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Der Wollpulli ist verfilzt. Der Reissverschluss kaputt.
Und das nach nur dreimaligem Tragen! Wer weiss, wie man die Lieblingssachen richtig pflegt, kann das vermeiden.
So ein Ärger: Das neue Shirt hat überall Fusseln, an der Bluse fehlt ein Knopf, und die schöne schwarze Hose wirkt nach der ersten Wäsche schon verwaschen und abgewetzt. Schade: Denn das Shirt wäre neuwertig, hätte man nicht ein Kleidungsstück mit geöffnetem Klettverschluss mitgewaschen. Der Knopf wäre vielleicht noch dran, wenn die Bluse geöffnet und im Schongang behandelt worden wäre. Und die Hose hätte auf die linke Seite gewendet oder von Hand gewaschen kaum Schaden genommen.
Die richtige Pflege beginnt nämlich schon vor dem Waschen:
- An allen Kleidungsstücken die Reiss- und Klettverschlüsse schliessen - sie können sonst andere Wäschestücke beschädigen.
- Knöpfe an Hemden und Blusen offen lassen. So kann der Stoff nicht ausreissen.
- Dunkle Kleidungsstücke auf der linken Seite und im Schongang waschen, damit der Stoff an den Nähten weniger abwetzt. Nicht in der Sonne trocknen lassen, sonst schiesst die Farbe ab.
- Vorsicht bei BHs und Bikinis mit Bügeln. Die Drähte können beim Waschen herausrutschen und die Wäsche oder die Waschmaschine beschädigen.
- Auf Weichspüler möglichst verzichten. Etliche Textilhersteller warnen, dass Weichspüler die Fasern aufweichen und die Lebensdauer der Kleider verkürzen.
- Waschmittel richtig dosieren: Zu viel Waschmittel ist schlecht für die Umwelt. Zu wenig schadet der Wäsche: Sie bleibt nicht nur schmutzig - es bilden sich auch Ablagerungen, welche die Lebensdauer verkürzen.
- Bei jedem Waschgang werden bei den Kleidern die Fasern und Nähte beansprucht, Farben können ausbleichen. Deshalb nicht unnötig waschen, sondern ein Kleidungsstück auch einmal über Nacht auslüften.
Unproblematisch zu pflegen und robust ist eigentlich nur ein Kleidungsstück aus qualitativ guter Baumwolle. Praktisch alle anderen Stoffe nehmen Fehler übel. Hier die besten Tipps, damit auch Kleider aus heikleren Materialien lange schön bleiben:
Wolle
Waschmittel und Reibung beseitigen das Wollfett und machen das Naturmaterial spröde und filzig. Deshalb möglichst selten waschen. Bis zu einem gewissen Grad ist Wolle selbstreinigend. Oft genügt Auslüften.
Beim Waschen keine Weichspüler und keine Color-Waschmittel benutzen.
Viele Wollsachen dürfen nur von Hand oder gar nicht nass gewaschen werden. In die Waschmaschine gehören nur Wollsachen, die vom Hersteller speziell vorbehandelt worden sind und deshalb nicht verfilzen. Maschinenwäsche bei höchstens 30 Grad im Schonwaschgang.
Wollsachen nicht auswringen, nur in einem trockenen Tuch sanft ausdrücken. Zum Trocknen nicht aufhängen, sonst verzieht sich das Gewebe.
Mottensichere Aufbewahrung: Kleidungsstücke in Zeitungspapier wickeln oder zusammen mit getrockneten Zitronenschalen oder Lavendelblüten in Schrank oder Schublade legen.
Seide
Das edle Material ist sehr empfindlich auf Reibung. Deshalb nur von Hand und in viel Wasser waschen.
Nicht auswringen, sondern zwischen zwei trockenen Tüchern sanft ausdrücken.
Nicht an der Sonne trocknen lassen.
Kleidungsstücke aus Seide nie falten, sondern hängend oder zusammengerollt aufbewahren.
Viskose
Besonders in nassem Zustand ist Viskose sehr reissempfindlich. Deshalb nur im Schongang waschen, dann vorsichtig und ohne zu zerren aus der Waschmaschine nehmen.
Mikrofasern
Mikrofasern sind sehr reibungsempfindlich. Reissverschlüsse oder Etiketten von anderen Kleidungsstücken können beim Scheuern hässliche Fusseln auf dem Gewebe hervorrufen.
Elastan
Badeanzüge nach jedem Gebrauch gut spülen. Chlor, Salzwasser und Schweiss zerstören das Gewebe.
Auch Weichspüler kann die elastischen Fäden im Gewebe auflösen.
Gore-Tex und Sympatex
Keinen Weichspüler benutzen, sonst verliert das Gewebe seine Atmungsaktivität. Nach jedem Waschen neu imprägnieren.
Leder
Imprägnierung wirkt schmutzabweisend.
Nie mit Terpentin, Benzin oder anderen Lösungsmitteln versuchen, einen Fleck zu entfernen.
Direktes Sonnenlicht bleicht und trocknet das Leder aus.
Nicht in die Nähe von Heizkörpern legen.
Wenn etwas kaputtgeht: Was kostet das Flicken beim Profi?
Wegen eines abgerissenen Knopfes oder einer offenen Naht muss ein Kleidungsstück nicht gleich entsorgt werden. Wer nicht selber nähen kann, muss zwar ein paar Franken investieren. Doch dieser Aufwand lohnt sich nur bei sehr billigen Kleidern nicht.
Flicken lassen kann man Kleider in einer Schneiderei und bei den meisten Textilreinigungen.
Preise: Ein Knopf kostet ungefähr 1 Franken, eine offene Naht rund 5 Franken. Fürs Kürzen von Säumen muss man mit 20 Franken, für einen neuen Reissverschluss mit 20 bis 30 Franken rechnen. Das kunstvolle Stopfen eines Lochs ist relativ teuer. Es kostet je nach Aufwand 20 Franken und mehr.
Knopf und Reissverschluss: Tipps für flickmuffel
- Knöpfe reissen nicht mehr so leicht ab, wenn man sie mit Zahnseide oder mit Elastikfaden annäht. Knöpfe nicht zu eng an den Stoff annähen, sonst lässt sich der Knopf nicht mehr gut schliessen.
- Klemmende Reissverschlüsse mit Seife oder einem Kerzenstummel einreiben.
05. Mai 2004 | Esther Diener Morscher
