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Was bedeuten Black tie und White tie? Tenue de ville?
Wer trägt Dinnerjackett? SPEZIAL entschlüsselt den Dresscode zur festlichen Garderobe.
Für den Grillabend in Nachbars Garten tuts das Tenue «locker»: offenes Hemd und Hose, T-Shirt und Bermudas. Gross den Kopf zerbrechen müssen sich auch Gustis Gäste beim runden Geburtstag im Hotel Hirschen nicht: festlich - Anzug also und etwas Schönes für die Damen. Fettnäpfe lauern freilich, was korrekte Garderobe betrifft, auf dem gehobenen Gesellschaftsparkett: Was heisst Black tie? White tie? Black suit oder Tenue de ville? Casual? Hier der Schlüssel zum klassischen Kleiderreglement für Festanlässe - Dresscode genannt.
White tie - Frack und Robe
Falls Ihnen je eine Einladung mit der Tenue-Regel «White tie» ins Haus flattern sollte: Binden Sie nicht einfach einen weissen Schlips um. Man erwartet Sie zum grossen Abend im Frack mit weisser Fliege, Weste und - zwingend - in schwarzen Lackschuhen. Für die Dame bedeutet dieser Code explizit: Ballrobe! (Siehe Kleiderverleih, Seite 62.) Der «Pinguin» scheint aber am Aussterben zu sein. Vorschrift ist der Frack am Wiener Opernball - auch Dirigenten setzen nach wie vor auf ihn.
Black tie: In Gala zum Ball
Der Code Black tie - also Smoking - verspricht grosse Bälle und Hochzeitseinladungen. Die Gala-Montur gilt für Einsätze ab 17 Uhr (also nicht etwa schon in der Kirche tragen). Hier darf die lange Galarobe oder der Abendjupe mit sehr festlichem Top aufs Parkett.
Modisch ist fast alles erlaubt. Aber Achtung: Lange und um das Knie herum enge Roben sowie Schleppen sind Stolperfallen und bedingen Trippeln statt Schreiten und Treten an Ort statt Tanzen. Zum Smoking trägt Mann das weisse Smokinghemd mit schwarzer Fliege, Kummerbund oder schwarzes Gilet (zum Einreiher) - und niemals Gurt, sondern, wenn schon, Hosenträger. Schwarze Lack- oder Glattlederschuhe zum Schnüren sind ein Must.
Cut für offizielle Empfänge
Der Cut (ursprünglich Cutaway) hat seinen Auftritt tagsüber, etwa bei hochoffiziellen (Botschafts-) Empfängen, grossen Hochzeiten oder ebensolchen Beerdigungen. Zur schwarzen Schossjacke und der grau-schwarz gestreiften Hose gehören graues Gilet, weisses Hemd, grau-silberne Krawatte und schwarze Lederschuhe. Die Begleiterin trägt ein kurzes Kleid mit Jacke oder Mantel oder ein elegantes Kostüm.
Im Dinnerjackett zum Bankett
Das Bankett, zu der das Dinnerjackett verlangt wird - das weisse, dem Smoking verwandte Sakko -, findet im Fünfsterne-Rahmen statt. Das Kleid oder Ensemble der Dame darf elegant und kurz sein, aber durchaus modisch bis leicht frech. Hosenanzug ist nur erlaubt mit festlichem Touch - Revers aus Satin zum Beispiel. Bodenlange Kleider wirken bei diesem Dinner-Event - oft im Sommer und im Freien - eher overdressed. Und farbige oder gar papageienbunte Jacketts sind Geschmacksache. Übrigens: Auch im Hochsommer trägt die Dame Strumpf, zu hellen Kleidern Beige- oder helle Brauntöne.
Cocktails/Dark suit
Auf Einladungskarten ist das erwünschte Tenue meist unten links, etwa gediegen in Schnürlischrift, vermerkt: Cocktails/Dark suit zum Beispiel. Die Dame wählt hier das kleine Schwarze, ein kurzes Gala-Ensemble oder -Hosenanzug. Perfekt ist der Damen-Smoking, allerdings nur, wenn Frau alleine auftritt: Mit einem Begleiter im schwarzen oder dunkelblauen Anzug an ihrer Seite entsteht leicht der Eindruck eines tristen Doppelpacks.
Verführerischster Ort zum Overdressing ist die Oper: Hier ist weniger mehr. Selbst zur Première ist die lange, rückenfreie oder tief dekolletierte Abendrobe zu pompös. Stil hat stets das kleine Schwarze oder ein langer Jupe mit seidenglänzendem Top.
Im Tenue de ville zur Vernissage
Das Tenue de ville ist ideal für Vernissagen, Empfänge oder Ladeneröffnungen. Passend ist hier der schicke, modische Business-Dress: Tailleur oder Hosenanzug. Auf keinen Fall Langes oder zu Festliches. Elegante Boots und Pumps machen sich besser als High-heels. Der Herr trägt den «gedeckten» Strassenanzug mit Krawatte, weissem oder dezent gemustertem Hemd, dunkle Socken und Schuhe.
Casual: Lässig-chic zur Fête
Beim Lunch im Clubhaus, dem Geburtstag bei Bekannten, beim Barbecue herrscht lässig-schicker Freizeitlook - ohne Schlips. Richtig sind Jupe oder Hose mit Bluse und Pulli oder Jacke, Polo-Shirt und Blouson. Ein Tailleur und viel Schmuck sind fehl am Platz. Aber ebenso ausgebeulte Jeans und Turnschuhe.
Frühling/Sommer 2004: Flip-Flops sind passé
IN - OUT
Fifties (50er-Jahre) - Seventies (70er-Jahre)
Braves-Mädchen-Look - Shakira-Look
Schlichte Eleganz - Wildes Hippiestyling
Streifen - Tupfen
Zuckerpastells - Neonfarben
Grün - Khaki
V-Ausschnitt - Stehkragen
Shorts - Tunnelhose
Gürtel auf Faille - Gürtel auf Hüfte
Wadenlange Röcke - Maxijupes
Schirmmütze - Häkelkäppchen
Goldknöpfe - Reissverschlüsse
Gold - Silber
Overalls - Schichten-Look
Ballerinas - Flip-Flops
Retro-Bikini - G-String, Triangle-Bikini
Spitzen-Dessous - Bodypainting
Schosshündchen - Animal Prints
05. Mai 2004 | Gina Gysin
