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SMS sind zu teuer: Der Service mit den Kurznachrichten ist für Telekomanbieter ein fettes Geschäft mit Traummargen.
Blitzschnell huschen die Daumen über die Handy-Tastatur, eine Handvoll Buchstaben bilden einen kessen Spruch, einen flüchtigen Liebesschwur. Kurznachrichten auf Handys sind besonders bei jungen Leuten beliebt. Im letzten Jahr verschickten die Schweizer rund drei Milliarden SMS und spülten so hunderte Millionen Franken in die Kassen der Mobilfunkanbieter Swisscom, Orange und Sunrise.
«Das ist zu einem schönen Teil geschenktes Geld», sagt Telekom-Experte Ralf Beyeler von Comparis. «Die Anbieter haben einen verschwindend kleinen Aufwand mit diesem Service und können eine SMS für weit weniger als einen Rappen befördern.» Sie verrechnen aber je nach Abo 15 bis 25 Rappen, eine wahre Traummarge. «Um einen landesweiten SMS-Dienst mit 99 Prozent Abdeckung anzubieten, ist das ganze Natel-Netz nötig», hält Swisscom-Sprecher Sepp Huber dem entgegen. Dafür habe Swisscom mehrere Milliarden Franken investiert und über 4000 Antennen gebaut. Jedoch: Die Investitions- und Betriebskosten sind in Beyelers Rechnung schon berücksichtigt.
Hohe Preise: Keine Konkurrenz unter den Anbietern
Der Markt gibt so viel her, lautet ein weiteres Argument. Therese Wenger von Orange: «Die Kunden sind bereit, für den SMS-Dienst so viel zu zahlen.» Ein schwaches Argument, denn die Kunden haben keine Wahl. Die Konkurrenz unter den Anbietern spielt schlecht, das stellte schon das Bundesamt für Kommunikation fest.
Auf Anregung von Kassensturz will nun die Stiftung für Konsumentenschutz den Telekomfirmen einheizen. Geschäftsführerin Jacqueline Bachmann reicht bei der Wettbewerbskommission eine Beschwerde gegen die Mobilfunkbetreiber ein. Sie liegt damit im europäischen Trend: Bei der Europäischen Wettbewerbskommission liegen bereits entsprechende Eingaben verschiedener Konsumentenschutzorganisationen.
Eine günstige Alternative haben Leute, die mit dem Handy E-Mails verschicken können. So lässt sich eine Kurznachricht für 3 bis 5 Rappen befördern.
04. Februar 2004 | Daniel Müller
