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Artikel | saldo 18/2004

Teures Plastikgeld

Die Banken wollen neu 50 Franken für die Maestro-Karte. Noch rechtzeitig kümmert sich jetzt die Wettbewerbskommission um das Bankendiktat.

Früher hiess sie EC-Karte, heute Maestro. Ausser dem Namen hat sich für die Kunden nichts geändert. Die Plastikkarte dient zum Bezug von Bargeld am Bancomaten und als Zahlungsmittel bei Einkäufen. Die meisten Kartenbesitzer zahlen ihrer Bank eine Jahresgebühr von 20 Franken.

Das soll sich ändern, wenn es nach dem Willen der Detailhändler und Banken geht. Neu soll die Karte 50 Franken im Jahr kosten. Vor dem Wechsel zur einheitlichen Maestro-Karte gabs in der Schweiz 3,8 Millionen EC-Karteninhaber. Bei einer Gebührenerhöhung würden also auf die Schnelle über 100 Millionen Franken im Jahr von den Konsumenten in die Kassen der Banken fliessen. Doch vorläufig liegt der Fall bei der Wettbewerbskommission (Weko). «Wir haben bei der Debitkarte Maestro eine Vorabklärung eingeleitet», bestätigt Weko-Vizedirektor Olivier Schaller gegenüber saldo. Schon vor einem Jahr hatte die Weko eine Untersuchung in Zusammenhang mit den Verrechnungsgebühren bei den Kreditkarten eröffnet. Darum geht es im Streit ums teure Plastikgeld: Wenn ein Kunde mit einer Maestro-Karte bezahlt, muss der Detailhändler für die Transaktion zwischen 19 und 30 Rappen den Banken abliefern. Das ist den Banken zu wenig. Ähnlich wie bei den Kreditkarten schwebte ihnen vor, die Rappenbeträge pro Transaktion durch eine Kommission zu ersetzen.

Übrigens: Für die Postcard zahlen die rund 2,1 Millionen Inhaber keine Jahresgebühr. Und auch der Händler fährt mit der Post günstiger.
Je nach Umsatz kostet ihn ein bargeldloser Postcard-Einkauf zwischen 15 und 25 Rappen.

sa

10. November 2004


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