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Gratisferien und Millionengewinne - beim Fischzug auf Kunden werfen findige Geschäftemacher immer die gleichen Köder aus.
Versandhändler stellen riesige Bargeldgewinne in Aussicht. Werbeveranstalter verschicken Einladungen zu Nachtessen und locken mit Geschenken. Reiseanbieter veranstalten Wettbewerbe und versprechen Gratisferien. Doch die scheinbar so spendablen Firmen haben nur eines im Sinn: Abkassieren. saldo stellt die fiesesten Tricks vor.
Gratisferien-Trick: «Sie haben bei unserem Wettbewerb das grosse Los gezogen und eine Woche Traumferien gewonnen»: Wer von irgendwelchen Reiseveranstaltern ein solches Schreiben erhält, muss auf der Hut sein, denn die Anbieter sind auf Kundenfang. So verhökert etwa die St. Galler Sun-Tours AG mit der Wettbewerbsmasche massenhaft Billigreisen (saldo 11/04). Doch keine Spur von gratis: Für den Gewinn müssen die «Glücklichen» mehrere hundert Franken hinblättern.
Verlustrisiko: l l l
Versandhändler-Trick: Die guten Nachrichten kommen unter anderem vom deutschen Diamant Versand oder vom ABC-Club aus Holland: Zu Hunderttausenden verschicken Versandhändler ihre Angebote, und ebenso vielen Kunden stellen sie horrende Geldpreise in Aussicht - aber nur, wenn überteuerte Waren bestellt werden. Besonders aktiv ist der PB Versand in Unterägeri ZG (saldo 19/03). Exakt 24 500 Franken sollen derzeit all jenen winken, die bei der Firma ein «sensationelles Schlankheitsprogramm aus Naturextrakten» bestellen.
Verlustrisiko: l l l
Fax-Trick: Vom Mineralwasser-Sprudelgerät bis hin zum Feuermelder - kaum etwas, was heute nicht über kostenpflichtige Werbefaxe angeboten wird. Immer an vorderster Front mit dabei: Bortolini & Partner in Reichenburg SZ. 160 Franken verlangte die Firma zum Beispiel für einen wertlosen Eintrag in ein Branchenverzeichnis (saldo 5/04). Diesen Betrag zahlte allerdings auch, wer den Fax mit dem Vermerk «Kein Eintrag erwünscht» an die 0901er-Nummer retournierte.
Verlustrisiko: l l l
Teppich-Trick: Diverse Reiseveranstalter führen das Angebot im Programm: Türkeirundreisen zu Schnäppchenpreisen. Fester Bestandteil solcher Touren sind fast immer Besuche in Schmuck- oder Teppichfabriken. Das kann fatal enden: Geschulte Verkäufer bearbeiten die Touristen und drehen ihnen sündhaft teure Waren an. Ein Appenzeller Ehepaar war anschliessend um ein paar Schmuckstücke reicher, aber um 70 000 Franken ärmer (saldo 9/04).
Verlustrisiko: l l l
Fernheiler-Trick: Sie versprechen das Blaue vom Himmel - aber meist nur gegen Vorauszahlung: Hunderte von selbst ernannten Hellsehern und Fernheilern bieten hierzulande ihre Dienste an und schröpfen die Kundschaft. Nummer eins im Geschäft ist Kurt Kuster aus Zufikon AG (saldo 6/04). Tag für Tag sitzt der gelernte Maschinenschlosser in seiner noblen Villa vor dem Computer und überträgt «positive Gedankengebete» auf Mensch und Tier - für teures Geld.
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Lotto-Trick: Die E-Mails sind meist in holprigem Englisch verfasst und versprechen den Empfängern Millionengewinne in Lotterien mit Namen wie El Gordo, World Claim oder Fortune. Die Anbieter verlangen Bankangaben und buchen von den Konten der angeblichen Gewinner oft Tausende von Franken als «Vermittlungsgebühr» ab (saldo 4/04) - danach herrscht Funkstille.
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Werbefahrt-Trick: Ein «ganz besonderer Tag» soll es werden, frohlockt die Swi Pro Marketing und lädt Heerscharen von Gästen zu einem «deftigen Essen» ein (saldo 3/04) - Geschenke inklusive. Die Firma aus Brunnen SZ tummelt sich im Feld der Organisatoren von Werbefahrten und -veranstaltungen. Ziel: den Teilnehmern bei einem Gratisimbiss Appetit machen auf Produkte mit gepfefferten Preisen.
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23. Juni 2004 | Thomas Roth
