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LCD-Flachfernseher sind Stromsparer. Doch ihr Bildschirmdurchmesser wird immer grösser - mit der Folge, dass der Stromverbrauch rapid ansteigt.
Der Blick in vorweihnächtliche Schaufenster bestätigt es: Fernsehhändler setzen die formschönen Flachfernseher zunehmend besser ins Bild. Die vergleichsweise klobigen und schweren Röhrenbildschirme werden leicht verschämt in den hinteren Reihen platziert.
Der Trend zum LCD-TV hat in der Schweiz erst 2003 eingesetzt: Von 359 000 verkauften Fernsehern waren 13 Prozent flach - fünfmal mehr als im Jahr zuvor. Das grösste Wachstum verzeichneten die Strom sparenden LCD-Fernseher - deutlich vor den Plasmageräten, die viel Energie verbrauchen.
Grundig Tharus LCD 51-9410: Extrem tiefe Stromkosten
Parallel zu den steigenden Stückzahlen und zur Vielfalt der Produkte fallen die Preise in den Keller. Ein Beispiel: Anfang 2002 kostete ein LCD-Gerät von Sharp mit 50 Zentimetern Bildschirmdiagonale knapp 7000 Franken. Heute ist das Nachfolgemodell schon für rund 1400 Franken zu haben.
Inzwischen sind bereits LCD-Apparate mit über einem Meter Bildschirmdiagonale erhältlich - und damit steigt auch der Stromverbrauch. Der Grund: Mit einer verbesserten Bildqualität nimmt auch die Leuchtkraft der Bilder zu. Beide Faktoren zusammen haben zur Folge, dass der grundsätzliche Energievorteil von LCD-Fernsehern gegenüber Röhrengeräten mit zunehmender Bildgrösse weggefressen wird.
Der Grundig Tharus LCD 51-9410 (2998 Franken) hat derzeit den besten Energieeffizienz-Index - dieser ergibt sich aus der Leistung geteilt durch die Diagonale des Bildschirms (siehe Tabelle): Das Gerät bezieht mit seinem 51-Zentimeter-Bild im betriebsbereiten Zustand nur 40 Watt aus der Steckdose. Die Stromkosten in zehn Jahren liegen mit 131 Franken unerreicht tief. Durchschnittliche Fernseher brauchen mindestens doppelt so viel Strom.
82-Zentimeter-Bild: Röhrengeräte sind deutlich sparsamer
Ebenfalls sehr sparsam sind auch zwei Röhrenfernseher: Die Modelle Beo Vision MX 4200 von Bang & Olufsen (53 Zentimeter, 2375 Franken) und KV-21 CT 1 von Sony (54 Zentimeter, 448 Franken) brauchen nur 56 Watt. Sie stehen damit vor weiteren LCD-Modellen von Sharp und Loewe.
In der Grössenklasse mit 76-Zentimeter-Bild und 16:9-Breitbildformat liegen LCD-und Röhrenfernseher beim Stromverbrauch gleichauf. Das LCD-Gerät Grundig Tharus LW 76-9410 (5998 Franken) und das 100-Hertz-Röhrenmodell Panasonic TX-32 PS 11 D (1999 Franken) verbrauchen je 120 Watt.
Bei TV-Geräten mit 82-Zentimeter-Bild haben die Röhrenfernseher die Nase klar vorn. Grundig Rome 8272/7 (2398 Franken) liegt mit 95 Watt deutlich vor Philips 32 PW 8719 (1699 Franken) mit 115 Watt. Erst auf dem zweitletzten Platz bezüglich Stromverbrauch folgt der LCD-Flachfernseher Sharp LC 32 GA 3 E (4999 Franken) mit einem Verbrauch von 143 Watt.
Grossbildschirme: Plasmageräte sind wahre Stromfresser
Wer sich kinoähnliches Sehvergnügen leisten kann, muss sich zwischen LCD-Geräten und Plasmafernsehern entscheiden. So imposant wie die Grossbildschirme sind auch die Preise: Sie bewegen sich zwischen 5000 und 30 000 Franken. Angeboten werden für das Heimkino Bildschirmgrössen ab 90 bis 160 Zentimeter. Beim Energieverbrauch der Giganten präsentieren sich Plasmageräte als grosse Verschwender: Sie brauchen zwei- bis viermal so viel Strom wie LCD-Geräte - meist so viel, wie ein Bügeleisen im Dauerbetrieb.
Punkto Bildschirmgrösse können die Röhrengeräte mit der neuen Konkurrenz zwar nicht mithalten. Ein Test der deutschen Stiftung Warentest hat aber gezeigt: Konventionelle Fernseher sind bei der Bildqualität nach wie vor besser als LCD-Modelle (saldo 16/04).
Weitere Infos zu den erwähnten Modellen unter www.topten.ch
10. November 2004 | Armin Braunwalder, Eric Bush
