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Wer ein Hotelzimmer sucht, bucht am besten bei einem neutralen Hotelportal im Internet: Hier gibts häufig den tiefsten Preis.
Das Internet mausert sich zum Reisebüro. Touristen und Geschäftsleute buchen Pauschalarrangements, Flugtickets und Hotels immer häufiger per Mausklick.
K-Geld hat einige Portale und Hotel-Sites verglichen. Fazit: Bei Hotels eröffnet die Online-Suche nicht nur die grösste Auswahl, sondern oft auch die besten Preise.
Beispiel Berlin, Viersterne-Hotel: Das «Ramada Plaza» offeriert auf der eigenen Website drei Übernachtungen (2. bis 5. September) im Doppelzimmer (ohne Frühstück) für umgerechnet Fr. 641.-. Aber ist das wirklich der beste Preis? Nein. Denn mittlerweile bieten unzählige Hotelportale ihre Dienste als Zwischenhändler an und haben in vielen Fällen tiefere Preise als die Hotels selber.
Im Beispiel des «Ramada Plaza» findet man beim Portal Opodo.de zwar den gleichen Preis wie im Hotel. Unter Hotels.com ist das Zimmer aber für Fr. 605.- ausgeschrieben, bei Hrs.com für Fr. 549.-. Allhotels.com offeriert es für Fr. 486.-. Das sind 25 Prozent weniger, als das Hotel selber verlangt.
In Europa ist es relativ neu, dass Hotelportale bessere Konditionen haben als die hoteleigene Website. In Nordamerika ist das schon lange üblich.
Beispiel New York, Zweisterne-Hotel: Das «Comfort Inn Manhattan» publiziert einen Preis von Fr. 944.- für drei Nächte. Bei Expedia.com kostet das Zimmer Fr. 852.- und bei Hotelguide.com Fr. 808.-.
Bereits ist in den USA ein Streit entbrannt zwischen den Besitzern der Hotelketten und ihren Franchisenehmern, weil diese auf den Hotelportalen ihre Zimmer zu tieferen Preisen anbieten.
Zeitraubende Suche nach dem Zimmerpreis
Grosser Vorteil der Hotelportale: weltweite Präsenz, das unmittelbare Aufschalten von Spezialtarifen und die direkte Vergleichsmöglichkeit mit anderen Hotels.
Auf der Suche nach dem Hotelportal mit den besten Preisen gilt es aber aufzupassen. Denn es gibt mittlerweile mehrere hundert Websites mit Buchungsmöglichkeiten: Hotelverzeichnisse, Suchmaschinen und Portale. Ob Findmyresort.com oder Selectedhotels.com - die Gewähr, ob ein Anbieter seriös ist, erhält man beim ersten Klick kaum. Tipp: «about us» oder «über uns» anklicken und die dahinter stehende Firma unter die Lupe nehmen.
Bei weltweit etablierten Portalen (siehe Tabelle) ist das Buchungsprozedere zwar sicher, doch muss man auch hier vorsichtig sein:
- Auf einem guten, benutzerfreundlichen Portal kann man durch Eingabe des Hotelnamens nach einem bestimmten Haus suchen und erhält gleich die Infos.
- Bei weniger praktisch aufgebauten Portalen beschränkt sich die Präsentation der Angebote auf wenige Hotels pro Stadt. Wer den Zimmerpreis in einem bestimmten Hotel wissen will, muss sich zuerst durch mehrere Seiten klicken, was mühsam und zeitraubend ist.
- Ebenfalls sehr wichtig: die Online-Verfügbarkeit der Zimmer. Ob ein bestimmter Zimmertarif für das gewünschte Datum wirklich angewendet werden kann, sollte vor dem Buchungsvorgang ersichtlich sein - sonst hat man bereits die Kreditkartennummer eingegeben und wird daraufhin eventuell mit einer Absage oder einem höheren Zimmertarif konfrontiert.
Angaben oft ohne Taxen und Mehrwertsteuer
Zwar werben die meisten Portale mit einer immensen, sechsstelligen Anzahl Hotels und weltweiter Präsenz, doch haben die einzelnen Portale ihre geografischen Stärken und Schwächen. Prinzipiell liegen die Stärken - sprich die Auswahl an Hotels mit Spezialtarifen - in ihren Herkunftsländern:
- Europa: Hier warten Hrs. com, Opodo.de und Ebookers mit den besten Preisen auf, ebenso kleinere Portale wie Budgethotel.com.
- Nordamerika: Giganten wie Expedia.com, Hotels. com, Travelocity.com dominieren bei den Billigtarifen.
- Lohnen kann sich aber auch der Klick auf lokal stark verankerte Portale, für Italien etwa Venere.com, für Grossbritannien Signpost.co.uk.
Ein Ärgernis bei Hotelportalen ist mancherorts die unvollständige Angabe des Endpreises. Denn zu den publizierten Zimmerpreisen kommen in den USA knapp 14 Prozent und in Europa rund 16 Prozent Mehrwertsteuer oder Taxen. Diese Zuschläge sind nicht auf allen Portalen vor dem Klick auf «Buchung» ersichtlich.
Nur hin und wieder sind zudem die Annullierungsbedingungen mit wenigen Klicks abrufbar. Vorbildlich ist Budgethotel.com. Neben 60 Franken Bearbeitungsgebühr verlangt das Hotelportal bei Annullierung der Buchung 21 bis 15 Tage vor dem geplanten Aufenthalt 20 Prozent des Preises, 14 bis 8 Tage vorher 50 Prozent, 7 bis 1 Tag vorher 80 Prozent und bei Absage am Ankunftstag wird der volle Preis berechnet.
Alle Leistungen als Paket suchen und buchen
Gibts während des Hotelaufenthalts etwas zu bemängeln, verweisen die Hotelportale den Kunden direkt ans Hotel.
Grundsätzlich gibt es einen markanten Unterschied zwischen reinen Hotelportalen (Allhotels.com, Hrs. com) und Reiseportalen (Opodo.de, Ebookers.ch, Expedia.com): Wer die verschiedenen Leistungen - Flugticket und Hotel - einzeln bucht, läuft Gefahr, dass nach der Buchung des ersten Bausteins die anderen Leistungen nicht mehr verfügbar sind. Als Folge muss er die erste Buchung rückgängig machen.
Gibt man bei den Reiseportalen eine Gesamtanfrage ein - zum Beispiel Flug, Hotel, Mietwagen vom 2. bis 5. September -, klärt das Portal die Verfügbarkeiten aller Leistungen gemeinsam ab, bestätigt diese oder schlägt Alternativen vor.
Tipp für alle, die regelmässig per Internet Reisen buchen: Es kann sich lohnen, sich für eine Stammwebsite zu entscheiden. Man gewinnt Vertrauen in die Geschäftsabwicklung, kennt das Buchungsprozedere und kann bei den meisten Portalen auch Punkte für weitere Buchungen sammeln.
Erfahrungsberichte von Gästen
Die Beschreibungen von Hotels, Zimmern und Umgebung sind je nach Hotelportal ziemlich dürftig. Aber auch hier bietet das Internet Abhilfe. In unabhängigen Meinungsportalen kann man vor dem Buchen die Erfahrungen von anderen ehemaligen Gästen dieses Hotels lesen.
Ein gutes Beispiel ist www.holidaycheck.de. Die Stärken des Portals liegen bei Ferienhotels am Mittelmeer. Aber es sind auch fünf Einträge zum «Ramada Plaza» in Berlin zu finden. Der Preis sei angemessen, das Personal sehr freundlich, heisst es in einer Bewertung. In einer anderen: «Obwohl auf den Internetseiten des Hotels die Wellnesseinrichtungen als kostenlos angekündigt sind, sollten wir 8 Euro bezahlen. So etwas finde ich sehr ärgerlich.»
Weniger Auswahl, gute Preise
Reisebüros schneiden im Vergleich mit Hotelportalen meist schlecht ab - ihr Angebot ist eingeschränkt. Keines der drei gesuchten Hotels in Berlin, New York und Rom (siehe Tabelle) ist in den Katalogen. Eine Anfrage beim gesuchten Hotel würde Fr. 60.- (Frantour) bzw. Fr. 80.- (SBB, Kuoni) kosten. Als Basis gilt zudem der hoteleigene Preis.
Attraktive Konditionen gibts bei Reisebüros für die Hotels in den Katalogen.
Beispiel: Als Alternative zum «Comfort Inn Manhattan» in New York offeriert etwa Skytours das Hotel Amsterdam Court. Das Doppelzimmer kostet für die drei Nächte Fr. 828.-. Bei den Hotelportalen Expedia und Allhotels zahlt man Fr. 1025.- bzw. Fr. 1040.-.
01. September 2004 | Gregor Waser
