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Das schnelle Geld mit Werbefaxen: Abzocker versuchen sämtliche Tricks und verkaufen ihre Kunden für dumm.
Die teuerste Faxnummer der Schweiz wird in Reichenburg SZ betrieben. Die Firma Bortolini & Partner verschickt derzeit im grossen Stil Werbefaxe an Firmen und offeriert einen Eintrag auf ihrer Branchen-CD. Kostenpunkt: 160 Franken pro Anruf. Der Betrag wird aber auch jenen belastet, die den Fax mit dem Vermerk «Kein Eintrag erwünscht» an die kostenpflichtige 0901er-Nummer zurücksenden. Denn die für Abbestellungen eingerichtete Nummer zum Normaltarif ist nur in kleiner Schrift angegeben.
Bortolini: Hat schon früher mit Werbefaxen geschäftet
Firmenchef Markus Bortolini strickt diese Masche nicht zum ersten Mal. Letzten Sommer verkaufte er via Fax Abos für einen «neuen Wirtschafts-Informationsdienst» - zu einem Monatspreis von 45 Franken (saldo 13/03). Bortolini versicherte damals, er werde künftig auf diese Werbeform verzichten. Inzwischen sagt er gar nichts mehr: Trotz mehrmaliger Anfragen von saldo wollte sich der Schwyzer Unternehmer zu seinen neusten Geschäften nicht äussern.
Im Vergleich zu Bortolini operiert die Londoner Firma Eden Ltd. schon beinahe mit englischer Zurückhaltung: «Sie wurden auserwählt, Werbefaxe von unseren Kunden aus ganz Europa zu erhalten», wurde in den letzten Tagen Zehntausenden von Empfängern in der Schweiz mitgeteilt. Egal, ob die Adressaten den «aufregenden Dienst» wünschten oder nicht - alle wurden aufgefordert, «sofort» zu reagieren. Eine pure Abzockerei, denn die Antwort über eine gebührenpflichtige Faxnummer schlug mit über 20 Franken zu Buch.
Besitzerin dieser Nummer ist die Studio Opera GmbH in Wien - sie hatte den Anschluss an Eden Ltd. vermietet. Als saldo beim österreichischen Internet-Unternehmen nachfragte, reagierten die Verantwortlichen rasch und liessen den Anschluss sperren. Andrea Barta von Studio Opera: «Solche Geschäftsmethoden können wir nicht tolerieren.»
Dumm für Eden Ltd. - gut für die Kunden: 90 000 weitere Besitzer von Faxgeräten in der ganzen Schweiz wollten die englischen Werbeprofis laut eigenen Angaben noch bearbeiten - daraus wird vorderhand jedoch nichts.
ro
17. März 2004
