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«Satelliten-Dialer» bescheren Surfern horrende Telefonrechnungen.
Beim Surfen hatte sich Hans Räber (Name geändert) versehentlich ein Wählprogramm (Dialer) heruntergeladen, das die Verbindung ins Web heimlich auf eine teure Telefonnummer umleitete. In der Schweiz glaubte man dieses Problem beseitigt zu haben, als Anfang April die Verwendung von 0900er-Nummern durch Dialer verboten wurde. Doch in Räbers Fall wars keine 0900er-Nummer, sondern eine mit Vorwahl 0088213, die für die Kosten von mehreren hundert Franken sorgte.
Laut Bundesamt für Kommunikation (Bakom) gehört die Vorwahl 0088213 dem italienischen Satellitenbetreiber Telespazio. Doch offenbar hat Telespazio 0088213er-Nummern auch an Internet-Anbieter weitervermietet. Auf deren Seiten lauern nun Dialer mit der teuren Satellitenvorwahl. Aufgetaucht sind sie auf Sex-Sites, aber auch auf harmlosen Seiten - zum Beispiel mit Kochrezepten.
Doch nicht nur die «Satelliten-Dialer» umgehen das Schweizer Verbot für die 0900er-Wählprogramme. Im Umlauf sind auch «Südsee-Dialer», die exotische Destinationen mit der Vorwahl 00239, 00245, 00246 oder 00674 anwählen.
Laut Bakom gilt wie bisher: Nur die unbestrittenen Beträge auf der Rechnung bezahlen und bei der Telefongesellschaft eine schriftlich begründete Beschwerde gegen die Dialer-Verbindungen einlegen.
(gs)
08. September 2004
