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Artikel | K-Geld 3/2004

Die perfekte Eigentumswohnung für den Lebensabend

Wer sich eine Eigentumswohnung für den Lebensabend zulegt, sollte speziell darauf achten, dass sie den Anforderungen im Alter genügt.

Erst fiel es mir schwer, unser Haus aufzugeben. Doch nun bin ich froh, dass wir den Schritt gemacht haben», sagt Margrit Kuoni. Seit Anfang Jahr leben die 70-Jährige und ihr gleichaltriger Mann Andreas in einer neuen 3-Zimmer-Eigentumswohnung in Malans GR. Ihr 5-Zimmer-Haus in der Nachbargemeinde Fläsch haben sie verkauft.

Ein Grund für den Umzug war Margrit Kuonis frühere Arbeit bei der Spitex: «Ich habe oft erlebt, dass alte Leute aus gesundheitlichen Gründen ihr Haus aufgeben mussten», sagt sie. «So weit wollten wir es nicht kommen lassen.» Mit der neuen Wohnung ist das Ehepaar sehr zufrieden: «Dank des Lifts müssen wir keine Treppen mehr steigen, und wir haben viel weniger Arbeit als früher mit dem Haus», sagt Andreas Kuoni.


Zentrale Lage und Stadtnähe sind am beliebtesten

Die Altersgruppe der 50- bis 75-Jährigen gehört laut einer Studie der Credit Suisse vom Februar zu den aktivsten Käufern von Eigentumswohnungen. Besonders interessiert sind die 55- bis 64-Jährigen. Jeder Siebte dieser Altersgruppe erwirbt bei einem Umzug eine Eigentumswohnung. Vor zehn Jahren war es noch jeder Zwölfte.

Eine Trendwende ist nicht zu erwarten. Derzeit gibts 1,5 Millionen Menschen über 60 in der Schweiz, 2040 werden es 2,2 Millionen sein, wie der kürzlich erschienene Report der Altersstiftung Age zeigt. Heute leben 40 Prozent der über 65-Jährigen in einem Einfamilienhaus. Nicht wenige liebäugeln mit dem Wechsel in eine Eigentumswohnung.

Dafür gibts mehrere Gründe. Vor allem aber ist es der Wunsch, an einer zentraleren Lage zu leben und auch von den Vorzügen einer Stadt zu profitieren. Die Zürcher Kantonalbank wies in einer Studie bereits vor zwei Jahren auf diese Tendenz der älteren Bevölkerung hin.

Entsprechend werden in Stadtnähe vermehrt Eigentumswohnungen erstellt. Doch Käufer sollten nicht nur aufgrund von Lage, Grundriss und Preis entscheiden. Denn die auf die Pensionierung folgende Lebensphase gilt laut Altersforscher François Höpflinger von der Universität Zürich als Phase der «erhöhten Gefährdung». Das heisst: Gehvermögen und Gleichgewichtsgefühl gehen zurück, ebenso nehmen Seh- und Hörvermögen ab.
Entsprechend sind die Anforderungen an eine Wohnung (siehe Kasten S. 31). Doch Käufern im Pensionsalter «fehlt oft das Bewusstsein dafür», sagt Felix Bohn. Der Architekt und Ergotherapeut arbeitet bei der Fachstelle für behindertengerechtes Bauen in Zürich und hat einen Ratgeber zum Thema verfasst (siehe Kasten S. 31).

Grund für die mangelnde Voraussicht: Laut Studien fühlen sich Ältere im Schnitt 13 Jahre jünger und können sich nur schwer vorstellen, dass es ihnen gesundheitlich einmal schlechter gehen könnte. Bohn: «Man sollte den Kauf einer altersgerechten oder entsprechend anpassbaren Wohnung wie eine Altersversicherung sehen.»

Doch viele Wohnungen lassen sich nicht ohne weiteres anpassen. Daran ändert auch das seit Jahresbeginn eingeführte Gesetz über die Gleichstellung Behinderter wenig. Es bezieht sich auf Häuser mit neun und mehr Wohnungen und schreibt einzig vor, dass der Zugang zur Wohnung behindertengerecht sein muss. Zur Gestaltung der Wohnung selbst werden - einzelne Kantone ausgenommen - keine Vorschriften gemacht.

Bohn rät, die Wohnung bzw. die Pläne vor dem Kauf mit einer Fachperson für altersgerechtes Bauen (siehe Kasten S. 31) zu analysieren. Und weiter: «Je früher man umzieht, desto leichter fällt es, am neuen Wohnort Kontakte zu knüpfen.»

Denn nicht alle sind so extrovertiert wie Margrit Kuoni. Als sie feststellte, dass es in Malans keine Nordic-Walking-Gruppe hat, hängte sie Inserate aus. Jetzt wandert sie mit Gleichgesinnten und hat neue Freunde gefunden.

26. Mai 2004 | Reto Westermann


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