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Die blaue Wunderpille Viagra hat Konkurrenz erhalten. Der Kampf um die Kunden dürfte sich auf den Preis auswirken.
Wenn die Lust kommt und es zwischen den Partnern knistert, dann klappt nicht immer alles nach Wunsch. Die Mediziner haben dafür natürlich auch einen Namen: Erektile Dysfunktion. An der Lust liegt es meist nicht. Aber an der mangelnden Fähigkeit des Körpers, genug Blut im Penis anzusammeln, um ihn steif zu halten und so Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Rund die Hälfte aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren berichten in Befragungen über Potenzstörungen.
Seit 1998 kann vielen geholfen werden: mit Viagra. Die «Wunderpille» verhindert, dass zu viel Blut wieder aus dem Penis abfliesst. Für die Lust sind die Männer aber weiterhin selbst verantwortlich. Die blaue Pille wurde zum Megaseller. Allein in der Schweiz werden pro Monat rund 120 000 Viagra-Pillen abgesetzt. Der Stückpreis: etwa 20 Franken.
Dieser Markterfolg lässt andere Pharma-Konzerne natürlich nicht untätig bleiben: Bayer lancierte Ende letzten Jahres sein Potenzmittel Levitra und eroberte damit etwa einen Fünftel des Marktes. Eli Lilly brachte sein Medikament Cialis Mitte Juni in die Apotheken.
Zurzeit kosten noch alle Präparate gleich viel
Alle drei Präparate wirken nach demselben Prinzip - Cialis allerdings viermal länger. «Deshalb wird Cialis seinen Konkurrenten Marktanteile abjagen», sagt der Zürcher Apotheker Lorenz Schmid.
Heute kosten noch alle drei Präparate gleich viel. Insider schätzen aber, dass der Konkurrenzkampf künftig über den Preis geführt wird. Dieser dürfte für den Einsatz eine grosse Bedeutung gewinnen, da die Männer ihr Potenzmittel in den allermeisten Fällen selber bezahlen müssen.
23. Juni 2004 | Stefan Reinhart
