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Artikel | K-Tipp 16/2004

Franchise selber wählen

Erhöhte Wahlfranchisen sind eine gute Möglichkeit, um Prämien zu sparen. Aber man muss sie sich leisten können. In vielen Fällen bringt ein Kassenwechsel mehr.

Bei der gesetzlichen Mindestfranchise ändert sich 2005 nichts; sie bleibt bei 300 Franken pro Kalenderjahr. Franchise heisst: Von ihren Arzt- oder Spitalkosten muss die versicherte Person jedes Jahr die ersten 300 Franken aus dem eigenen Sack zahlen.

Nach «Erledigung» der Franchise müssen Versicherte auch nächstes Jahr jeweils noch 10 Prozent der Rechnung selber berappen - aber maximal 700 Franken. Zusammen ergibt das eine Kostenbeteiligung von höchstens 1000 Franken pro Kalenderjahr.

Bei den freiwillig erhöhten Wahlfranchisen sind nächstes Jahr die Stufen 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken möglich. Die Krankenkassen werden die Versicherten, die jetzt schon eine Wahlfranchise haben, automatisch umteilen. Wer beispielsweise nach alter Regelung bei 400 Franken liegt, bekommt die höhere 500er-Franchise zugeteilt.

Denn der Bundesrat hat bestimmt: Die Umteilung erfolgt auf diejenige Stufe, die der jetzigen am nächsten kommt - im Zweifelsfall in die höhere. Die heutigen Stufen lauten 400, 600, 1200 und 1500 Franken (noch bis Ende Jahr).

Aber: Diese neue Einteilung muss niemand akzeptieren; Wahlfranchisen sind freiwillig.

Wer eine andere Franchise will, muss dies der Kasse bis Ende November mitteilen - schriftlich und am besten eingeschrieben.

Das Grundprinzip bei der Wahl der Franchise lautet: Wer öfter zum Arzt geht und keine grossen finanziellen Reserven hat, sollte eher bei der ordentlichen Franchise von 300 Franken bleiben.

Hohe Franchisen hingegen sind nur für gesunde Versicherte geeignet, die diese happige Kostenbeteiligung auch problemlos auf einen Schlag zahlen können.

Inzwischen sind auch die Grundversicherungsprämien für das Jahr 2005 bekannt. Nach wie vor gilt: Mit einem Kassenwechsel lässt sich viel Geld sparen. Für die Anmeldung bei einer neuen Kasse können Sie den Musterbrief auf dieser Seite benutzen.



Assura? - Nein danke!

Die Krankenkasse Assura hat günstige Prämien - aber der K-Tipp kann sie nicht empfehlen. Bei Umfragen zum Thema Kundenzufriedenheit schneidet sie schlecht ab: Sie zwingt ihre Kunden mit Tricks zum Abschluss von hohen Franchisen, und sie wimmelt Antragsteller ab, von denen sie annimmt, dass sie hohe Kosten verursachen.
Am schlimmsten ist aber: Assura-Kunden müssen - anders als Versicherte der meisten anderen Kassen - Medikamente zuerst selber zahlen und können erst dann die Rechnung der Assura zur Rückerstattung schicken. «Das treibt Schwerkranke in den finanziellen Ruin», sagt Liz Isler vom Forum für Lungenkrebs in Münchenstein BL.

06. Oktober 2004 | Ernst Meierhofer - emeierhofer@ktipp.ch


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