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Endlich», atmete der Mann auf, als er an der saldo-Hotline durchkam, und startete seine Frage: «Bestimmt können Sie mir sagen, ob ich die Alimente...» In diesem Moment quäkte am anderen Ende der Leitung der Radetzkymarsch als Klingelton - ein Handy forderte die Aufmerksamkeit meines Gesprächspartners. «Moment», entschuldigte sich dieser, und ich hörte im Hintergrund dumpf etwas wie: «Ja, Schatz - gewiss, Schatz. Ich rufe gleich zurück. Küsschen!»
«Also, wo waren wir stehen geblieben?», knüpfte der Mann an seine Frage an und erinnerte sich: «Ach ja, die Alimente. Wie ist das eigentlich, wenn meine Noch-Frau bereits mit einem andern...» Jetzt brauste majestätisch die fünfte Sinfonie von Beethoven auf. «Sorry, mein Geschäfts-Handy», erklärte der Herr mit dem Scheidungsproblem etwas verlegen. Diesmal musste ich eine ganze Weile warten - offenbar ging es um etwas sehr Wichtiges.
Als sich der Vielbeschäftigte am Telefon zurückmeldete, war ich ein bisschen gereizt und erlaubte mir den leisen Vorwurf: «Könnten Sie nicht dafür sorgen, dass Sie während der Beratung nicht ständig unterbrochen werden? Auch andere wollen...»
Ich hatte den Satz nicht zu Ende gebracht, da gings schon wieder los. Diesmal eine näselnde Stimme mit dem Schlager «Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich».
Verflixt! Ich hatte vergessen, mein Handy auszuschalten.
18. Februar 2004 | Hans Ruedi Schmid - saldo-Rechtsberater
