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Denner und Carrefour sind bei Markenartikeln praktisch auf den Rappen gleich teuer. Pick Pay und Coop kommen unter Zugzwang, die Preise zu senken.
Super Preise statt super Karte» - flächendeckend propagiert Denner auf Plakatwänden seine neuste Verbilligungsaktion: 130 Produkte, grösstenteils Markenartikel, sind beim Discounter seit zwei Wochen günstiger zu haben; im Schnitt beträgt der Abschlag etwa 10 Prozent.
Preisschnüffler sind im Auftrag von Carrefour unterwegs
Doch ist Denner so günstig wie behauptet? saldo verglich die Preise von rund 40 Markenprodukten, die bei mehreren Detailhändlern in identischen Packungsgrössen erhältlich sind. Resultat: Denner ist zwar der günstigste Anbieter, doch Carrefour verlangt nur unwesentlich mehr (siehe Tabelle).
Um über Angebote der Konkurrenz auf dem Laufenden zu sein, beschäftigt Carrefour Preisschnüffler: Finden diese tiefere Preise, werden die eigenen gesenkt. Auf 4800 Markenartikeln verspricht Carrefour die tiefsten Preise: Findet der Kunde das Pro-dukt woanders günstiger, erhält er die Preisdifferenz zehnfach zurück.
«Seit wir diese Garantie vor einem halben Jahr eingeführt haben, mussten wir gesamthaft nur 900 Franken an 85 Kunden ausbezahlen», freut sich Carrefour-Sprecher Peter Stefani. Im Gegenzug stellt Denner weitere Preissenkungen in Aussicht: «Die Preise sind bei uns immer noch zu hoch», lässt Denner-Chef Philippe Gaydoul verlauten.
Als «Markenartikel-Discounter» verkauft sich Pick Pay - ein Etikettenschwindel, denn die Preise bewegen sich nahezu auf Coop-Niveau. «Das wird sich ändern», sagt Pick-Pay-Sprecherin Claudia Bürgler. In drei Pilotläden in Einsiedeln SZ, Sarnen OW und Wetzikon ZH testet die Kette seit wenigen Wochen ein neues Konzept: Das Warenangebot wurde auf 2300 Artikel halbiert, die Preise um 5 bis 10 Prozent gesenkt. «In diesen Läden gibt es praktisch alle Artikel des saldo-Warenkorbs zu den gleichen Preisen wie bei Denner», so Bürgler. «Ausserdem wird Pick Pay in den nächsten Wochen in allen Verkaufsstellen bei rund 250 Artikeln die Preise senken.»
Noch dringender als bei Pick Pay ist der Handlungsbedarf bei Coop: In der saldo-Stichprobe war der Grossverteiler durchs Band am teuersten. Am grössten sind die Preisunterschiede bei Thomy Mayonnaise à la française (plus 44 Prozent), Nivea-Creme (plus 36 Prozent), Knorr-Hühnerbouillon (plus 34 Prozent), Mars- und Twix-Schokoriegel (je plus 34 Prozent). Extrembeispiele seien nicht aussagekräftig, sagt Sprecher Jörg Birnstiel. Coop biete übers ganze Sortiment und in einem landesweiten Filialnetz ein gutes Verhältnis zwischen Preis und Qualität.
Auffallend: Zahlreiche der bei Denner soeben verbilligten Produkte werden in den Coop-Regalen derzeit als Aktion angeboten. Coop bezeichnet dies als Zufall, verspricht aber die Palette von jährlich 4500 Aktionen weiter auszubauen.
Coop verhandelt mit Lieferanten über tiefere Preise
Bereits bei einem Preisvergleich anhand eines Warenkorbs mit 40 Produkten im «K-Tipp» hatte Coop diesen Frühling schlecht abgeschnitten. Der Grossverteiler steht unter Druck, die Preise zu senken - und gibt diesen Druck weiter: Letzte Woche begannen Verhandlungen mit den wichtigsten Herstellern und Lieferanten. Die Markenartikel-Industrie habe «noch grosses Potenzial» punkto Preisabschlägen, schätzt Coop-Sprecher Birnstiel.
23. Juni 2004 | Martin Müller
