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Artikel | K-Tipp 17/2004

Sparen leicht gemacht

Eine Gruppe, mehrere Krankenkassen: Mit diesem Modell gehen inzwischen etliche Versicherer auf Kundenfang. Prämiensparer können sich das zunutze machen.

Warum Fr. 316.50 pro Monat zahlen, wenn es das Gleiche auch für Fr. 242.80 gibt? Oder anders ausgedrückt: Warum bei der teuren Krankenkasse CMBB/SKBH bleiben, wenn die Avenir im Jahr 2005 jeden Monat Fr. 91.70 oder 29 Prozent billiger ist?

Solche und ähnliche Fragen sollten sich Versicherte stellen, die bei einer der 13 Krankenkassen der Groupe Mutuel versichert sind. Diese 13 Kassen haben unterschiedliche Prämien - aber die gleiche Verwaltung in Martigny VS.

Wer also von einer teureren Groupe-Mutuel-Kasse in die billigste wechselt, bleibt im gleichen Kassenverband - es ändert nur der Kassenname auf der Police. Für Kunden mit Zusatzversicherungen ergeben sich dadurch ebenfalls keine Änderungen, weil auch die Zusätze der Groupe Mutuel zentral in Martigny betreut werden und für alle Groupe-Mutuel-Versicherten gleich sind.

Beim obigen Beispiel ergibt ein Wechsel von der CMBB/SKBH zur Avenir im nächsten Jahr ein Sparpotenzial von 1100 Franken (für die Prämienregion 3 des Kantons Bern, gerechnet mit 300 Franken Franchise inkl. Unfall).

Solche Unterschiede zwischen der teuersten und der billigsten Groupe-Mutuel-Kasse gibt es in der ganzen Schweiz. In 18 Kantonen bzw. Prämienregionen beträgt er 2005 mindestens 600 Franken im Jahr.


Auf Kundenfang mit günstigen «Töchtern»

Allerdings: Die Groupe-Mutuel-Verantwortlichen sehen solche Wechsel innerhalb der Gruppe nicht gerne. Sie haben deshalb ihre eigenen Kunden auch nie auf diese leicht zu realisierende Prämienersparnis aufmerksam gemacht. Und sie verlangen eine formelle Kündigung sowie eine offizielle Neuanmeldung bei der anderen Kasse.

Tipp: Verlangen Sie keine Offerte, sondern melden Sie sich direkt schriftlich an (siehe Musterbrief im K-Tipp 16/04).
In der Zwischenzeit haben andere Kassen das Groupe-Mutuel-Modell kopiert und gehen ebenfalls mit mehreren Anbietern auf Kundenfang.

So zum Beispiel die Helsana. Die Prämienübersicht in der K-Tipp-Ausgabe 16/04 hat gezeigt: Die Helsana-Tochtergesellschaften Avanex, Progrès und Sansan sind für konsequente Prämiensparer in der ganzen Schweiz eine echte Alternative zur teureren Muttergesellschaft Helsana geworden.

Beispiel: Wer in der Prämienregion 1 des Kantons Baselland wohnt, spart mit einem Wechsel von Helsana zu Sansan 624 Franken im Jahr (ebenfalls mit 300 Franken Franchise inkl. Unfall gerechnet).

Ab 2005 gibt es zwei weitere Günstiganbieter. Die Visana ist mit ihrer Tochter Sana 24 auf dem Markt - und zwar in all jenen Kantonen, in denen auch die Visana selber aktiv ist (das sind alle ausser AI, AR, GE, GL, GR, JU, NE und TG). Und die CSS geht mit ihrer Tochter Arcosana auf Kundenfang - in der ganzen Schweiz.


Visana- und CSS-Kunden profitieren

Im Vergleich mit allen anderen Kassen sind beide Neulinge prämienmässig noch nicht besonders attraktiv, weil sich neue Krankenversicherer im ersten Betriebsjahr in einem engen Bereich um die Durchschnittsprämie des Kantons herum bewegen müssen.

Allerdings: Für CSS- und Visana-Versicherte, die in der gleichen «Familie» bleiben möchten, ist die Neugründung aus dem eigenen Haus schon ab sofort in den meisten Kantonen bzw.
Prämienregionen günstiger. Dies deshalb, weil CSS und Visana im landesweiten Schnitt zu den teuersten gehören.

Beispiele: Wer in der Stadt Basel von der CSS zur Arcosana wechselt, spart 528 Franken im Jahr. Und in der Stadt Luzern beträgt der Unterschied zwischen Visana und Sana 24 im nächsten Jahr 949 Franken.


Kein «Splitting» bei der CSS

Und das «Splitting»? Helsana-Kunden, die die Grundversicherung von der Helsana zu einer der Töchter wegzügeln, die Zusatzversicherungen aber bei der Helsana belassen, haben bei der Rückerstattung von Rechnungen mehr Mühe; denn jetzt sind zwei Versicherer involviert. Die Helsana will das Prozedere innerhalb der Gruppe nicht vereinfachen.

Tipp: In solchen Fällen schicken Sie alle Originalrechnungen immer zuerst dem Grundversicherer. Machen Sie vorher eine Fotokopie, falls Sie kein Doppel erhalten haben. Sobald Sie den Vergütungsentscheid der Grundversicherung erhalten haben und ungedeckte Kosten bleiben, schicken Sie diese Abrechnung auch an die Kasse, bei der Sie Zusatzversicherungen haben.

Einfacher haben es Visana- und CSS-Kunden:
- Die Visana übernimmt für ihre Zusatzversicherten die ganze Administration - auch das Abrechnungsprozedere mit einem anderen Grundversicherer. Wer das will, muss sich für das «Splitting Plus» anmelden.
- Die CSS sagt, bei einem Wechsel zur günstigeren Arcosana würden die bestehenden CSS-Zusatzversicherungen zur Arcosana transferiert - zu gleichen Bedingungen. Kassenwechsler werden dann wiederum aus einer Hand betreut. So gesehen gibt es für CSS-Kunden keinen Grund mehr, bei der teuren CSS zu bleiben.
Tipps für alle Versicherten:
- Die neuen Prämienausweise kommen in diesen Tagen. Sie haben noch genug Zeit, um sich einen allfälligen Wechsel zu überlegen.
- Beachten Sie den Talon auf Seite 33.
- Holen Sie Infos auf www.praemien2005.admin.ch.
- Die Zeitschrift K-Geld bringt am 27. Oktober einen Artikel zur Berechnung der passenden freiwilligen Wahlfranchise.



Die Adressen der Günstig-Anbieter

- Arcosana, Rte. André Piller 33A, Case postale 68, 1762 Givisiez, Tel. 026 460 15 15
- Groupe Mutuel (Avantis, Avenir, Caisse Vaudoise, CMBB/SKBH, CM EOS, CM Fonction Publique, CM Troistorrents, Easy Sana, Hermes, Mutuel Assurances, Natura Assurances, Panorama, Universa), Rue du Nord 5, 1920 Martigny, Tel. 0848 803 111
- Sana 24, Thunstrasse 162, 3074 Muri, Tel. 0848 72 62 24
- Avanex, Tel. 0844 88 40 40
- Progrès, Tel. 0844 88 40 27
- Sansan, Tel. 0844 72 67 26
Alle drei: Postfach 444, 8304 Wallisellen

20. Oktober 2004 | Ernst Meierhofer - emeierhofer@ktipp.ch


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