid ansteigt.

Der Blick in vorweihnächtliche Schaufenster bestätigt es: Fernsehhändler setzen die formschönen Flachfernseher zunehmend besser ins Bild. Die vergleichsweise klobigen und schweren Röhrenbildschirme werden leicht verschämt in den hinteren Reihen platziert.

Der Trend zum LCD-TV hat in der Schweiz erst 2003 eingesetzt: Von 359 000 verkauften Fernsehern waren 13 Prozent flach - fünfmal mehr als im Jahr zuvor. Das grösste Wachstum verzeichneten die Strom sparenden LCD-Fernseher - deutlich vor den Plasmageräten, die viel Energie verbrauchen.


Grundig Tharus LCD 51-9410: Extrem tiefe Stromkosten

Parallel zu den steigenden Stückzahlen und zur Vielfalt der Produkte fallen die Preise in den Keller. Ein Beispiel: Anfang 2002 kostete ein LCD-Gerät von Sharp mit 50 Zentimetern Bildschirmdiagonale knapp 7000 Franken. Heute ist das Nachfolgemodell schon für rund 1400 Franken zu haben.

Inzwischen sind bereits LCD-Apparate mit über einem Meter Bildschirmdiagonale erhältlich - und damit steigt auch der Stromverbrauch. Der Grund: Mit einer verbesserten Bildqualität nimmt auch die Leuchtkraft der Bilder zu. Beide Faktoren zusammen haben zur Folge, dass der grundsätzliche Energievorteil von LCD-Fernsehern gegenüber Röhrengeräten mit zunehmender Bildgrösse weggefressen wird.

Der Grundig Tharus LCD 51-9410 (2998 Franken) hat derzeit den besten Energieeffizienz-Index - dieser ergibt sich aus der Leistung geteilt durch die Diagonale des Bildschirms (siehe Tabelle): Das Gerät bezieht mit seinem 51-Zentimeter-Bild im betriebsbereiten Zustand nur 40 Watt aus der Steckdose. Die Stromkosten in zehn Jahren liegen mit 131 Franken unerreicht tief. Durchschnittliche Fernseher brauchen mindestens doppelt so viel Strom.


82-Zentimeter-Bild: Röhrengeräte sind deutlich sparsamer

Ebenfalls sehr sparsam sind auch zwei Röhrenfernseher: Die Modelle Beo Vision MX 4200 von Bang & Olufsen (53 Zentimeter, 2375 Franken) und KV-21 CT 1 von Sony (54 Zentimeter, 448 Franken) brauchen nur 56 Watt. Sie stehen damit vor weiteren LCD-Modellen von Sharp und Loewe.

In der Grössenklasse mit 76-Zentimeter-Bild und 16:9-Breitbildformat liegen LCD-und Röhrenfernseher beim Stromverbrauch gleichauf. Das LCD-Gerät Grundig Tharus LW 76-9410 (5998 Franken) und das 100-Hertz-Röhrenmodell Panasonic TX-32 PS 11 D (1999 Franken) verbrauchen je 120 Watt.

Bei TV-Geräten mit 82-Zentimeter-Bild haben die Röhrenfernseher die Nase klar vorn. Grundig Rome 8272/7 (2398 Franken) liegt mit 95 Watt deutlich vor Philips 32 PW 8719 (1699 Franken) mit 115 Watt. Erst auf dem zweitletzten Platz bezüglich Stromverbrauch folgt der LCD-Flachfernseher Sharp LC 32 GA 3 E (4999 Franken) mit einem Verbrauch von 143 Watt.


Grossbildschirme: Plasmageräte sind wahre Stromfresser

Wer sich kinoähnliches Sehvergnügen leisten kann, muss sich zwischen LCD-Geräten und Plasmafernsehern entscheiden. So imposant wie die Grossbildschirme sind auch die Preise: Sie bewegen sich zwischen 5000 und 30 000 Franken. Angeboten werden für das Heimkino Bildschirmgrössen ab 90 bis 160 Zentimeter. Beim Energieverbrauch der Giganten präsentieren sich Plasmageräte als grosse Verschwender: Sie brauchen zwei- bis viermal so viel Strom wie LCD-Geräte - meist so viel, wie ein Bügeleisen im Dauerbetrieb.

Punkto Bildschirmgrösse können die Röhrengeräte mit der neuen Konkurrenz zwar nicht mithalten. Ein Test der deutschen Stiftung Warentest hat aber gezeigt: Konventionelle Fernseher sind bei der Bildqualität nach wie vor besser als LCD-Modelle (saldo 16/04).

Weitere Infos zu den erwähnten Modellen unter www.topten.ch

10. November 2004 | Armin Braunwalder, Eric Bush


Beitrag als PDF
Nur kleine Geräte sind sparsam
Download PDF 118.57 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Augen auf beim Spielzeugkauf! Diese Shampoos wirken gegen Schuppen Pulsuhren: Schlechte Resultate
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten